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aerokurier 3/1997
Editorial: Reform des LuftVG: Untauglich und gefährlich / International Express / Pilot Report: Piper Seneca V: In aller Stille / Magazin: Instrumentenkunde interaktiv am PC, Kooperation statt Konfrontation, 700 Kaskoverträge hinfällig? / Rotor: Pitch up: Steigende Nachfrage bei Hubschraubern / Praxis: ATC-Praxis: Sicher durch die Kontrollzone von Frankfurt, Flugsicherheit: Humanfaktoren bei Flugunfällen, aerokurier Aktion: Landen zum Nulltarif, Keine runde Sache: Die Platzrunde / Ultraleicht: Nach dem Eurofox kommt jetzt der Eurostar, Echter Low-Budget-Flieger / Segelflug: Vergleichstest Höhenatemgeräte, Neue Remorqueur SF-25, aerokurier-Streckenpreis: Intensivkurs Alpenfliegen bei Klaus Ohlmann, Schleicher ASW 27 zugelassen, PPL-B reicht nicht für F-Schlepp, Vor- und Nachteile von Chartern und Kaufen / Helicopter Special Reform des LuftVG: Untauglich und gefährlich Der Neuentwurf des Luftverkehrsgesetzes, der den Luftfahrtverbänden Ende Januar aus dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) ins Haus flatterte, ist wahrscheinlich der brisanteste Entwurf, den sich Bonner Bürokraten jemals in Sachen Luftfahrt ausgedacht haben. Hintergrund ist, daß das BMV nach Veröffentlichung des Abschlußberichts des Birgen-Air-Unfalls Handlungbedarf in Sachen Luftverkehrssicherheit sieht. Der Gesetzentwurf enthält aber einige, schier unglaubliche Veränderungen des Luftrechts. So wird unter anderem eine Genehmigungspflicht für die Beförderung von Sachen und Personen in Luftfahrzeugen gefordert, die für mehr als vier Personen zugelassen sind, und die nach Instrumentenflugregeln durchgeführt wird. Damit soll nicht nur der Werksverkehr genehmigungspflichtig gemacht werden, sondern auch alle IFR-Flüge mit Flugzeugen mit mehr als vier Sitzen. Dieser Entwurf setzt einen falschen Hebel an der falschen Stelle an und ist deshalb nicht nur untauglich, sondern auch gefährlich. Im INTERNATIONAL EXPRESS können Sie unter anderem lesen: Besucher, die zur Luftfahrtmesse AERO 97 (23.-27. April) mit dem eigenen Flugzeug anreisen wollen, müssen sich bei der Flughafengesellschaft anmelden. PPR-Anfragen werden ausschließlich über Telefon entgegengenommen, das vom 17.-27. April geschaltet sein wird (07541-284124 oder 125). Der amerikanische Flugmotorenhersteller Teledyne Continental Motors soll im NASA-Auftrag einen leichten Kolbenmotor entwickeln. Der CSD 283 soll ein Zweitakt-Dieselmotor mit Direkteinspritzung werden, der auch Kerosin verbrennen kann. Auch der französiche Luftfahrtkonzern Aérospatiale und der Automobilhersteller Renault wollen einen Motor für die Allgmeine Luftfahrt bauen. Bei den Motoren handelt es sich um Vierzylinder-Dieselmotoren in der Leistungsbandbreite von 180 bis 300 PS. Chicagos Stadtflugplatz Meigs Field, bekannt durch Microsofts Flight Simulator, soll wieder geöffnet werden. Eine Übereinkunft zwischen dem Gouverneur von Illionois und dem Bürgermeister von Chicago machte es möglich. Der Chef eines italienischen Teilehändlers hat jetzt vor Gericht zugegeben, gefälschte Ersatzteile für Pratt & Whitney-Triebwerke auf dem amerikanischen Markt in Umlauf gebracht zu haben. Die Teile wurden inzwischen aus den Lagern von Airlines und Wartungsbetrieben entfernt. Piper Seneca V: In aller Stille Schon lange war gemunkelt worden, daß bei Piper in Florida an einer neuen Version der beliebten Kolbenmotor-Zweimot Seneca gearbeitet wird, doch Details waren nirgends zu erfahren. Das Werk hatte seine Mitarbeiter zwei Jahre lang Stillschweigen verordnet. Vor kurzem nun präsentierte das Unternehmen die Seneca V. Markanteste Neuerung sind die höhenfesten Conti-Sechszylinder L/TSIO-360-KB, bringen sie ihre Leistung doch deutlich wirkungsvoller zur Entfaltung. Die turboaufgeladenen Boxermotoren mit Ladeluftkühlung zeigen bis in FL 190 ein beeindruckendes Durchzugsvermögen. Der Seneca IV ging bereits ab FL 120 stetig mehr die Luft aus. Nicht gut für ein IFR-zugelassenes Flugzeug. Auch der ICAO-Kapitel-10-Lärmmesswert der Seneca V kann sich sehen lassen: 76 dB(A) werden während des Starts bei 1999 kg MTOW emittiert. Neu ist ferner die Zulassung für Flüge bei bekannter Vereisung. Die Enteisungsanlage liefert BFGoodrich. Im Innern machen zwei Neuerungen besonders auf sich aufmerksam: Zum einen sind alle elektrischen Schalter in einem Overhead Panel zusammengefaßt, zum anderen ist das Flugzeug mit neuen Triebwerksinstrumenten ausgerüstet. Hinzu kommt ein mikroprozessorgesteuertes Multifunktionsdisplay, das dem Piloten erlaubt, Leistungseinstellungen äußerst akkurat vorzunehmen. Die Seneca V soll in sehr guter Ausstattung hierzulande 660.000 Dollar kosten. Der deutsche Vertrieb erfolgt über die Piper-Generalvertretung am Flughafen Kassel-Calden. Instrumentenkunde interaktiv am PC Ein interaktives Lern- und Trainingsprogramm über GPS-Satellitennavigation bietet jetzt die Firma aerosoft in Paderborn an. Mit vielen Graphiken wird der gut gegliederte Lehrstoff auf interessante und spannende Weise vermittelt. Kooperation statt Konfrontation Die Vereinigung Cockpit und Teile der DFS fordern, über der Kontrollzone des Flughafens Münster-Osnabrück einen Luftraum C einzurichten. Hintergrund sind mehrere Near-Misses im Nahbereich des Flughafens. Appeliert wird an alle Piloten, die zur Verfügung stehenden Hilfsmittel zu nutzen, wie zum Beispiel über Funk Kontakt mit dem Tower aufzunehmen und auch den Transponder einzuschalten, um die Zahl der Near-Misses in der Nähe von Verkehrsflughäfen zu reduzieren. 700 Kaskoverträge hinfällig? Eine Warnung des Bundesaufsichtamts für das Versicherungswesen (BAV) sorgt für Unruhe. Rund 700 Kaskoverträge, die über einen Hamburger Makler mit der New England International Surety Inc. (NEIS) mit Sitz in Panama abgeschlossen wurden, stehen auf wackligen Beinen, da NEIS keine Erlaubnis zum Betrieb des Direktversicherungsgeschäftes in Deutschland besitzt. Das BAV empfiehlt, NEIS-Policen auf keinen Fall zu verlängern oder gar neu abzuschließen. Pitch up: Steigende Nachfrage bei Hubschraubern Die Helikopterhersteller können aufatmen. Die Auftragsbücher sind wieder gefüllt. Während die Kunden in Europa jedoch noch etwas zögerlich bestellen, boomt in den USA die Nachfrage nach Hubschraubern. Entsprechend optimistisch gaben sich die Aussteller bei der diesjährigen Heli-Expo, die Anfang Februar in Anaheim, Kalifornien, stattfand. Zum ersten Mal wurde die Bell Boeing 609, das erste zivile Kipprotorflugzeug, das in Serienfertigung gehen wird, als Mock-up der Öffentlichkeit vorgestellt. Aber auch die anderen Hersteller waren mit ihren Produkten in Anaheim vertreten. ATC-Praxis: Sicher durch die Kontrollzone von Frankfurt Lesen Sie, wie man am besten und sichersten im Sichtflug die Kontrollzone des Frankfurter Flughafens durchquert. Funkdisziplin und das genaue Befolgen der Lotsenanordnungen sind besonders wichtig. Flugsicherheit: Humanfaktoren bei Flugunfällen Die australische Untersuchungsbehörde hat Erkenntnisse aus Untersuchungen von 75 Flugunfällen mit Todesfolge veröffentlicht. Oft lagen mehrere Gründe für den Unfall vor. Die Hauptursache in einem Großteil der Crashs waren jedoch fliegerische Fehlentscheidungen. aerokurier Aktion: Landen zum Nulltarif Exklusiv für aerokurier-Leser verzichten viele Flugplätze auf die Landegebühr. Eine gute Gelegenheit, die Landetechnik aufzupolieren. Hoffentlich ein Anreiz für Sie, mehr und damit sicherer zu fliegen und zu landen. Keine runde Sache: Die Platzrunde Flugweg und -höhe sind heutzutage an deutschen Plätzen genau festgelegt. Nach wie vor gilt aber: Eine gute Platzrundeneinteilung ist die beste Vorraussetzung für eine sichere Landung. Nach dem Eurofox kommt jetzt der Eurostar Nach dem eher konventionellen Eurofox überrascht Ikarusflug Bodensee aus Salem jetzt mit der Ankündigung des Ganzmetall-Tiefdeckers Eurostar EV 97. Der Zweisitzer ist ein Derivat des französischen Kitflugzeugs Pottier P 220 und wird von Evektor in Tschechien hergestellt. Ikarus Bodensee als Deutscher Musterbetreuer der EV 97 rechnet mit einer Musterzulassung noch in diesem Jahr. Das Flugzeug wird auf der AERO in Friedrichshafen erstmals vorgestellt werden. Echter Low-Budget-Flieger Mit der Loehle Sport Parasol soll noch in diesem Sommer ein echter Low-Budget-Flieger auch in Deutschland zugelassen werden. Seit 1991 hat der US-Hersteller bereits 150 Bausätze des ultraleichten Einsitzers in Holzbauweise verkauft. Vergleichstest Höhenatemgeräte Neue elektronisch geregelte O2-Geräte helfen, auf Höhenflügen möglichst optimal mit dem Sauerstoffvorat umzugehen. Gegenüber einfachen Dauerströmern kann der Verbrauch mit ihnen um fast das Vierfache abgesenkt werden. Durch die elektronisch gesteuerte Anpassung an den Atemrhythmus und die O2-Anreicherung nur des Luftvolumens, das auch die Lunge erreicht, wird eine optimale und zugleich sparsame Sauerstoffversorgung erzielt. Die Leistungen des vollautomatisch gesteuerten EDS von High Mountain Soaring, das in Deutschland von Büscher Flugversand vertrieben wird, und der Flowtimer von Spiegelberg, der manuell auf die jeweils geflogene Höhe eingestellt werden muß, werden verglichen. Motorfalke SFL-25R fürs Schleppen zugelassen In Frankreich hat die Firma lorAvia die Zulassung des von ihr modifizierten Scheibe Falken SFL-25R für das Schleppen von Segelflugzeugen erreicht. Die SFL-25R ist mit dem 80 PS starken Limbach L 2400, einem Festpropeller von Hoffmann und einer Tostkupplung ausgerüstet und wurde mit strukturellen Verstärkungen versehen. Für diese Umrüstung eignen sich die SF-25 der Versionen D (Weiterentwicklung der 25B) und C. Beschränkt ist die Schleppzulassung durch die Gesamtmasse des Schleppzuges von knapp 1000 kg, so daß auch rund 500 kg schwere Segelflugzeuge, also auch Doppelsitzer geschleppt werden dürfen. Die Umrüstkosten bealufen sich auf rund 15000 französische Francs. aerokurier-Streckenpreis: Intensivkurs Alpenfliegen bei Klaus Ohlmann Dem Gewinner des aerokurier-Streckenpreises 97
winkt ein zweiwöchiger Intensivlehrgang bei Klaus
Ohlmann, der in Serres, Südfrankreich, das
Segelflugunternehmen Quo Vadis International betreibt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Ohlmann für
Schlagzeilen gesorgt, als er in einem Intensivlehrgang
eine ganze Gruppe zum Tausender führte und wenig später
selber als Weltbestleistung einen
1400-km-Zielrückkehrflug schaffte. Die Ziehung des
Preisträgers erfolgt Ende Oktober in der
aerokurier-Redaktion. Schleicher ASW 27 zugelassen Das neue Rennklasseflugzeug ASW 27 von Schleicher Segelflugzeugbau ist jetzt zugelassen. Zum erstenmal wurde im Bereich Segelflug ein gemeinsames Zulassungsverfahren (concurrent certification) des deutschen Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) und der US-amerikanischen FAA durchgeführt. Einige Punkte erforderten viel Abgleich, zum Beispiel die Fragen zum Flatternachweis. Der dafür zusätzlich benötigte Aufwand hat sich aber gelohnt, da beide Zulassungen jetzt vorliegen. Die Zeit bis zur Zulassung wurde vom Hersteller für eine Leistungsoptimierung der ASW 27 genutzt. So wurde die Ausblasung optimiert, damit das Profil so funktioniert wie gerechnet. Auch wurde das Handling nach den Erfahrungen mit den Vorserienflugzeugen gleichfalls verfeinert. Die Knüppelwege wurden größer ausgelegt und die Ruderkräfte verringert. PPL-B reicht nicht für den Motorseglerschlepp Der Bundesminister für Verkehr hat jetzt festgelegt, welche Lizenzen und Berechtigungen notwendig sind für das Schleppen von Segelflugzeugen oder Motorseglern mit Motorseglern. Erforderlich ist danach der PPL-A mit Schleppberechtigung und zusätzlich der PPL-B. Darüber hinaus muß der Schlepppilot mindestens fünf Flugstunden Erfahrungen auf dem Motorseglermuster besitzen, mit dem geschleppt werden soll. Chartern oder Kaufen Das eigene Segelflugzeug ist eine recht teuere Angelegenheit. Im Vergleich zur Alternative Chartern bietet es nur den Vorteil der beliebigen Verfügbarkeit. Wer sein segelfliegerisches Engagement im allgemeinen Trend der Zeit auf verlängerte Wochenenden und den Urlaub verlagert hat, fliegt ganz erheblich preiswerter mit gecharterten Segelflugzeugen. Es wird ein Überblick über das gut ausgebaute Charterangebot in Deutschland vermittelt und aufgezeigt, worauf es beim Chartern ankommt, damit der Fliegerurlaub nicht mit bösen Überraschungen endet. mit einem ausführlichen Branchenspiegel: alle Hubschrauberbetreiber, Hersteller- und Entwicklungsbetriebe sowie auf Drehflügler spezialisierte Werften; einem Beitrag über Rettungseinsätze mit Hubschraubern, einem Geschäft, in dem sich inzwischen eine Vielzahl von Anbietern tummelt, und das immer undurchsichtiger erscheint; sowie jeder Menge Tips und Informationen zum wirtschaftlichen und sicheren Einsatz von Hubschraubern. |
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Last updated February 18, 1997