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aerokurier 4/1997
Editorial Hilferuf aus Magdeburg / International Express / Pilot Report Cessna C172R: Ganz die alte .... nur besser / Business Aviation Neue Horizonte für die Horizon, Rundflug über 12800 km / Singles & Twins Bonanza: 50 Jahre in Produktion / Magazin Landegebühren-Festlegung: Vorauseilender Gehorsam, FAA veröffentlicht Sicherheitsdaten, AOPA für IFR-Passagierflüge mit Einmots, Liese-Schalldämpfer für BN Islander / Rotor Aus Belgien: UL-Helikopter Masquito / Praxis Unfallanalyse: Cessna kollidiert mit Bäumen / aerokurier-AKTION: Landen zum Nulltarif / Reise Unterwegs im Westen der USA / Ultraleicht Pilot Report: Wild Thing - ganz zahm / Segelflug Die Farm der Rekorde: Bitterwasser in Namibia, Idaflieg Wintertreffen: neue Sicherheitscockpits aus der Formel 1, Neuer Doppelsitzer: fs-33 aus Stuttgart, Streckenflugsymposium: Die Expressrouten durch die Alpen aufgezeichnet, Im Südföhn auf große Strecke: 1000er Wochenende in Trieben, Polen-Schlepper GM-1 Gniady, Scheibe SF-34B fliegt jetzt als Alliance 34 / AERO Special Zielpunkt AERO 97, Marktübersicht Ultraleichtflugzeuge, Remos bringt neue Gemini 3, Neue SF-40-Version, Segelflugzeubau: Bewegung in der Branche?, AERO plus Kunst gleich aerokunst, AERO Rahmenprogramm Hilferuf aus Magdeburg Ein dringender Hilferuf erreichte den aerokurier aus Magdeburg. Dort brannte am Flugplatz nahezu die ganze Habe des Traditionsfliegerclubs Hans Grade e.V. nieder. Wahrscheinlich waren Brandstifter auf dem Flugplatz am Werk. Mit den Traditionsfliegern traf es ausgerechnet die, denen unter dem früheren DDR-Regime das Fliegen verboten wurde und die nach der Wende in mühseliger Kleinarbeit einen fliegerischen Wiederanfang schafften. Zwar halfen örtliche Firmen, die gröbsten Folgen des 270000-Mark-Schadens zu mildern, aber immer noch wird weitere Unterstützung gebraucht. Im INTERNATIONAL EXPRESS können Sie unter anderem lesen: Frische Luft für die Breezy Vor 32 Jahren erschien erstmals der offene Tandemsitzer Breezy in der Amateurbauerszene. Jetzt werden wieder Bausätze für das Flugzeug, das sich im Laufe der Jahre fast zum Kultobjekt für Flugenthusiasten entwickelt hat. PILOT REPORT Cessna C172R: Ganz die alte .... nur besser Endlich ist soweit: Die Auslieferungen der neuen Cessna 172 (Foto) sind angelaufen. Die erste, für den Export bestimmte Maschine traf in Australien ein. Der aerokurier hatte unlängst in Wichita Gelegenheit, die Werknummer 3, einen Demonstrator, zu fliegen. Fliegerisch unterscheidet sich die C172R nicht von ihrer Vorgängerin, die bis 1986 gefertigt wurde nach wie vor findet sich die gleiche Gutmütigkeit, die gleiche exzellente Ausgewogenheit im Handling. Die Ingenieure haben dem "Golf der Lüfte" indes zahlreiche Verbesserungen mit auf den neuen Lebensweg gegeben. Als Antrieb kommt nunmehr ein bei 2400 U/min 160 PS starker Lycoming-Einspritzer IO-360 L2A zum Einbau. Die niedrige Spitzendrehzahl und ein geändertes Auspuffsystem sorgen für einen Kapitel-10-Abflugmeßwert, der mit 76,3 dB(A) den Grenzwert um solide 8,4 Dezibel unterbietet. Die neue C172 gibt es ausschließlich mit Langstreckentanks. 200 ausfliegbare Liter 100LL stehen bereit. 75 Prozent Leistung mit 120 KTAS (222 km/h) einhergehend ermöglichen eine Höchstflugdauer von knapp sechs Stunden. Dabei berücksichtigt: 45 min Reserve. Umfangreich überarbeitet wurde die Kabine. Dickere Seitenscheiben und intelligent plaziertes Dämmaterial sorgen für einen streßreduzierten Innenlärmpegel. Die voll verstellbaren Sitze mit Seitenführung sind dynamisch auf 26 g getestet. Vorne und hinten gibt es Dreipunkt-Automatikgurte. Gute Noten vedient das überarbeitete, hervorragend dosierbare Ventilationssystem. Überzeugend ausgefallen ist auch das mehrteilige Metallpanel mit Annunciator panel und vier Kombianzeigen zur Triebwerksüberwachung . Unter dem Glareshield verläuft auf voller Länge eine indirekte Instrumentenbeleuchtung aus fluoreszierendem Licht. Jedes Instrument hat darüber hinaus seine eigene Beleuchtung. Als Avioniklieferant kommt ausschließlich Bendix/King zum Zuge. In voller IFR-Ausstattung kostet die C172R inklusive Einachsautopilot, GPS und Mode-C-Transponder knapp über 140000 Dollar. Unser Resüme: Cessnas Ingenieure haben sich vor einem gehütet die 172 neu zu erfinden. Nur wirklich angezeigte Verbesserungen wurden vorgenommen. Die Neuerungen in Verbindung mit dem günstigen Verkaufspreis lassen den Viersitzer für Flugschulen und Privatkunden gleichermaßen wieder interessant werden. BUSINESS AVIATION Neue Horizonte für die Horizon Raytheon Aircraft erweitert die Hawker-Familie um die Hawker Horizon. Der Rumpf des neuen Super-Midsize-Jets wird aus Kunststoff hergestellt, die Tragflächen aus Aluminium. Der Erstflug des größten Hawker-Musters, das bisher gebaut wurde, soll noch in diesem Jahrtausend stattfinden, die Zulassung soll 2001 erfolgen. Kosten des Jets: 14,5 Millionen Dollar. Daten: Länge: 20,55 m, Spannweite: 18,81 m, Höhe: 5,6 m, Leermasse: 9493 kg, Reisegeschwindigkeit Mach 0.80, maximale Reisegeschwindigkeit: Mach 0.84. Die Reichweite liegt mit NBAA-IFR-Reserve bei rund 3100 NM (5740 km). Rundflug über 12800 km Die Gulfstream GV flog am 10. Januar von Savanah, Georgia, nach Savannah, Georgia, und legte dabei eine Strecke von 6951 NM (12870 km) zurück. Der erste Ultralangstrecken-Business-Jet der Welt stellte somit seine Langstreckentauglichkeit unter Beweis. Nach 14 Stunden und 48 Minuten Flugzeit waren die beiden Besatzungen und drei Passagiere an Bord der GV wieder an ihrem Startort gelandet. Ihr Flug hatte sie entlang der US-Grenzen über New York, Chicago, Seattle, Mission Bay, Corpus Christi und Little Rock geführt. SINGLES & TWINS Bonanza: 50 Jahre in Produktion Bei der Superlativen der Luftfahrt fällt wenigen Menschen die Beech Bonanza ein. Sie hält aber einen Rekord, der so schnell nicht gebrochen werden kann: Seit 50 Jahren wird sie ununterbrochen produziert. Am 23 Dezember 1945 führte der damalige Beech-Chefpilot Vern Carstens dern Erstflug mit dem Prototypen des Beech Model 35 durch. Das Flugzeug traf damals den Geschmack der Zeit: In den ersten drei Produktionsjahren wurden 1500 Exemplare gefertigt. Im aerokurier 4/97 ist eine komplette Modellchronik zu finden, vom Model 35 bis zur letzten Bonanza-Version, der A36AT, die 1985 eingeführt wurde. Landegebühren-Festlegung: Vorauseilender Gehorsam Obwohl die endgültige Fassung der neuen Landeplatzverordnung noch nicht festliegt, haben mehre Flugplätze bereits die schärferen der bisher nur angedachten Lärmgrenzwerte bei der Festlegung ihrer Landegebühren berücksichtigt. Obwohl Lärmmessungen seit dem 1. Januar 1994 nur nach Kapitel X möglich sind, sind solchermaßen vermessene Flugzeuge in der gegenwärtigen Landeplatzverordnung noch nicht berücksichtigt. Ein Schreiben des Bundesminister für Verkehr vom April 1993 räumt den nach Kapitel X vermessenen Flugzeugen erhöhten Schallschutz, und damit eigentlich die günstigste Landegebühren-Kategorie ein, wenn die deutschen Lärmgrenzwerte um 4 dB(A) unterschritten werden. Einzelne Flugplätze halten sich aber nicht an diese Richtlinien. So müssen Kapitel-X-Flugzeuge an den Flugplätzen Worms und Speyer minus 5 dB(A) nachweisen. An anderen Flugplätzen, wie zum Beispiel Essen/Mülheim, bekommen solche Flugzeuge überhaupt keinen erhöhten Schallschutz eingeräumt. FAA veröffentlicht Sicherheitsdaten Wie angekündigt, veröffentlicht die FAA seit Anfang Februar sicherheitsrelevante Maßnahmen, die mit Ordnungsstrafen über 50000 belegt werden. Zu den ersten Fällen zählte eine Anfang März eine 52000-Dollar-Strafe gegen Delta Air Lines, weil der Carrier es in ihrer Niederlassung am Flughafen Lissabon versäumt hatte, genaue Ausbildungsunterlagen zu führen und Sicherheitspersonal ungenügend ausbildete und prüfte. AOPA für IFR-Passagierflüge mit Einmots Die AOPA USA unterstützt die Vorschläge zum kommerziellen Passagiertransport unter IFR-Bedingungen mit Einmots. In einer Untersuchung von Unfallstatistiken stellte die AOPA fest, das kontrollierter Flug in den Boden unter schlechten Sichtbedingungen eine weitaus häufigere Unfallursache ist, als ein Triebwerksausfall unter IFR-Bedingungen. Liese-Schalldämpfer für BN Islander Bis zu 5,8 dB(A) leiser machen jetzt Liese Schalldämpfer die zweimotorigen BN Isländer. Als erstes hat die Luftverkehr Ostfriesland ihre Islander-Flotte, die im Inselverkehr eingesetzt wird mit den Schalldämpfern ausgerüstet. Aus Belgien: UL-Helikopter Masquito Am Flugplatz Moorsele bei Gent ist der erste in Belgien entwickelte und gebaute zweisitzige UL-Hubschrauber zuhause. Er trägt den Namen Masquito R 58 und seine Abflugmasse beträgt nur 350 kg (Leergewicht: 170 kg). Für den Antieb sorgt ein vertikal eingebauter Rotax-528-Zweitaktmotor mit 64 PS. Damit kommt der UL-Helikopter auf eine Reiseleistung von 150 km/h. Zu den Besonderheiten des belgischen UL-Helikopter gehören zwei extrem kurze Rotorblätter, die im Reiseflug fast doppelt so schnell drehen wie Blätter herkömmlicher Zweiblattysteme, ein Kontrollrotor für die zyklische Blattverstellung (Hiller-System), sowie ein hydraulisch betriebener Heckrotor. Ungewöhnlich ist auch die Steuerung: Der Pilot "liegt" im Cockpit und bedient einen Overhead-Stick. Alle anderen Steuerogane sind dagegen konventionell ausgelegt. Masquito R58 soll als VLR (Very Light Rotorcraft) zugelassen werden, sein Flugstundenpreis soll nach Angaben seiner Konstrukteure (die Brüder Stefaan und Paul Masschelein) unter 200 Mark liegen. Unfallanalyse: Cessna kollidierte mit Bäumen Der Einflug in Wolken bei Heppenheim an der Bergstraße kostete den Piloten einer Cessna 172 das Leben. Der Flugzeugführer war zu einem kurzen Flug nach Sichtflugregeln von Mannheim nach Egelsbach gestartet (30 NM/55 km). Laut Unfallbericht der FUS (Flugunfalluntersuchungsstelle beim Luftfahrt-Bundesamt) wählte er eine Flugroute entlang zweier parallel verlaufenden Autobahnen, die auch bei schlechteren Wetterbedingungen als gute Orientierungslinien dienen. Kurz hinter Heppenheim geriet das Flugzeug in eine dichte Wolkenschicht. In niedriger Höhe setzte der Pilot den Flug in ansteigendes Gelände fort. Aus einer Kurve nach rechts prallte die Cessna gegen eine Baumgruppe und zerschellte. Landen zum Nulltarif Unsere Aktion für mehr und damit sicheres Fliegen geht weiter. Diesmal bekommen sie mit dem aerokurier wieder Coupons für vier gebührenfreie Landungen. Dabei sind diesmal die Flugplätze Zweibrücken, Bad Dürkheim, Rechlin-Lärz und Böhlen bei Leipzig. Unterwegs im Westen der USA Henning von Perbandt und sein flugerfahrener Vater (Bundeswehrpilot auf Transall und Noratals) unternahmen im Westen der USA eine Reise per gecharterter Cessna 172. Die 13tägige Tour führte sie von Arizona über Kalifornien, Oregon, Washington, Utah und Nevada wieder zurück nach Prescott in Arizona. Dabei sahen Vater und Sohn Naturschauspiele des Westens, wie den Grand Canyon, Death Valley, Salt Lake und Mount St. Helens. Wenn man sich an die Spielregeln und Procedures hält, ist das Fliegen in den USA paradiesisch. Das gilt auch für Flug- und Charterkosten, Service und Hotels. Pilot Report: Wild Thing ganz zahm Als erste Fachzeitschrift überhaupt hat der aerokurier das neue Ultraleichtflugzeug Wild Thing getestet. wir finden, der Ganzmetall-Hochdecker ist alles andere als ein Wildes Ding. Bei unseren Flügen entpuppte sich der Zweisitzer als unkompliziertes Gerät mit gutem Handling. Hohe Geschwindigkeiten sind nicht so die Sache des Wild Thing, das als erstes Ultraleichtflugzeug in Deutschland den australischen Jabiru-Vierzylinder-Boxer verwendet. Das luftgekühlte Triebwerk zeigte bei unserem Test eine exzellente Laufkultur, wirkte aber in der noch nicht optimalen Propellerabstimmung etwas kraftlos. Hier wartet bis zur im Frühjahr geplanten Musterzulassung noch einige Arbeit auf das Team der Heroldsberger Air-light, Hersteller des Wild Thing. Auch ansonsten fanden wir am Vorserienprototypen noch einige Details verbesserungswürdig. Vergleichsweise günstig scheint der Preis dieses ULs, das in Rumänien gefertigt wird. Mit 75000 Mark Komplettpreis bietet das Wild Thing für ein Flugzeug seiner Art ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis. Die Farm der Rekorde: Bitterwasser in Namibia Tiefblauer Himmel mit prächtigen reinweißen Cumuli über einer wüstenhaften, und dennoch in den vielfältigsten Farben leuchtenden Landschaft, das ist der Traum vieler Segelflieger. In Namibia ist dieser Traum Wirklichkeit wenn auch nicht immer. Angelika Machinek, der in der Saison 96/97 allein zehn Weltrekordflüge gelangen, hat ihre Eindrücke aus dem südlichen Afrika aufgezeichnet. Faszinierende Fotos (Foto) zeigen wie anders Afrika sein kann. Idaflieg-Wintertreffen: neue Sicherheitscockpits aus der Formel 1 In den Werkstätten der Akafliegs wächst eine ganze Reihe neuer Segelflugzeuge heran. Beim Idaflieg-Wintertreffen in Aachen stellten die einzelnen Gruppen ihre Projekte vor. Wohin die Entwicklung im Bereich Cockpit geht, zeigte Martin Sperber vom TÜV-Rheinland auf. Anleihen aus dem Formel-1-Rennsport erhöhen die passive Sicherheit ganz erheblich. Mit entsprechend verschärften Bauvorschriften ist zu rechnen. Neuer Doppelsitzer: fs-33 aus Stuttgart Auf dem Idafliegstand auf der AERO in Friedrichshafen wird der neue Doppelsitzer der Akaflieg Stuttgart zum erstenmal öffentlich präsentiert werden. Wenn das Wetter mitspielt, soll bis Ende Aprila auch bereits der Erstflug erfolgt sein. Wenn der Hochleistungsdoppelsitzer fs-33 der Akaflieg Stuttgart aller Wahrscheinlichkeit nach nur ein Einzelstück bleiben wird, dann liegt es nicht daran, daß diese Konstruktion irgendwelche (versteckten) Mängel aufweisen würden, sondern daran, daß sie vielmehr von Anfang an als Technologieträger konzipiert wurde. Es ging bei ihrer Auslegung darum, in Teilaspekten neue Wege zu gehen. Mit den Arbeiten an der fs-33 haben die Studenten der Akaflieg Stuttgart 1992 begonnen. Sie hatten sich Entwicklung und Konstruktion eines doppelsitzigen Segelflugzeugs mit 20 m Spannweite vorgenommen, das natürlich etwas besser werden sollte als das, was die Doppelsitzerklasse bislang zu bieten hat. Streckenflug Symposium: Die Expressrouten durch die Alpen aufgezeichnet Heraus aus den vier Kästchen, in die Jochen von Kalkreuth die Alpen für den Segelflug aufgeteilt hat! Unter diesem Motto suchte im Januar in Innsbruck das Symposium "Zukunftsperspektiven des Langstreckensegelflugs in den Alpen" nach der Grundlage für Flüge von Wiener Neustadt bis nach Südwestfrankreich und zurück. Von den 23 Teilnehmern, die bereitwillig ihr Wissen weitergeben wollten, aber auch gespannt darauf waren, die eigenen weißen Stellen von der Karte zu tilgen, gehörten allein 13 zum Club der Piloten mit 1000-km-Diplom. Nur die Frage, in welcher Form die doch sehr detaillierten Erfahrungen weiervermittlet werden können, ist noch nicht beantwortet. Hier wird noch nach Wegen gesucht. Im Südföhn auf große Strecke:1000er Wochenende in Trieben Solls in den Alpen auf große Strecke gehen? Ein ausgezeichneter Ausgangspunkt für solche Vorhaben ist der Flugplatz Trieben. Fünf der neun Tausender, die im vergangenen Jahr in Österreich geflogen wurden, hatten ihren Startpunkt in Trieben. Gerhard Tomani beschreibt ein beispiellos gutes Wochenende mit diesen Superstrecken. Polen-Schlepper GM-1 Gniady Gniady, zu deutsch: Rotfuchs, heißt der Prototyp eines neuen polnischen Schleppflugzeuges des kleinen Warschauer Konstruktionsbüros Aviata. Der einsitzige Vollmetall-Tiefdecker, dessen Konstruktion bis ins Jahr 1989 zurückreicht, steht auf einem starren, geschleppten Fahrwerk mit Spornrad, verfügt über einen bulligen Sternmotor und erinnert in seiner gesamten Auslegung an die Wilga. Gebaut wurde der Gniady-Prototyp von der Firma Yalo mit Mitteln des polnischen Segelflugs. Scheibe SF-34B fliegt jetzt als Alliance 34 Der GfK-Doppelsitzer SF-34B von Scheibe Flugzeugbau, Dachau, für Schulung und Fortgeschrittenentraining erlebt jetzt als Alliance 34 (Foto) eine Renaissance. Als deutsch-französische "Alliance" wird der Zweisitzer nun von SN Centrair in Le Blanc gebaut. Die deutsche Konstruktion wurde dort überarbeitet und hat gerade die französische Musterzulassung erhalten. Der mit nur 15,80 m Spannweite und einer Leermasse von 350 kg recht handliche Trainer verfügt über ein nach ergonomischen Gesichtspunkten gefällig gestaltetes Cockpit. Zugang bietet eine große zur Seite aufklappende Haube. Die Montage wird durch Zwangsanschlüsse für die Ruder erleichtert. Wie die Konkurrenten verfügt auch die Alliance 34 über ein "Dreiradfahrwerk" mit kleinem Bug- und einem Heckrad zum leichteren Bodenhandling. Die Leistungen der Alliance 34 weist Centrair mit einer besten Gleitzahl von 35 bei 95 km/h und einem geringsten Sinken von 0,7 m/s bei 75 km/h aus. Auf der AERO in Friedrichshafen wird die Alliance auf dem Gemeinschaftstand von Centrair und Scheibe zu sehen sein. Zielpunkt AERO97 Am 23. April öffnet die AERO 97 in Friedrichshafen ihre Pforten für Besucher aus dem In- und Ausland. Neben Auto und Bahn bietet sich vor allem der Luftweg an, um das Messeereignis der Allgemeinen Luftfahrt mitzuerleben. Besucher, die mit dem Flugzeug anreisen wollen, müssen vorher ein Zeitfenster bei der Flughafengesellschaft beantragen. PPR-Anfragen werden ausschließlich über Telefon entgegengenommen (07541/284-124 oder -125). Die Telefone werden vom 17. bis zum 27. April 1997 jeweils von 9 bis 20 Uhr Ortszeit geschaltet sein. Wegen der Flugvorführungen sind am Wochenende (26. und 27. April) in der Zeit von 1130 bis 1330 (UTC) keine Anflüge und Landungen möglich. Anflüge nach Sichtflugregeln sollten ausschließlich über die Meldepunkte "N" oder "S" erfolgen. Die erste Sprechfunkaufnahme sollte bereits bei Stockach am nordwestlichen Ende des Bodensees oder über der Autobahnbrücke bei Wangen erfolgen. Alle anfallenden Gebühren können an einer speziell eingerichteten Luftaufsichtsstelle am Eingang zum AERO-Ausstellungsgelände pauschal entrichtet werden. Wer unabhängig vom Wetter und der Slotvergabe sein möcht, kann auch einen der speziellen Charterflüge nach Friedrichshafen buchen. Der aerokurier bietet am 26. April einen Sonderflug von Hamburg nach Friedrichshafen mit Hamburg Airlines an (Hin- und Rückflug). Preis: 449,- DM, Anmeldung beim Deutschen Reisebüro, Telefon: 069/230911, Fax: 069/235009. Weitere Informationen zur AERO sind auf der Internetseite der Messe Friedrichshafen (http:// www.messe-fn.de) abrufbar. Marktübersicht Ultraleichtflugzeuge Die UL-Klasse kennzeichnet eine Konkurrenz, wie sie dichter kaum sein kann. Bei dem großen Angebot den Überblick zu behalten, ist nicht einfach. Der harte Wettbewerb bringt aber auch Spielräume für die Käufer, die sich bei vielen Anbietern als König fühlen dürfen. Wir haben für sie die Situation am Markt unter die Lupe genommen. Zusätzlich finden Sie in einer Übersicht 32 aktuelle UL-Flugzeugmuster, die in Deutschland marktrelevant sind, auf einen Blick. Alle mit Bild, Kurzcharakteristik, wichtigen Daten und Preisen. Remos bringt neue Gemini 3 Auf der AERO will die Eschelbacher Remos Aircraft GmbH das Geheimnis um die neue Gemini 3 lüften. Wir bringen schon jetzt erste Fakten zu dem neuen Modell. Viele Elemente der Gemini 3 stammen vom Vorgängermodell, doch die neue Version bringt bessere Leistungen und ist wesentlich attraktiver. Neue SF-40-Version Vor allem schneller als der wenig erfolgreiche Vorgänger soll der neue SF 40C sein, den Scheibe Flugzeugbau in Dachau jetzt vorstellte. Weniger Spannweite und ein Rotax 912 anstelle des bisher verwendeten Sauer-Motors sollen der neuen Version zu 160 km/h Reisegeschwindigkeit verhelfen. Um trotz verringerter Flügelfläche die geforderten 65 km/h Mindestgeschwindigkeit zu erreichen, bekam das neue Modell Wölbklappen. Segelflugzeubau: Bewegung in der Branche? Segelfliegen mag an den absoluten Zahlem gemessen eine Randsportart sein. Die in Deutschland konzentrierte Segelflugzeugindustrie spielt allerdings mehr als ein Nischendasein. Zur wichtigsten Messe dieses Industriezweigs, zur AERO, gibt es eine Standortbestimmung. Bedeutung der Branche, die rund 1000 Arbeitsplätze bietet und zirka eine Viertel Milliarde Mark im Jahr umsetzt, und die Zukunft des Sports werden beleuchtet. AERO plus Kunst gleich aerokunst Was wäre die AERO ohne die kleine, aber feine Ausstellung aerokunst? Sylvia Hensler-Trinkhaus hat wieder ein glückliches Händchen bewiesen und im Namen des aerokurier (als Gastgeber dieser Ausstellung) namhafte Künstler nach Friedrichshafen eingeladen, die sich in ihren Werken mit Luftfahrtthemen beschäftigen. Neben einer sehr vielseitigen Ausstellung vom Zeppelin-Aquarell bis hin zu sich bewegenden, luftigen Skulpturen können die Besucher Künstlern während der gesamten AERO bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. AERO-Rahmenprogramm Mehr Aussteller als je zuvor nämlich 360 aus 21 Nationen haben sich für die AERO 97 in Friedrichshafen (23. bis 27. April) angemeldet. Sie stellen auf dem Messegelände in zehn Hallen sowie am Flughafen auf dem Freigelände aus. Zum täglichen Rahmenprogramm gehören Seminare, Vorträge und Workshops, organisiert und durchgeführt unter anderem vom DAeC, der AOPA und der DGLR. Am Wochenende gibt es auf dem Flughafen wieder eine Flugshow. |
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Last updated April 3, 1997