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11/1997 Ausgezeichnete Leistung Am 16.Oktober haben die beiden Luftfahrt-Zeitschriften der Motor-Presse Stuttgart, aerokurier und FLUG REVUE, zum vierten Mal die Aerospace Trophäe verliehen. In der brandenburgischen Landesvertretung in Bonn hat der Verlag mit der Trophäe 1997 Besatzungen der Luftfahrzeuge geehrt, die bei der Eindämmung der Flutkatastrophe im Oderbruch im Sommer 1997 unschätzbare Dienste geleistet haben. Stellvertretend für alle Crews, die im Einsatz waren, ehrten aerokurier und FLUG REVUE je eine Besatzung der Heeresflieger, des Bundesgrenzschutzes, der Luftwaffe und der Marine. Die Wirkung des Einsatzes geht weit über die direkte Bekämpfung der Flutkatastrophe hinaus. Die Eindämmung des Desasters hat in einem hohen Maße zum Zusammenwachsen von Deutschland Ost und Deutschland West beigetragen. Die Zusammenarbeit mit den polnischen Nachbarn hat das Schlagwort von einer gutnachbarlichen Beziehung mit Leben erfüllt. Nicht zuletzt haben die Luftfahrzeugbesatzungen in ihrem erfolgreichen Bemühen um eine Eindämmung der Naturkatastrophe quasi als Nebeneffekt sehr viel Sympathiewerbung für die gesamte Luftfahrt betrieben. Die Leistungen aller Crews beim Odereinsatz wurde mit der Verleihung der Aerospace Trophäe 1997 gewürdigt. Mit der de Havilland Beaver unterwegs Es gehört viel Begeisterung dazu, ein Oldtimer-Flugzeug am Leben zu erhalten. Vom Geld ganz zu schweigen. Der Schweizer Ivan Aeberli verfügt über beides. Ihm ist zu verdanken, daß es in unseren Breiten eine wunderschön restaurierte DHC-2 Beaver Mk 1 auf Schwimmern gibt. Horst von Saurma, flugbegeistert bis in die Knochen und im "normalen Leben" Journalist mit dem Spezialgebiet Sport- und Rennwagen, hatte die seltene Gelegenheit, in Aeberlis Beaver mitzufliegen. Er beschreibt, wie es sich anfühlt, in diesem bulligen Nutzflugzeug, das einen Teil seines Lebens im Vietnamkrieg verbrachte, die Alpen zu überqueren und die Kufen der mächtigen Floats auf dem Comer See aufs Wasser zu bringen. Bell 407: Flugspaß hoch vier Einer der weltweit größten Hubschrauberhersteller ist Bell Helicopter Textron (BHT) aus Fort Worth in Texas. Die beiden einmotorigen Turbinenhubschrauber Bell 206 B und L (JetRanger und LongRanger) sind Besteller. Nun aber erwächst den Klassikern Konkurrenz aus eigenem Hause: mit der einmotorigen Bell 407, die bei BHT in Mirabel, Kanada, hergestellt wird und über kurz oder lang in die Fußstapfen der 206-Serie treten wird. Der neue Hubschrauber entspricht dem Design des LongRanger, seine Kabine ist aber breiter und länger. Das absolut neue an der Bell 407 ist jedoch der Vierblatt-Rotor, der erstmalig an einem zivilen Leichthubschrauber von Bell Verwendung findet und das traditionelle Zweiblatt-System ablöst. Der Gewinn ist deutlich spürbar: sanfter, vibrationsarmer Flug, präzise und leichte Bedienbarkeit bei Zugewinn von Leistung. aerokurier-Testpilot Eduard Kus hat die Bell 407 bei der Teuto Air in Paderborn/Lippstadt geflogen. In seinem Pilot Report beschreibt er das Manövrieren mit der Bell 407 als wahren Genuß! 50 Jahre NBAA: Goldenes Jubiläum Selten war die Stimmung auf einer Messe für die Business Aviation so gut wie auf der NBAA in Dallas. Die National Business Aviation Association feierte ihr 50jähriges Bestehen, die Hersteller von Geschäftsreiseflugzeugen volle Auftragsbücher. Die anhaltend gute Wirtschaftslage in den USA mit Aktienkursen auf Rekordhöhen sorgt für eine Nachfrage nach Geschäftsreiseflugzeugen wie selten zuvor. Während die gute ökonomische Lage vor allem neue Kunden dazu bringt, sich Business Aircrafts zu beschaffen, sind es die jetzt verfügbaren neuentwickelten Flugzeugmuster, die bestehende Betreiber überzeugen, ihr altes Gerät gegen einen moderneren und leistungsfähigeren Jet einzutauschen. Die jährliche neu erstellte Prognose von AlliedSignal Aerospace übertrifft die Vorjahresvorhersage noch. Im Zeitraum zwischen 1997 und 2001 sieht AlliedSignal einen Bedarf von 2300 neuen Business Jets weltweit. Für den Zehnjahreszeitraum zwischen 1998 und 2007 sieht die Prognose gar den Absatz von 5300 Geschäftsreisejets mit einem Gesamtwert von 60 Milliarden Dollar. Die anderen Top-News der NBAA waren: Dassault untersucht Möglichkeiten für die Marktfähigkeit eines Überschall-Business-Jets / Cessna baut die Caravan jetzt mit 675-PS-Turbine / Learjet 45 hat FAA-Zulassung / Zulassung des SJ30-2 verzögert sich / Jet Squalus wird von Alberta Aerospace wiederbelebt / Einstrahler VisionAire Vantage erstmalig im Flug zu sehen / Piper baut Turboprop-Single Meridian auf der Basis der Malibu Einmot-Weltumrundung von Dieter Schmitt Er mußte 73 Jahre alte werden, um sich den sehnlichsten fliegerischen Traum zu erfüllen: Einmotorig allein die Welt zu umrunden. Dieter Schmitt hat 323 Flugzeugmuster geflogen, 353mal den Atlantik überquert und unfallfrei 23400 Flugstunden gesammelt. Ihm müßte eine Erdumrundung leicht von der Hand gehen. Falsch, denn vor den Erfolg haben die Götter nicht nur den Schweiß gesetzt, sondern ganze Gebirge von Hindernissen. Am Anfang stand eine mehr als kühne Idee: Dieter Schmitt überzeugte Mitte der 80er Jahre Daimler-Benz, das Triebwerk für ein von ihm entworfenes Höhenforschungsflugzeug DS-1 zu bauen. Das Flugzeug, ganz aus Kohlefaser gefertigt, erhielt einen Spezial-Dieselmotor mit vier Turboladern und einer Leistung von 680 PS. Die Prüfläufe des Motors, der dem Flugzeug eine Geschwindigkeit von 240 kts und eine rewichweite von 50000 km verlieh, waren abgeschlossen. Doch nach dem Verkauf des Dornier-Anteils bei Daimler wurde das Projekt abgeblasen. Die Idee der Erdumrundung in Rekordzeit gab Schmitt jedoch nicht auf. Nach drei Anläufen schaffte er es 1997, von Mannheim nach Mannheim zu fliegen, mit Stopps in Santa Maria, Bangor, Wichita, Long Beach, Honolulu, Majuro-Atoll, Guam, Balikpapan, Medan, Colombo, Bahrain und Malta. In 144 Stunden und 47 Minuten Flugzeit legte er 42700 km zurück und stellte - vorbehaltlich der Bestätigung durch die FAI - 15 Geschwindigkeitsweltrekorde auf. Gericht zu Neubiberg: Sonntagsflugverbot ist unzulässig Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat im Oktober ein Recht auf eine unbefristete Betriebsgenehmigung für den Sonderlandeplatz Neubiberg verneint. Aber er stellte auch fest: Viele Betriebsbeschränkungen sind nicht rechtens. Die gegenwärtige Betriebsgenehmigung des Sonderlandeplatzes Neubiberg läuft am 31. Dezember aus. Eine Alternative, ein Ausweichplatz, ist für Neubiberg nicht in Sicht. Der Fliegerclub München will deshalb alles daran setzen, vorerst noch in Neubiberg bleiben zu können. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes muß die Genehmigungsbehörde einige Beschränkungen für Neubiberg zurücknehmen: Das Sonntagsflugverbot, die Einschränkung des Samstagnachmittagsbetriebs auf zwei Starts und Landungen und die Beschränkung der Bewegungen mit nicht in Neubiberg stationierten Flugzeugen innerhalb der für die Werktage festgelegten maximalen Startzahl. Virtual Wings: Simulator für Power Macintosh Die TB 20 von CAT III Systems, Ottobrunn, ist von einer realen kaum mehr zu unterscheiden. Der PC-Simulator für VFR- und IFR-Training gleicht dem Original in der Instrumentierung und im Flugverhalten bis ins Detail. IFR-Verfahrenstrainer auf PC-Basis gibts reichlich, Virtual Wings ist jedoch mehr als nur ein weiterer für Macintosh-Rechner. Bei CAT III Systems hat man sich für den Virtual Wings "Flugsimulator" auf eine High-End-Single, die TB 20 mit Constant-Speed-Propeller, Einziehfahrwerk, HSI und zweiachsigem Autopilot (King KAP 150), beschränkt. Diese PC-Einmot ist dafür in einer bislang unbekannten Gründlichkeit in der Nachbildung der Hardware (Panel) wie des Flugverhaltens gelungen. Wird für die grafische Darstellung eine 3D-Beschleunigerkarte genutzt, erscheinen das TB-20-Panel und die Landschaft in hochgenauer 3D-Ansicht. Wer mit ihr auf einem ILS-Approach aus den Wolken kommt, erfährt tatsächlich die vorgewählte Welt mit 3 km Sicht und Dunst ganz so wie im wirklichen Leben und hat nicht plötzlich klar die Bahn vor Augen. Virtual Wings ist hinsichtlich der Leistung im Vergleich zu ähnlichen Simulatoren mit 249 Mark sehr preiswert (Cat III Systems, Tel.: 089-62989440). Wer Virtual Wings näher kennenlernen will, kann sich eine zeitlich befristete Demoversion (1.0) aus dem Internet (http://www.cat3.com) herunterladen. World Air Games mit EM-Motorkunstflug: Patrick Paris verteidigt EM-Titel Um die Europameisterschaft ging es für die Motorkunstflieger bei den World Air Games im September. Im türkischen Antalya verteidigte der Franzose Patrick Paris seinen Titel. Nach nur zwei Wertungsflügen, einer Kür und der Unbekannten Pflicht, stand das Ergebnis fest. Daß nicht mehr Durchgänge geflogen werden konnten, lag zum Teil an der schlechten Organisation des Wettbewerbes. Wie von Insidern schon vor dem Wettbewerb erwartet, standen zum Schluß dieser 11. Motorkunstflug-EM ausschließlich russische und französische Piloten auf den Siegertreppchen. Paris verwies den Russen Nicolai Timofeev und die französische Nachwuchshoffnung Eddy Dussau auf die Plätze. In der Damenwertung siegte überlegen die Russin Svetlana Kapanina vor ihren Mannschaftspilotinnen Elena Klimovich und Svetlana Lupanova. Das deutsche Team hatte mit dem Ausgang der EM wenig zu tun. Hinter dem Deutschen Meister Klaus Schrodt als 16, hielten sich Ulrich Pade, Heiner Prehn und Ludwig Hoffmann mit den Plätzen 21, 26, und 29 im Mittelfeld. Die chaotische Organisation dieser EM wird wohl noch die CIVA (Commission Internationale Voltige Aérienne) beschäftigen. 1999 wird die nächste EM voraussichtlich im spanischen Salamanca ausgeflogen. Eine endgültige Entscheidung hierüber wollte die CIVA Ende November treffen. Zur Ergebnisliste hier clicken. Wetterkunde: Wie wird aus Luft Wind? Wind hat erheblichen Einfluß auf die Flugdurchführung. Wenn man ihn zu seinen Gunsten ausnutzen kann, kommt man entweder schneller ans Ziel oder verlängert die Strecke, die man mit seinem Flugzeug zurücklegen kann. Wie Luftströmungen in der Atmosphäre entstehen, erklärt Manfred Kreipl in seinem Beitrag für den aerokurier-Praxisteil. Streßvorbeugung: Die Grenze der Belastung Wenn alle Systeme (die technischen und die menschlichen) gut funktionieren, der Sprit und das Wetter der Ausrüstung entsprechend sind, sind erfahrene Piloten im Cockpit kaum gefordert. Fallen aber eines oder mehrere Systeme aus, kommt bei der Problemlösung sofort der individuelle Streßpegel ins Spiel. Helga Kleisny beschreibt in ihrem Beitrag, wie man was gegen Streß unternehmen kann. Recht: Nicht mehr tauglich was nun? Das Urteil "fluguntauglich" muß nicht das Ende einer beruflichen Pilotenkarriere sein. Ein gesundes Mißtrauen des betroffenen Piloten gegenüber der Tauglichkeitsbescheinigung ist angezeigt, schreibt unser Autor, Dr. jur. Derk Eckart Janßen, Rechtsanwalt und Notar in Hannover. Unfall-Analyse: Phantom rammt UL Nahe des Militärflugplatzes Hopsten bei Rheine rammte Kampfflugzeug der Bundesweh ein Ultraleichtflugzeug vom Typ Aviasud AE-209 Albatros. Während die Piloten der F-4F Phantom ihre schwer beschädigte Maschine in Hopsten landen konnte (sie blieben unverletzt), hatte der Pilot des UL keine Überlebenschance, die linke Tragfläche des zweistrahligen Kampfflugzeugs durchtrennte das UL von schräg hinten im Cockpitbereich und zerlegte es in der Luft. Im Augenblick des Zusammenstoß befanden sich beide Flugzeuge in 2500 ft MSL; der UL-Pilot flog einen Kurs von 35°, die Phantom einen Kurs von 10°; sie näherte sich dem UL mit hoher Geschwindigkeit in einem für den UL-Piloten uneinsehbaren Winkel von 155° (von hinten rechts). Da die Sicht im Phantom-Cockpit auf dem vorderen Sitz durch die Flugzeugstruktur stark eingeschränkt ist, und der Luftraum nach vorn vom hinteren Sitz aus gar nicht eingesehen werden kann, geht die ermittelnde Flugunfalluntersuchungsstelle (FUS) beim Luftfahrt-Bundesamt davon aus, daß die beiden F-4F-Piloten das UL nicht rechtzeitig erkennen konnten. EV 97 Eurostar: Star oder Sternchen Als sportives UL mit guten Allroundeigenschaften präsentiert sich der Eurostar EV 97. Der tschechische Ganzmetall-Tiefdecker bietet Flugleistungen, wie man sie von einem VLA erwarten könnte. Als solches soll der Zweisitzer auch nach der UL-Zertifizierung zugelassen werden. Wir flogen den Prototypen, der bereits einen sehr ausgereiften Eindruck macht. Das Flugzeug ist eine Weiterentwicklung der Pottier P220. Eurostar-Hersteller Aerotechnik baute bisher in Kunovice Bausätze für die französischen Konstruktion und hat deren Schwachstellen ausgemerzt. Unser Fazit: Der Eurostar ist eher ein Star als ein Sternchen. Bis Ende des Jahres soll die deutsche UL-Zulassung erteilt sein. Erstflug: Remos G-3 Mirage Die Nachfolgerin der Remos Gemini, die G-3 Mirage, steht in der Flugerprobung. Am 20 September startete das neue Kunststoff-UL in Manching zum Erstflug. Testpilot Bernhard Greil zeigte sich nach den ersten Flügen begeistert von dem Handling des Schulterdeckers. Nachdem die Nachweisflüge so gut wie abgeschlossen sind, rechnet Remos Aircraft mit der Zulassung der G-3 Mirage möglicherweise noch im November. ULs bei den World Air Games: Gold für Korella/Altenkirch Heinz Korella und Jan Altenkirch heißen die Sieger der UL-Doppelsitzerklasse bei den World Air Games. Im türkischen Aydin erflogen sie sich im September unter schwierigen Bedingungen die Goldmedaille. Dabei hatte der Wettbewerb für die beiden Deutschen gar nicht gut angefangen. Um einer Disqualifikation zu entgehen, mußten sie erst einmal ihren Ikarus C-42 auf Wettbewerbsgewicht "abspecken", flogen dann aber kontinuierlich in der Spitzengruppe. Nicht so gut lief es für die anderen deutschen Teilnehmer. Hermann Jacob kam kam immerhin noch auf den vierten Platz. Einziges Trike-Team waren die wettbewerbserfahrenen Robert Mair/Dietmar Spekking, die in ihrer Klasse auf Rang acht flogen. Mitfluggelegenheit: Mit einer Stemme S10-VT in den Himalaja Eine Forschungsexpedition führt Ende dieses Jahres eine Stemme S10-VT in eine der eindrucksvollsten Gebirgslandschaften der Welt, in den Himalaja. Mit dem speziell ausgerüsteten, leistungsstarken Motorsegler werden in Nepal bis in Höhen von 10000 m Schadstoffmessungen vorgenommen. Die moderne Faserverbundkonstruktion hat eine Rüstmasse von nur 645 kg. Die maximale Startmasse Motorsegler sind auf 850 kg beschränkt beträgt für die S10-VT mit spezieller Zulassung 980 kg, so daß reichlich Ausrüstung mitgeführt werden kann. Unter jedem Flügel können zwei Außenbehälter angebracht werden. Diese enthalten die umfangreiche Sensorik für die Luftmessungen. Mit den am Leitwerk installierten Microcams (Kleinst-Videokameras) können die Flüge dokumentiert werden. Für die Meßkampagne wird die S10-VT noch im Herbst 1997 von Berlin nach Katmandu überführt. 8600 Streckenkilometer wird die S10-VT dann zurückgelegt haben. Gebraucht werden dafür voraussichtlich rund 38 Stunden. Bei der Forschungsexpedition sollen nicht nur professionelle Forschungsflieger in den Genuß der Ausflüge aufs Dach der Welt kommen. Es ist vorgesehen, daß Gastpiloten bei den Forschungsarbeiten mitmachen! Da geht es einmal um Mitflüge, es könnten aber auch Flüge nach eigener Planung zur Erforschung des noch ungenutzten Segelflugpotentials im Himalaja unternommen werden. Weitere Informationen gibt es bei der Firma Stemme (Tel. 03341-36120, Fax -311173). Pilot Report 304CZ: Die Glasflügel 304 wird wieder gebaut Das Datum des Erstflugs liegt weit zurück: 17 Jahre ist es her, daß die Glasflügel 304 zum Jungfernflug startete. Jetzt kann das Rennklasseflugzeug wieder geordert werden bei HPH in Kutna Hora/Tschechien. Siebzehn Jahre sind in der Segelflugzeug-Entwicklung eine lange Zeitspanne, selbst bei bescheidener Zählweise ist da ein großer Generationensprung einzuräumen. Die Glasflügel 304 allerdings hatte, als sie 1980 als Nachfolgerin der Mosquito auf den Markt trat, die Entwicklung schon in vielen Punkten vorweggenommen. Das kommt ihr noch heute zugute. Die 304 hat wenig von ihrer Aktualität eingebüßt, sie ist immer noch einRennklasseflugzeug, das kaum Wünsche offenläßt. Daß jetzt HPH in Kutna Hora, rund 80 km südöstlich Prag, das Muster neu in die Produktion nimmt, erscheint deshalb gar nicht so abwegig. Der Test hat gezeigt: Die 304 CZ von HPH ist ganz die alte, junggebliebene Glasflügel 304. Mit der 304 CZ gibt es für 64500 Mark (ab Werk) ein günstiges Neuflugzeug der Wölbklappen-Klasse. 1. WM der Weltklasse: Einsteiger fliegen den Cracks davon Das Wetter hatte es mit der 1. Weltmeisterschaft in der Weltklasse Mitte September in der Türkei nicht ganz so gut gemeint. Im Urteil der Teilnehmer ist die Monotyp-WM mit der PW-5 aber sehr gut angekommen. Das Rennen hatten nach sieben Wertungstagen mit Blauthermik und geringer Arbeitshöhe die Piloten gemacht, die sich über mehr als eine Saison auf die speziellen Erfordernisse eines Wettbewerbs mit einem Flugzeug so geringer Leistung vorbereitet hatten. Und das waren zwei Franzosen. Der Weltmeistertitel und die Siegprämie in Form einer fabrikneuen PW-5 ging an Frederic Hoyeau (36) vom AC Chartres, im Beruf Verkehrspilot. Zweiter wurde sein Landsmann Julien Henry (37), der 1995 französischer Meister schon einmal nur knapp an einem internationalen Titel vorbeigesegelt ist: bei der Europameisterschaft der Clubklasse in Landau. Dritter wurde Jesper Engstrom aus Schweden, bei der 1st Bavarian Open in Bayreuth war er kurz zuvor in der Standard-Klasse Vierter geworden. Als bester deutscher Teilnehmer kam Diether Memmert unter die ersten Zehn, er plazierte sich als Sechster. Bruno Gantenbrink wurde 14., Gudrun Haas, gesundheitlich und durch Technikpannen gehandicapt, 42. (Tabelle) 1st Bavarian Open in Bayreuth Ein ausführlicher Bericht findet sich auf der Website der WM 99 Schnupperkurs: Wettbewerb in Marpingen Speziell für Neulinge im Wettbewerbssegelflug gab es Ende Juli die Marpinger Segelflugwoche des Aero Club Saar. Bei den Einsteigern in den Wettbwerbssegelflug für manche war es auch erst der Einstieg in den Streckensegelflug ist die Veranstaltung gut angekommen. Viele wollen bei künftigen Wettbewerben und Landesmeisterschaften dabeisein. Mit modernen Selbststartern im Vergleich Es geht: Strecken- und Wettbewerbssegelflug können mit einem Familienurlaub unter einen Hut gebracht werden, ohne daß die Nichtflieger auf der Strecke bleiben. Das hat jetzt das zweite Stahringer Vergleichsfliegen mit eigenstartfähigen Segelflugzeugen gezeigt. Es konnte an allen Tagen geflogen werden, an sieben wurden Wertungen ausgeschrieben. Auch die erstrebte Bodenseeumrundung ist gelungen. Trotz der vielen und auch fordernden Flüge kamen ganz nach der Intention dieses Vergleichsfliegens die gemeinsamen Aktionen mit den Nichtfliegern nicht zu kurz. Das Feuerwerk vom Seenachtsfest in Konstanz, Baden, Grillen, eine abendliche Schiffahrt sowie gemeinsame Essen sorgten für ein schönes Rahmenprogramm. Eine Woche Sommerwetter und die Unabhängigkeit der Selbststarter ließen diese Stahringer Woche wieder zu einem schönen Erlebnis für alle Beteiligten werden. Wer Interesse hat, das dritte Stahringer Vergleichsfliegen mitzumachen, wendet sich an Klaus Hinkel, Tel.: 07032-24982, Fax: -23564 oder Hubert Lehr, Tel.: 07732-52383, Fax: -52311 Niedersachsen: Rennen rund um Rotenburg/Wümme Alles, wirklich alles war für diese Niedersachsen-Meisterschaften in Club-, Standard- und Rennklasse Mitte August in Rotenburg/Wümme zu erwarten aber nicht neun herrliche Wertungstage zu einer Jahreszeit, die eher dem Frühherbst zuzurechnen ist. Mit Schnittgeschwindigkeiten, die an fast allen Tagen über 100 km/h lagen, wurden Strecken zwischen 200 und 450 km mal kurz abgespult. Die 65 Teilnehmer erlebten einen wahrlich heißen Wettbewerb in Rotenburg/Wümme, nur 70 km von der Nordsee entfernt. Im bewährten Windenstart die neue Viertrommelwinde von Hoeck in Augsburg bestand hier ihren ersten Härtetest wurden in allen drei Klassen neun Wertungstage erflogen. (Tabelle) Blockmeisterschaften Rheinland-Pfalz/Saarland Zehn spannende Wertungstage gab es Mitte August bei den Blockmeisterschaften Rheinland-Pfalz/Saarland auf der Mönchsheide. Am Start standen 33 Piloten in drei Klassen (Club-, Standard-, Rennklasse), wobei die Doppelsitzerteams in der Standard-Klasse eingruppiert waren. Die Rennklasse war mit zwölf Flugzeugen am besten besetzt. In der Clubklasse waren im Schnitt 212 km zu fliegen, wobei die Spanne der Aufgaben von 133 km bis zu 298,8 km reichte. Die Standard-Klasse legte im Mittel der zehn Tage 224,8 km zurück, mit 172 km als kleinster und 335 km als größter Aufgabe. Der Rennklasse schließlich waren durchschnittlich 275 km aufgetragen, die Spanne reichte von 177 bis 355 km. Die Miniaufgaben waren dabei immer noch so herausfordernd, daß sie keineswegs von allen Teilnehmern erfüllt wurden. (Tabelle) Weitere Meldungen aus dem Segelflug unter anderem zur Europameisterschaft der Frauen und der Deutschen Meisterschaft der Junioren finden sich unter airSPORT. Editorial: Die Charterunternehmen investieren wieder Die jährlich durchgeführte Umfrage bei Executive-Charterunternehmen hat ergeben, daß die Business Aviation ihre Zukunft nur neutral einschätzt. 43,5 Prozent der befragten Unternehmen beantworteten die Frage nach den Zukunftsaussichten mit "positiv" oder "eher positiv". Im letzten Jahr lag diese Zahl noch 10 Prozent höher. 40,5 Prozent sehen ihre Zukunft neutral. Da aber 65 Prozent der Unternehmen, die den Fragebogen beantwortet haben, beabsichtigen, ihre Flotte in den nächsten zwölf Monaten zu vergrößern ist trotz der verhalten eingeschätzten Zukunftsaussichten die Bereitschaft der Unternehmen da, sich einzusetzen und zu investieren, um die Lage und die Zukunft der Unternehmen aktiv und positiv zu beeinflußen. Im vergangenen Jahr sagten nur 45 Prozent der Vercharterer, sie wollten ihre Flotte erweitern. Die Kunden werden es ihnen danken. Business Aviation ist mehr als ein Transportmittel Die Liste ist lang, prominent und bei weitem nicht vollständig: BASF, Bertelsmann, BMW, Burda, Deutsche Telekom, Duscholux, Flowtex, Krupp, Lego, Preussag, Quelle, Schöller, Viessmann, Vobis und Volkswagen sind nur einige zufällig ausgewählte Unternehmen, die entweder selbst ein oder mehrere Geschäftsreiseflugzeuge betreiben oder regelmäßige Nutzer der Business Aviation sind. Die Nutzung eines Geschäftsreiseflugzeugs geht weit über den reinen Transportzweck hinaus. Nur mit dem eigenen Flugzeug ist es möglich, nach dem individuell abgestimmten Flugplan schnell und sicher zu reisen. Geschäftsreisende, die mehrere weit auseinanderliegende Orte an einem Tag besuchen müssen, können dies nur mit dem eigenen Flugzeug. Ein Geschäftsreiseflugzeug spart Kosten, auch wenn die Anschaffungskosten für ein Neuflugzeug sehr schnell über die magische Grenze von über einer Million Dollar springen. Flugzeuge der Business Aviation liefern ihre Passagiere oder Fracht normalerweise näher an ihr Reiseziel, als das Airlines möglich ist. In Europa sind schätzungsweise 2000 Flugplätze für Geschäftsreiseflugzeuge nutzbar, während nur knapp mehr als 200 Flugplätze im Liniendienst von Airlines bedient werden. Viele Geschäftsreiseflugzeuge kommen mit Start- und Landebahnlängen von 1200 m und weniger aus. Besonders wurde dies nach der Wiedervereinigung in Deutschland deutlich. Die Infrastruktur des bodengebundenen Verkehrs war in einem katastrophalen Zustand. Den Flugzeugen reichte eine Landebahn, auch wenn sie häufig ebenfalls nicht internationalem Standard entsprach. Airliner als Business Jets: Noblesse oblige Wem die Super-Business-Jets Global Express und Gulfstream GV noch nicht "super" genug sind, für den halten Boeing und Airbus die Corporate-Versionen von 737 und A319 bereit."Was wir verkaufen, ist Raum", erklärt Borge Boeskov, President der neugegründeten Boeing Business Jets. Den Markt für den neuen BBJ schätzt er auf rund 600 Flugzeuge in den nächsten zehn Jahren. Von diesem Kuchen will sich Airbus mit der A319CJ, "CJ" steht für Corporate Jet, eine gehörige Portion sichern. Bei Nachteilen gegenüber GV und GEX in Sachen Geschwindigkeit und Reichweite, sollen A319CJ und BBJ ihre Vorteile in Sachen Platzangebot ausspielen. Die Betriebskosten sollen nur wenig höher liegen. Boeing und Airbus bieten die Super-Business-Jets für 32 und 35 Millionen Dollar "grün" an. Für die sogenannte Completion mit individueller Innenausstattung sind noch einmal sechs bis zehn Millionen Dollar fällig. Ein Teil dieser Dollars wird in Deutschland bei der Lufthansa Technik AG "hängenbleiben". Die Experten aus Hamburg, durch derartige Aufträge, vor allem aus dem Nahen Osten, auch an die im wahrsten Sinne des Wortes goldigsten Wünsche gewöhnt, werden sowohl die Business-Liner von Airbus als auch von Boeing ausrüsten. Satellitenkommunikation: Büro über den Wolken Telefonieren, faxen, Daten via Internet austauschen: Satellitenkommunikation macht den Business Jet zum fliegenden Büro. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Geschäftsreisende im Flugzeug nicht mehr erreichbar war. Das neue Inmarsat Aero-I-System öffnet die Satellitenkommunikation jetzt auch für leichte und mittlere Business Jets. Gegenüber dem bisherigen Aero-H-Standard können leichtere Geräte und Antennen verwendet werden. Die Marktführer Rockwell Collins und Honeywell/Racal haben sich bereits mit neuen Gerätegenerationen auf den Aero-I-Standard eingestellt, der im Frühjahr 1998 zugelassen werden soll. Steuerliche Einordnung von Geschäftsflugzeugen Vor der Anschaffung eines Geschäftsreiseflugzeugs muß sich ein Unternehmen nicht nur Gedanken über operationelle Belange machen, sondern auch über die rechtliche und steuerrechtliche Einordnung des neuen Transportmittels. Welche Möglichkeiten es gibt, zeigt Dr. Heinz Schäfer.Die Vorteile eines Geschäftsreiseflugzeugs für ein Unternehmen liegen auf der Hand: Jederzeitige Verfügbarkeit, zeitliche Unabhängigkeit, Zeit- und damit Kostenersparnis, verbesserter Kundenkontakt und -service. Was ist aber mit den aus dem Betrieb eines Luftfahrzeugs naturgemäß entstehenden Haftungs- und steuerlichen Risiken? Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Durch eine richtige und steuerrechtlich optimierte Gestaltung der Einbindung des Geschäftsflugzeugs können Haftungs- und steuerliche Risiken minimiert werden. Darüberhinaus ergeben sich interessante steuerliche Aspekte. Advanced AIS: Serviceerweiterung bei der DFS Flugvorbereitungen beanspruchen, besonders wenn sie über Europa hinausführen, viel Zeit. Werden Destinationen nicht regelmäßig angeflogen, wie dies bei Geschäftsfliegern und Air-Taxi-Unternehmen häufig der Fall ist, sind zeitaufwendige Recherchen notwendig. Es gilt Antworten auf vielfältige Fragen zu finden. Welches ist die kürzeste Route? Ist die kürzeste auch die kostengünstigste in puncto Überfluggebühren? Wo bekomme ich Benzin? Über wen erhalte ich die erforderlichen Einflug-, Überflug- und Landegenehmigungen? Gibt es Airspace-Restriktionen? Wer wird vor Ort das Handling übernehmen? All diese Fragen können nur von erfahrenen Profis befriedigend in angemessener Zeit beantwortet werden. Wer keine Erfahrung hat und nicht die richtigen Ansprechpartner kennt, quält sich mehr recht als schlecht durch die Flugvorbereitung. Der Ausweg aus dem Dilemma? Man gibt die Planung an eine jener Firmen ab, die sich auf Flugvorbereitungen spezialisiert haben. Die Zahl dieser Firmen ist seit August größer geworden. Am GAT des Münchner Flughafens hat die DFS eine sogenannte Advanced-AIS-Stelle eingerichtet. Bei ihr kann man Flugvorbereitungen jeglicher Art in Auftrag geben. Die dabei berechneten Kosten halten sich in vertretbaren Grenzen. Vorteil der "Münchner" ist, daß sie aus ihrer eigentlichen AIS-Arbeit beste Kontakte in der ganzen Welt haben. Planungen von Flügen, die zu ausgefallenen Destinationen führen, sind deshalb beim AAIS in guten Händen. Erreichbar ist das AAIS unter 089/9780-471/-472. Für weiterreichende Kontakte stehen eine Faxnummer und E-mail-Anschrift zur Verfügung. Erfolgs-Duo: Reisebüro plus Charterunternehmen Wohl einmalig ist die Kombination von Reisebüro und Luftfahrtunternehmen, die das Lufthansa City Center in Mannheim mit einem Executive-Charterunternehmen verbindet. Viele Reisebüros und Firmenreisestellen enthalten ihren Kunden ein wichtiges Transportmittel vor. Da für sie häufig Executive-Charterunternehmen ein Buch mit sieben Siegeln sind, kommen Sie nicht auf die Idee, ihren Geschäftspartnern die Nutzung eines Geschäftsreiseflugzeugs vorzuschlagen, auch wenn es für die Kunden Vorteile hätte. Diese Erfahrung mußte auch Werner Rettig aus Mannheim machen, der zusammen mit einem Partner Inhaber der Globus Reisedienst GmbH ist. Rettig sah eine Angebotslücke in Mannheim, denn kein Luftfahrtunternehmen bot bis dahin Jetcharter ab Mannheim an. Rettig, der selbst Scheininhaber ist, spielte mit der Idee, ein Luftfahrtunternehmen als Ergänzung zum Reisedienst zu gründen, begann zu rechnen und realisierte die ihm anfangs verwegen erscheinende Idee. Er suchte nach einem geeigneten Flugzeug und fand es in Form einer guten gebrauchten Cessna Citation II. Die Mitarbeiter des Reisebüros mußten sich weiterbilden, um das neue Angebot fachgerecht den Kunden zu offerieren. Sie haben Flugplanungssoftware auf ihrem Computer, die ihnen die wahrscheinlichen Flugzeiten zu den gewünschten Zielen berechnet. Die Kunden bekommen einen Preis genannt, der sämtliche Gebühren (Lande-, Abstell-, Eurocontrolgebühren) bereits enthält. Branchenspiegel Vercharterer von Business-Fluggerät in Deutschland, Österreich und der Schweiz |
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Last updated October 27, 1997