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aerokurier 5/1998
aeTi598.JPG (36939 Byte)Editorial GPS: Zurück zur Realität Pilot Report Diamond Aircraft DA 40: Willkommen im Club / Business Aviation EBAA-Konferenz in Brüssel  / Messen ILA ’98 im Steigflug: Mehr Aussteller, mehr Ausstellungsfläche, Alle Wege zur Messe, Booklet: Flugzeuge auf der ILAMagazin Wettbewerbs-Motorkunstflug 1998: Eine wunderbare Sucht, Kunstflug-Termine 1998, Mehr Übersicht durch Terminal Charts, "take off" vor dem Start, Zwei "echte" Räder in der Cessna, Weniger Tote bei Flugunfällen / Reise Auf den Spuren von Antoine de Saint-Exupéry / Luftfahrtgeschichte 50 Jahre Luftbrücke: "Hurra, wir leben noch!" / Flying Rekordfahrt mit Breitling Orbiter 2 / Praxis CVFR-Schulung: Das kleine IFR, Wetterbedingte Flugunfälle / Teil II, aerokurier-Extraservice: Landen zum Nulltarif / Ultraleicht Pilot Report: TL 96 Star, UL-Szene in Tschechien: Prager Frühling, Neuer Chef beim LSG-B / Segelflug Neuer Renner für die Standard-Klasse, Scheibe SF-25A: Frischzellen für den A-Falken, Klassenrekorde: Bestleistungen, aber vergleichbar, Eigentlich keine Frage: Pinkeln oder nicht pinkeln?, Jahr der Meisterschaften: Deutschland vor der WM, Nach Rieti zum Leistungstraining, Fuentemilanos 1998 ohne Segelflugschule Oerlinghausen


EDITORIAL

GPS: Zurück zur Realität

Die FAA korrigiert ihre Ausrichtung im Umgang mit der Satellitennavigation. Strebte die FAA bislang an, sich langfristig ausschließlich auf GPS zu stützen und die bodengebundenen Systeme abzuschaffen, so überdenkt sie diese Position wieder. Der Bericht einer US-Kommission zum Schutz von nationaler Infrastruktur hat tiefe Besorgnis darüber geäußert, daß die gesamte amerikanische Luftfahrt nur noch von einem einzigen System abhängig sein sollte. Die Kommission hat starke Bedenken gegenüber GPS als alleinigem Navigationssystem, weil GPS als militärisches System konzipiert ist. Die zivile Nutzung ist nur ein Abfallprodukt. Eine Katastrophe ist das jetzige Nachdenken der FAA nicht. Noch existieren VOR/DME, und noch ist Loran nicht abgeschaltet. Als Back-up-Systeme der Zukunft können sie selbst mit dramatisch reduziertem Aufwand nützlich sein. Außerdem bleibt genügend Zeit, über andere Back-up-Systeme nachzudenken. Die Gedankenspiele der FAA gehen von einer Prämisse aus: Die Zukunft der Navigation heißt Satellitennavigation per GPS.

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PILOT REPORT

Diamond Aircraft DA 40: Willkommen im Club

Diamond Aircraft fertigt in Kürze nicht mehr nur im österreichischen Wiener Neustadt den Motorsegler Super Dimona und in London, Ontario, das VLA-Flugzeug DA 20 Katana. Im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befindet sich auch ein Viersitzer, die DA 40. Ende vergangenen Jahres war der erste Proof-of-Concept-Prototyp des Tiefdeckers, der sich aus der Katana ableitet, zu seinem erfolgreichen Erstflug gestartet. Bis Anfang April konnte die Maschine 50 Stunden Flugerfahrung sammeln. Seit Mitte April wird sie in der Flugerprobung von einem zweiten Prototypen unterstützt. Während sich die sogenannte V1 eines 115 PS starken Rotax 914 bedient, kommt in der V2 ein 125 starker Conti-Einspritzer IO-240 zum Einsatz.

Mit dem Conti IO-240 dürften etwa vergleichbare Leistungen erwartet werden. Seine Höhenleistung wird aber gewiß schwächer ausfallen. Angeboten werden soll darüber hinaus auch eine DA-40-Version, die mit einem IO-360er Motor ausgestattet ist. Ob der Hersteller Lycoming oder Continental heißt, ist momentan noch offen. Offen ist auch noch, ob es letztendlich die Version mit dem Rotax 914 geben wird. Diamond Aircraft will dem Kunden die Entscheidung überlassen.

Ab Mitte nächsten Jahres soll die DA 40 zu VFR-Endpreisen zwischen 278 400 (Rotax 914) und 319 000 Mark (IO-360) zu haben sein.

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BUSINESS AVIATION

EBAA-Konferenz in Brüssel

Die 4. EBAA-Konferenz Anfang April zeigte die Herausforderungen, denen sich die Geschäftsluftfahrt in Europa stellen muß. Sie machte aber auch deutlich, daß noch lange nicht alle Betroffenen an einem Strang ziehen wollen.

Weltweit sind nach Angaben der European Business Aviation Association (EBAA) 18200 Geschäftsreiseflugzeuge registriert. 2051 dieser Flugzeuge sind in Europa stationiert. Wegen des Zulaufs von neuen Flugzeugen verschärfen sich die Probleme in Europa, und ein Verdrängungswettbewerb auf den Flughäfen macht sich breit. Als größte Herausforderung für die Business Aviation hat die EBAA die beschränkte Zahl der Anflüge an größeren Flughäfen ausgemacht. Für einige Operators sei der Zugang zu Airports nicht eine Frage der guten Anbindung, sondern eine Frage des langsfristigen Überlebens.

Deshalb will sich die EBAA für eine Neudefinition der Business Aviation einsetzen, die sich dann von der General Aviation abgrenzen würde. Von einer Slotvergabepraxis für internationale Airports per Auktion, wie sie von der Europäischen Gemeinschaft angedacht wird, hält die EBAA nichts.

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MESSEN

ILA ’98 im Steigflug: Mehr Aussteller, mehr Ausstellungsfläche

Die ILA wird in diesem Jahr die größte Luftfahrtmesse in Deutschland sein. Sie ist ein Schaufenster und eine wichtige Werbeveranstaltung für die Luft- und Raumfahrt, da sie das Medien- und das allgemeine Interesse auf sich zieht. Bundespräsident Roman Herzog wird sie am 18. Mai eröffnen. Zum Redaktionsschluß dieses Heftes waren mehr Aussteller gemeldet als zum vergleichbaren Zeitpunkt vor der letzten ILA.

Eines der großen Themen ist das 50. Jubiläum des Beginns der Berliner Luftbrücke. Entsprechend wird die optische Dominanz der militärischen Transportflugzeuge sein, die sich zu einem Transporter-Fly-in mit aktuellen und historischen Flugzeugen einfinden. Die Allgemeine Luftfahrt und die Business Aviation verstecken sich nicht, sie stellen mehr als die Hälfte der gemeldeten Fluggeräte, darunter einige Neuheiten. Trotzdem wird die ILA für die Allgemeine Luftfahrt nicht den Stellenwert der AERO in Friedrichshafen bekommen.

Besonders stark vertreten werden die Hubschrauber sein, unter anderem ist das 1:1-Modell des Kipprotorflugzeugs Bell 609 angekündigt. Die ILA ist eine der wenigen Luftfahrtmessen, die man mit dem eigenen Flugzeug erreichen kann. Leider wird auch in diesem Jahr eine Slotregelung greifen und die selbstfliegenden Besucher in ein Zeitkorsett zwängen. Aber einen Besuch dürfte die ILA 1998 unbedingt wert sein.

Alle Wege zur Messe

Wer mit dem Flugzeug zur ILA ’98 nach Berlin-Schönefeld möchte, muß auch in diesem Jahr wieder einen Slot (ein Zeitfenster) für An- und Abflug beantragen. Das Büro der zentralen Koordinierungsstelle (ZEKO) erteilt die VFR-Genehmigungen per Telefon (030-6091-8750) oder Fax (030-6091-8751), für IFR-Flüge: Tel.: 030-6091-8760/8764. Parken können die Maschinen gleich neben dem Ausstellungsgelände auf einem eigens für die Dauer der ILA eingerichteten Vorfeld. Drehflügler erhalten eine eigene An- und Abflugroute.

Für Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, stehen zahlreiche Bus- und Bahnverbindungen direkt bis zum Ausstellungsgelände zur Verfügung. Auf den drei ILA-Shuttlebus-Routen A, B und C werden die Besucher kostenlos befördert.

aerokurier compact (14197 Byte)Booklet: Flugzeuge auf der ILA

Als Zugabe zur aerokurier-Ausgabe Mai gibt es ein kleines Zusatzheft (Booklet), in dem auf 40 Seiten die Flugzeuge der ILA im Bild und mit den wichtigsten Daten vorgestellt werden. Das Booklet eignet sich insbesondere als Begleiter für den Messebesuch. Wenn Ihnen diese aerokurier-Ausgabe mit dem Booklet fehlt, können Sie sie per e-mail nachbestellen.

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MAGAZIN

Wettbewerbs-Motorkunstflug 1998: Eine wunderbare Sucht

Kunstflug ist Flugsport pur. Nachdem zu Beginn der neunziger Jahre die Gemeinde der sportlich ambitionierten Motorkunstflieger in Deutschland aus 10 bis 15 Enthusiasten bestand, ist die Zahl derer, die auf Wettbewerben gegeneinander antreten, heute etwa zwei- bis dreimal so groß. Zur Deutschen Meisterschaft 1997 hatten sich 38 deutsche Piloten angemeldet.

Die regelmäßig und nach einem festen Reglement ausgetragenen Wettbewerbe tragen dazu bei, daß immer mehr Piloten Linien und Winkel fliegen. Bei den Aerobatikern kennt jeder jeden, das ist ein Vorteil einer relativ kleinen Gruppe. Als Nachteil zeigt sich, daß die Organisation der sportlichen Ereignisse auf den Schultern von wenigen Personen lastet.

Ebenso wichtig ist die tatkräftige Unterstützung der Helfer bei Trainingslagern und Wettbewerben. Aus ganz Deutschland kommen sie zusammen, um für eine oder zwei Wochen zu einer großen Familie zu werden, die auf dem Flugplatz, quasi unter dem Flügel der eigenen Maschinen, campiert.

Was treibt diese Menschen dazu, und was verbindet sie? Vor nunmehr zwanzig Jahren hat es der mehrmalige US-Kunstflug-Champion und Weltmeister Leo Loudenslager auf seine Laser 200 geschrieben: Beautiful Obsession. Frei übersetzt heißt das: Eine wunderbare Sucht.

Kunstflug-Termine 1998
11. bis 14. Juni: Hessische Meisterschaft im Motorkunstflug in Lauterbach
25. Juli bis 2. August: EM Motorkunstflug in Murska Sobota, Slowenien
10. bis 23. August: WM Motorkunstflug in Trencin, Slowakei
9. bis 13. September: DM Motorkunstflug in Großenhain

Mehr Übersicht durch Terminal Charts

Wegen der neuen Luftraumstruktur und der Neugestaltung des Luftraums über Stuttgart hat das Büro für Nachrichten für Luftfahrer (NfL) bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) eine Terminal Chart kreiert. Die Faltkarte ist Bestandteil der AIP VFR (Blatt Stuttgart) und enthält zusätzlich zu den Informationen auf der ICAO-Karte detaillierte Informationen in größerem Maßstab über Topographie und Besonderheiten des Luftraums mit allen Grenzen, Höhenangaben, Meldepunkten, Hindernissen und Frequenzen. Hinweise auf die Terminal Charts Berlin und Stuttgart (in Kürze soll Köln/Düsseldorf dazukommen) befinden sich am unteren Rand der neuen ICAO-Karten ’98.

"take off" vor dem Start

"take off" heißt die neue Luftfahrtmesse im Norden. Sie findet vom 7. bis 10. Mai in Münster (Halle Münsterland) sowie auf dem Flugplatz Münster-Telgte statt. Alle Sparten der Luftfahrt werden sich darstellen, vom Ballonfahren, Fallschirmspringen über Segelflug, Ultraleichte bis hin zu leisen Antrieben, Modellen, Hubschraubern und Geschäftsreiseflugzeugen. Samstag starten wie zu alten Montgolfiade-Zeiten Heißluftballone, und am 9. und 10. Mai wird es in Telgte auch interessante Flugvorführungen geben.

Zwei "echte" Räder in der Cessna

Die unbefriedigende Lösung, nach der Landung auf einem Flugplatz mit einem wenig flexiblen und unbequemen Klapprad auf Tour gehen zu müssen, hat den Diplom-Informatiker Stefan Hahn dazu bewogen, eine Alternative zu entwickeln. Er zerlegt zwei echte, ausgewachsene Fahrräder und packt sie ins Gepäckfach seiner Cessna 177. Da bleibt sogar noch Platz für Passagiere oder Gepäck auf dem Rücksitz. Mit Inbusschlüssel und ein paar Handgriffen sind die Räder in drei Minuten einsatzbereit. Mit 28 Zoll und 24 Gängen läßt sich die Umgebung von Rothenburg ob der Tauber viel entspannter per Rad erkunden.

Weniger Tote bei Flugunfällen

Weniger Tote und weniger Flugunfälle mit zivilen, deutsch-zugelassenen Luftfahrzeugen im In- und Ausland meldet die Flugunfalluntersuchungsstelle (FUS) beim Luftfahrt-Bundesamt für das Jahr 1997. Die Zahl der Gesamtunfälle sank von 539 im Jahr ’96 auf 523, die Zahl der Toten von 107 auf 89.

Klarer Unfallschwerpunkt ist nach wie vor der Einflug in schlechtes Wetter. Großen Anteil am Unfallgeschehen hatten 1997 aber erstmalig auch die Ballonfahrer. Während sich im Vorjahr kein tödlicher Unfall ereignete, mußten 1997 fünf Tote bei zwei tödlichen Unfällen verbucht werden. Die erfreulichste Bilanz verzeichnen die Helikopter. Hier sank die Zahl der Unfälle von 21 auf 13, und von acht auf zwei Todesopfer.

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REISE

Auf den Spuren von Antoine de Saint-Exupéry

Als einzige deutsche Pilotin flog Barbara Friedenberg auf einer Piper Navajo bei der 15. Rallye Aéropostale in den Senegal mit. Das fliegerische Großereignis findet jedes Jahr im Oktober statt und ist eine Hommage an die ehemaligen Postflieger, die Anfang bis Mitte des Jahrhunderts von Toulouse über Spanien, Marokko und Mauretanien unter meist abenteuerlichen Bedingungen in den Senegal flogen. Der berühmteste unter ihnen war Antoine de Saint-Exupéry. Auf seinen Spuren nahmen 26 Maschinen an der Rallye teil. Neben fliegerischen Aufgaben, wie Zeitüberflüge und Ziellandungen, mußten die Teilnehmer auch viele Fragen zur Aéropostale und zum Leben von Saint-Ex zu beantworten wissen.

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LUFTFAHRTGESCHICHTE

50 Jahre Luftbrücke: "Hurra, wir leben noch!"

50 Jahre Luftbrücke ist das große Sonderthema der ILA ´98. Die beispiellose Aktion verknüpft Berlin enger mit der Luftfahrt als jede andere Stadt.

462 Tage dauerte die Berliner Luftbrücke, die größte humanitäre Lufttransportaktion der Geschichte. Als sie am 26. Juni 1948 begann, ahnte wohl niemand, daß an ihrem Ende über 2,3 Millionen Tonnen Hilfsgüter in das von den Sowjets eingeschlossene Berlin transportiert sein würden. Am Ende stand die Aufgabe der Blokade Berlins. Am 12. Mai 1949 rollten wieder die ersten Lastwagen und Güterzüge, viele mit der Aufschrift: "Hurra, wir leben noch!"

Lesen Sie selbst die aufregende Geschichte der Luftbrücke und mit welchen Schwierigkeiten die Organisatoren unter dem amerikanischen General Lucius D. Clay zu bewältigen hatten.

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FLYING

Rekordfahrt mit Breitling Orbiter 2

Neun Tage dauerte die Fahrt des Heißluft-Gas-Ballons "Breitling Orbiter 2". Der Versuch, mit dem riesigen Ballon im schnellen Jetstream um die Welt zu fahren, war zwar gescheitert, doch die drei Piloten Bertrand Piccard, Wim Verstraeten und Andy Elson hatten einen 10000-km-Nonstop-Rekordflug geschafft. Gestartet waren sie in Château d’ Oex in der Schweiz. Die Landung erfolgte in einem kleinen burmesischen Dorf. Durch die Verzögerung der Chinesen bei der Überfluggenehmigung war der Ballon mit Druckkabine aus der idealen Windströmung geraten, die auf der Nordhalbkugel nur in den Wintermonaten Geschwindigkeiten bis zu 400 km/h erreicht.

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PRAXIS

CVFR-Schulung: Das kleine IFR

Die CVFR-Ausbildung wird derzeit nachgefragt wie lange nicht mehr. Grund dafür: Piloten befürchten, daß sie ihren nationalen PPL-A ohne CVFR-Berechtigung nicht in eine europäische Lizenz umgeschrieben bekommen.

CVFR-Gebiete und damit auch die CVFR-Berechtigung sind eine ureigene Erfindung der deutschen Luftfahrtadministration. Andere Länder kennen sie nicht. Für eine CVFR-Ausbildung sind mindestens zehn Flugstunden und für die Nachtflugausbildung mindestens fünf Flugstunden vorgeschrieben. Die fliegerische Ausbildung für diese beiden Berechtigungen kann kombiniert werden. Die CVFR-Flugausbildung kann auch nächtens durchgeführt werden. Aber die vorgeschriebenen Mindestzahlen der Flugstunden (zehn plus fünf ) muß erreicht werden.

Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen sind hierfür günstig, können 15 Stunden "Nachtflug" zu einem bleibenden, überragenden fliegerischen Erlebnis werden, auch wenn man zuvor nicht die gleichnamige Novelle von Saint-Exupéry gelesen hat. Voraussetzung für den Eintrag der Nachtflugberechtigung, für die keine Prüfung erforderlich ist, ist allerdings der erfolgreiche Erwerb der CVFR-Berechtigung, für die allerdings sowohl eine schriftliche als auch eine Flugprüfung, erforderlich sind.

Wetterbedingte Flugunfälle / Teil II

Für den Zeitraum von 1994 bis ‘96 fertigte der Deutsche Wetterdienst für eine Reihe von wetterbedingten Flugunfällen Analysen. Das tragische Fazit: Alle Unfälle waren vermeidbar.

Besonders auffallend ist die hohe Zahl an Unfällen im Zusammenhang mit tiefen Wolken. Bei diesen Unfällen ist neben dem Unterschreiten der Sicherheitsmindesthöhe der räumliche Orientierungsverlust nach Einflug in Instrumentenflugbedingungen eine wesentliche Unfallursache. Die Unfälle werden in Kurzform dargestellt.

aerokurier-Extraservice: Landen zum Nulltarif

Unsere Aktion für mehr Landepraxis und damit mehr Flugsicherheit geht wieder los. Mehrere tausend Landungen gingen im vergangenen Jahr auf das Konto der Aktion. In diesem Jahr wollen wir gemeinsam mit Ihnen das tolle Ergebnis noch übertreffen.

Den Anfang machen Schleswig-Kropp, Haßfurt und - erstmals ist ein ausländischer Platz dabei - das österreichische Wels.

Nutzen Sie die Gelegenheit, mit dem aerokurier-Coupon in der Tasche diese Plätze im Mai kostenlos anzufliegen.

Wenn auch Sie ihren Flugplatz durch die Aktion Landen zum Nulltarif bekannt machen wollen, melden Sie sich ganz einfach in der Redaktion aerokurier bei Heiko Müller, Tel. 0228/9565-222.

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ULTRALEICHT

Pilot Report: TL 96 Star

Die TL 96 Star soll der erste Kunststoff-Tiefdecker der UL-Klasse auf dem deutschen Markt werden. Wir haben den Prototypen in Tschechien für Sie geflogen.

TL Ultralight, dem tschechischen Branchenprimus, scheint mit dem neuen Flugzeug ein guter Wurf gelungen zu sein. Schon der Prototyp macht am Boden und in der Luft eine gute Figur. Flotte Reiseleistungen und gute Langsamflugeigenschaften zeichnen den Zweisitzer aus. Allerdings erreichte der Prototyp, den wir bei unserem Test mit einem Festpropeller flogen, nicht ganz die versprochenen Geschwindigkeiten jenseits der 200-km/h-Marke. Das soll sich jedoch mit einem für die Serie vorgesehenen Verstellprop ändern.

UL-Szene in Tschechien: Prager Frühling

Als kleine, aber für UL-Interessenten höchst interessante Ausstellung entpuppte sich die Luftsportmesse in Prag vom 19. bis 22. März.

Fast alle Firmen, die in der höchst expansiven tschechischen UL-Szene einen Namen haben, zeigten ihre Produkte. Für Sie haben wir uns umgesehen, was der deutsche Markt aus dem Nachbarland künftig zu erwarten hat.

Neuer Chef beim LSG-B

Rainer Hüls (54) ist der neue Leiter des Luftsportgeräte-Büros beim DAeC. Zum 1. Mai tritt er die Nachfolge von Willi Molderings an. Hüls bringt langjährige Erfahrung aus der Luftfahrt und Luftfahrttechnik mit. Als Privatpilot besitzt er den PPL-A, -B und -C inklusive Kunstflugberechtigung.

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SEGELFLUG

Neuer Renner für die Standard-Klasse

Der Discus-2 fliegt. Das neue Standard-Klasse-Flugzeug von Schempp-Hirth absolvierte am 3. April seinen erfolgreichen Erstflug. Es kommt als völlig eigenständige Neuentwicklung (Foto).

Der Nachfolger ist dem neuen Discus nicht anzusehen. Nur wenig erinnert von der äußeren Gestalt an den Vorgänger, um so mehr dagegen an die modernen Schwestermodelle der anderen Klassen, an den Ventus und Duo. Ganz Schempp-Hirth-typisch pfeilt die Flügelvorderkante zurück, der Außenflügel biegt sich zweifach und beinahe schon extrem auf. Der neue Discus kommt mit dem Flügel aus der Form, zu der sich andere vogelgleich erst im Flug aufbiegen.

Und so fliegt er auch. Das überschwengliche Lob von Schempp-Hirth-Geschäftsführer und Projektleiter des Konstruktionsteams Tilo Holighaus, der den Erstflug am 3. April in turbulentem Schauerwetter auf der Hahnweide absolvierte, kann nach einem ersten Kennenlernen im immer noch unsteten Aprilwetter der Folgewoche bestätigt werden. Im Discus-2 wird jede Luftbewegung spürbar, und selbst kleinsten Aufwindströmen läßt sich unvergleichlich wendig folgen. Die Wendigkeit entspricht der eines modernen Rennklasseflugzeugs. Man kommt auf Anhieb mit ihm zurecht: Die Ruder sind gut abgestimmt und leichtgängig. Das Steuern erfolgt aus dem Handgelenk.

Scheibe SF-25A: Frischzellen für den A-Falken

Die Motorfalken von Scheibe gehören einfach zum Bild auf deutschen Flugplätzen. Kein Wunder: Mittlerweile ist es 36 Jahre her, daß die ersten A-Modelle der bis heute kontinuierlich gebauten SF-25-Reihe ausgeliefert wurden. Und die A-Falken sind immer noch aktuell. In Borken erfreut sich solch ein Exemplar einer neuen Jugend. Ludger Kasperek betreibt diesen inzwischen einen auf modernen Stand gebrachten A-Falken "D-KART", Baujahr 1965.

Das Flugzeug stammt aus der ersten Serie von 57 Exemplaren, die von 1962 bis 1967 in Dachau gebaut und mit Zweitaktmotoren ausgerüstet wurden. Von diesen "Vorläufern" fliegen allein in Deutschland noch zwölf, 13 weitere warten noch auf ein Wiedererwachen. Im Ausland existieren noch 18 A-Falken, von denen zehn zugelassen sind, einer davon in Anyang/China.

Klassenrekorde: Bestleistungen, aber vergleichbar

Weltrekorde sind ein guter Gradmesser für die Leistungsfähigkeit eines Sports. Im Segelflug dürfen deshalb Welt- und auch deutsche Rekorde überall auf der Erde erflogen werden. Aber was kann bezogen auf ein Land erreicht werden? Diese Frage beantwortet die Liste der Deutschen Segelflug-Klassenrekorde.

Bestleistungen sind immer eine zweischneidige Sache. Bewunderung ist sicher die erste Reaktion, die sie auslösen. Sie sind aber auch schnell Anlaß zur Mäkelei. Wer Weltrekorde aufstellen will, muß einen immensen finanziellen und zeitlichen Aufwand treiben. Als Startorte kommen nur bevorzugte Regionen in Australien, Neuseeland, Südafrika und den USA in Frage. Für Deutsche Rekorde wird bald wieder ähnliches gelten, wenn die wenigen "weißen Flecken" nach Einführung der neuen Klasseneinteilung besetzt sind (siehe auch aerokurier 3/98: "Die große Chance: Rekorde in Deutschland"). Den dann erforderlichen Aufwand können nur ganz wenige treiben. Und was in Deutschland unter den hier vorherrschenden meteorologischen Bedingungen mit einem Segelflugzeug einer bestimmten Leistungskategorie machbar ist, das zeigen diese Rekordlisten nicht. Die Liste der Deutschen Segelflug-Klassenrekorde zeigt, wo der Segelflug in Deutschland steht.

Maximal zehn Leistungen kann eine Rekordkategorie aufführen, es sind jeweils fünf Klassen für Frauen und Männer. Maximal sind damit 90 Einträge möglich, 17 sind bis dahin noch offen. Minimalleistungen sind nicht vorgegeben.

Eigentlich keine Frage: Pinkeln oder nicht pinkeln?

Flüssigkeitsaufnahme und -abgabe sind im Segelflug immer wieder ein Problem. Denn eine volle Blase kann mehr als eine Unbehaglichkeit darstellen. Der amerikanische Langstreckenspezialist, Weltrekordpilot und WM-Teilnehmer Karl Striedieck hat mit seiner Frau Iris Lösungen erarbeitet. Man muß sich nicht länger mit lästigem Harndrang konfrontieren lassen – es gibt Lösungen!

Jahr der Meisterschaften: Deutschland vor der WM

Vor den 26. Segelflug-Weltmeisterschaften 1999 in Bayreuth steht die Wettbewerbsszene in Deutschland ganz im Zeichen der nationalen Meisterschaften. In Bückeburg und Mengen geht’s um die Plätze bei der WM.

Für die Generalprobe auf das Großereignis Weltmeisterschaft in den drei traditionellen FAI-Klassen (Standard-, Renn- und Offene Klasse), die Bavaria-Glide, öffnet Bayreuth vom 7. bis 23. August die Bühne. Von deutscher Seite sollen hier schon die Piloten teilnehmen, die sich nach den Deutschen Meisterschaften Anfang Juni für Nationalmannschaft und WM 1999 qualifiziert haben. Ein Platz ist dabei heute schon sicher: der von Weltmeister Werner Meuser, der als Titelverteidiger in der Rennklasse außerhalb der Nationenquote qualifiziert ist.

Das Team, das in Bayreuth antreten wird, fliegt in diesem Frühjahr erst einmal nach Klassen getrennt um die Qualifikation. Zeitlich parallel (30. Mai bis 13. Juni) starten in Mengen die Offene und die 18-m-Klasse und in Bückeburg die Standard- und Rennklasse.

In einem werden diese Meisterschaften ihren Vorbereitungscharakter aber sehr gut erfüllen können. Geflogen und gewertet wird nach der internationalen Wertungsformel für Europa- und Weltmeisterschaften. Der deutsche Sonderweg in Sachen Wertung, mit dem vermeintlich landesspezifische Wetterbesonderheiten berücksichtigt werden, der letztlich aber vor allem nivelliert, gute Einzelleistungen aufgrund kreativer, mutiger Entscheidungen geradezu bestraft, ist in diesem Jahr für die alten FAI-Klassen passé.

Nach Rieti zum Leistungstraining

Das italienische Segelflugzentrum Rieti, rund 60 km nördöstlich von Rom, bekannt durch eine Reihe von Europameisterschaften und die Weltmeisterschaft 1985, richtet sich jetzt als Ausbildungszentrum mit seinen Gebirgs-, Leistungs- und Wettbewerbslehrgängen international aus. (mehr)

Fuentemilanos 1998 ohne Segelflugschule Oerlinghausen

Das Segelflugzentrum Fuentemilanos im Herzen Spaniens wird in diesem Sommer allein durch den spanischen Club Aeronautica del Guadarrama betrieben. Die Segelflugschule Oerlinghausen, die das Zentrum mit aufgebaut hat und seit 18 Jahren dort im Hochsommer mit einer Außenstelle vertreten war, hat für die Saison ’98 ihr Engagement in Fuentemilanos gestoppt. (mehr)

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Last updated April 24, 1998