aerokurier
4/2000
Editiorial F-Schlepp-Sicherheit: Das falsche Signal / Reportage Testpiloten
Ausbildung in der Mojave-Wüste / Pilot Report Luscombe Spartan 185: Zweite Jugend / Future
2000plus Lautloser Schwebeflug / Magazin JAR-VLA-zugelassen:
Hansa-3 aus Indien, Lufthansa hat erste Frau zur Kapitänin ernannt, Luftraum F in
Eggenfelden, US-Hersteller: Der Aufwärtstrend ist ungebrochen, Jeppesen FlightStar:
Flugplan aus dem PC, PreFlight 3.0: VFR-Plan ganz intuitiv, Dortmund braucht Platz für
Umbau, Checkflug mit österreichischem Prüfer
/ Reise Karibik und Papierkrieg /
Flying
Pilatus P-2: Schweizer Heimtrainer /
Praxis Know-how: Kids im Cockpit, Meteorologie:
Zwei Tage im Voraus planen, Unfall-Analyse: Bauchlandung im Schnee / Ultraleicht Jet
Fox 97: Easy Rider, DAeC sucht Gemeinsamkeiten, Doppelbeauftragung: Wettbewerb stärkt den
Service, Stichwort Doppelbeauftragung / Segelflug Übersicht
Reisemotorsegler, 1550 km geradeaus: Von San Martin nach Feuerland, Aus der Pampa seca in
die Andenwelle, F-Schleppuntersuchung des DLR, aerokurier Online-Contest
EDITORIAL
F-Schlepp-Sicherheit: Das falsche Signal
Das Luftfahrt-Bundesamt will den F-Schlepp an der Bodenkupplung verbieten. Der Abschied
vom F-Schlepp mit der Bodenkupplung ist derzeit vom LBA so geplant:
Muster, für die bislang für den F-Schlepp noch keine
Bugkupplung vorgeschrieben war, sind in einer Übergangszeit von fünf Jahren mit
Bugkupplungen auszurüsten, danach ist kein F-Schlepp an der Bodenkupplung mehr möglich.
Ausnahmen soll es nur für Muster geben, für die es keine Nachrüstmöglichkeit gibt
(außer Ka 6E).
Während der Übergangsfrist wird der F-Schlepp mit Motorseglern dem
mit Motorflugzeugen gleichgestellt. Das heißt, der F-Schlepp an der Bodenkupplung ist in
dieser Zeit erlaubt!
Auf die Ausbildung trifft all dies nicht zu, sie darf mit Veröffentlichung des Dekrets
nur noch nur noch an der Bugkupplung erfolgen.
Die Regelung dürfte praktikabel sein und erscheint, was die Gleichstellung von
Motorsegler- und Motorflugzeugschlepp betrifft, konsistent. Im Sinne der Sicherheit ist es
besser, den Motorseglerschlepp mit der Bodenkupplung zu erlauben, statt genau diesen
Schlepp hinter Motorflugzeugen zu erzwingen was heute Regel ist. Vor dem genelleren
Verbot des Schlepps an der Bodenkupplung erscheint die zeitlich befristete
Verbotsrücknahme allerdings unsinnig. So wie das Dekret insgesamt das falsche Signal
setzt, denn die Unfallanalyse, auf die die LBA-Initiative zurückgehrt, zeigt ganz
eindeutig. Es handelt sich hier um ein Problem von Ausbildung und Übungsstand. Eine
Bugkupplung erleichtert es dem Piloten, extreme Situationen zu vemeiden (siehe im
Segelflugteil DLR-Untersuchung zum F-Schlepp), aber verhindern kann sie sie letztlich
nicht.
Die Fokussierung auf die Technik ist dem notwendigen Sicherheitsbewusstsein eher
abträglich. Nötig ist eine gute Ausbildung sowie eine Kontrolle und Unterstützung, dass
der einmal erworbene Übungsstand erhalten bleibt.
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REPORTAGE
Testpiloten Ausbildung in der Mojave-Wüste
Mitten in der kalifornischen Mojave-Wüste ist die National Test Pilot School (NTPS)
zuhause, die größte, zivile Testpilotenschule der Welt. Hier fliegen die angehenden
Testpiloten und Flugversuchsingenieure auf so exotische Mustern wie Saab Draken, de
Havilland Chipmunk oder Aermacchi Impala Jet. Modernes Fluggerät wird nur im Bedarfsfall
angechartert. Die Philosophie bei NTPS: Zum Erlernen wie man testet, ist nicht das Alter
des Flugzeugs entscheidend. Schließlich sind die Gesetze der Physik und der Aerodynamik
wesentlich und die sind bekanntlich immer gleich.
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PILOT REPORT
Luscombe Spartan 185: Zweite Jugend
Swift Fury, Silvaire 8F, Micco SP20, Monocoupe Model 110 die Retrowelle rollt.
Gut 50 Jahre nach Produktionsende soll nun auch der einstige Spornrad-Viersitzer Luscombe
Sedan 11A wieder aufgelegt werden als Spartan 185 Model 11E, ausgerüstet mit
zeitgemäßerem Bugfahrwerk, stärkerem Antrieb und moderner Avionik. Läuft alles nach
Plan, könnte im zweiten Quartal 2000 die endgültige Zulassung vorliegen.
144500 Dollar für einen ausgewachsenen Viersitzer, dessen Kabine geräumiger ist als
die einer Cessna 182 und dessen Flugleistungen in vielen Bereichen denen der Skylane kaum
unterlegen sind, das kann sich in der Tat sehen lassen. Sehen lassen kann sich auch der
anvisierte Preis eines "hoch gerüsteten" Flugzeuges Autopilot und Moving Map.
Für etwas mehr als 160000 Dollar soll es diese Version geben.
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FUTURE 2000plus
Lautloser Schwebeflug
Im Rahmen der Zukunftsvisionen über die Entwicklung der Luftfahrt im nächsten
Jahrhundert hat sich Walter G. Sonneborn zum Thema Drehflügler der Zukunft Gedanken
gemacht. Sonneborn, geboren im niedersächsischen Achim, und seit 1965 bei Bell Helicopter
im texanischen Fort Worth für Entwicklungen zuständig, gehört zu den Vordenkern der
modernen Hubschaubertechnologie, insbesondere Kipprotoren sagt er eine große Zukunft
voraus.
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MAGAZIN
JAR-VLA-zugelassen: Hansa-3 aus Indien
Die indische Luftfahrtbehörde DGCA hat am 1. Februar die Hansa-3 nach JAR-VLA
musterzugelassen. Für das Land ist es zugleich auch das erste
Vollkunststoff-Flugzeugprojekt. Sein Entwicklungsbeginn reicht zurück bis ins Jahr 1989.
Trotz mancherlei Hemmnisse wurde das Projekt aber nie aufgegeben. Nach und nach flogen
drei Prototypen, ausgerüstet mit Motoren von Rotax (914F3) und Teledyne Continental
(IO-240).
Den Serienflugzeugen wird ein 115 PS starker Turbo-Rotax 914F3 als Antrieb dienen. Der
zweiblättrige, elektrisch verstellbare Propeller mit 170 cm Durchmesser stammt von
Hoffmann in Rosenheim. Als maximale Reisegeschwindigkeit ermöglicht die Hansa-3 in 10000
ft 116 KTAS (215 km/h). Das beste Steigen beläuft sich auf 700 ft/min (3,6 m/s). Als
Startstrecke nennt NAL 850 ft (264 m), als Landestrecke 1150 ft (357 m). Die
Abrissgeschwindigkeit mit Klappen soll bei 44 kts (80 km/h) liegen.
Lufthansa hat erste Frau zur Kapitänin ernannt
Die Lufthansa hat am 31. Januar die erste Copilotin zur Kapitänin ernannt. Nicola Lisy
fliegt seit diesem Tag Boeing 737 vom linken Sitz. Damit hinkt der größte deutsche
Piloten-Arbeitgeber dem Trend hinterher, denn weibliche Kapitäne gibt es bereits bei
anderen Fluggesellschaften, auch in Deutschland. Rund 50 Copilotinnen zählt der
LH-Konzern, gegenüber 3200 männlichen Kollegen. Weltweit sieht die Lage der Pilotinnen
etwas besser aus: Rund 450 weibliche Kapitäne fliegen Linie. United beschäftigt mit 68
Kapitäninen und 445 Copilotinnen die meisten Frauen im Cockpit
Luftraum F in Eggenfelden
Eggenfelden hat sich zu einer Luftfahrt-Perle in Niederbayern entwickelt. Nachdem die
Runway verlängert und verbreitert wurde, verfügt der Platz seit Oktober 1999 als erster
in Bayern über einen Luftraum Foxtrott. In der Vergangenheit hatte Eggenfelden rund 20000
Flugbewegungen jährlich. 1999 ging diese Zahl zurück. Seit Oktober, dem Monat, in dem
der Luftraum F eingeführt wurde, ist aber wieder eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr
zu verzeichnen.
US-Hersteller: Der Aufwärtstrend ist ungebrochen
Genau 2525 Flugzeuge lieferten die amerikanischen Hersteller der General Aviation im
vergangenen Jahr.
Die General-Aviation-Industrie in den USA hat allen Grund zum Optimismus: 13,7 Prozent
mehr Flugzeuge als 1998 und satte 35,1 Prozent Umsatzplus auf 7,9 Milliarden Dollar. Ganz
stark an den steigenden Umsatz sind die Verkäufe von Business Jets beteiligt. Aber auch
bei den Kolbenmotorflugzeugen setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort.
Jeppesen FlightStar: Flugplan aus dem PC
Flugplanung, das Aussuchen der Route und Berechnen der einzelnen Etappen, ist nur zu
oft ein zähes Geschäft. Nicht so mit dem neuen Jeppesen FlightStar in der Version 8.0.
Zauberhaft sicher führt in FlightStar der Route Wizard (Routenmagier) mit
Formularfenstern durch die einzelnen Etappen der Flugplanung.
PreFlight 3.0: VFR-Plan ganz intuitiv
Per Mausklick die Flugroute in die Karte schreiben oder sie einfach durch Eingabe der
Wegpunkte in Textfelder definieren das Programm PreFlight eröffnet dem VFR-Piloten
beide Möglichkeiten der Flugplanung.
PreFlight von Heinz Lüdert für Windows 95 wie Apple-Macintosh-Rechner gibt es
mittlerweile in der Version 3.0 (die Version 2.1 wurde im aerokurier 3/1996 vorgestellt).
Es richtet sich an Sichtflieger und setzt darauf, dass die Anwender ihre ICAO-Flugkarten
für das Programm selbst scannen.
Dortmund braucht Platz für Umbau
Für den zügigen Umbau des Flughafens Dortmund müssen sechs Hallen der Allgemeinen
Luftfahrt kurzfristig abgerissen werden. Den Haltern wurde gekündigt und empfohlen, für
ein Jahr auf einen anderen Platz auszuweichen oder ihre Luftfahrzeuge im Freien zu parken.
Einige Flugzeughalter sehen darin den Versuch, die Allgemeine Luftfahrt aus Dortmund zu
verbannen. Der Flughafen sieht das allerdings anders.
Checkflug mit österreichischem Prüfer
Flexibilität im Umgang mit Lizenzen zeigten das Bundesverkehrsministerum und die
Luftfahrtbehörde in Münster. Nach einer erster Ablehnung des Antrags eines Piloten,
seinen Prüfungsflug für die Berufspilotenlizenz (Helikopter) mit einem österreichischen
Prüfer gleichzeitig für die Lizenzverlängerung seiner deutschen
Privathubschrauberpiloten-Lizenz anzuerkennen, entschied die Behörde in Einklang mit dem
Verkehrsministerium schließlich zugunsten des Piloten.
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REISE
Karibik und Papierkrieg
Ein Stapel Einreiseformulare und Zollerklärungen begleitete die beiden deutschen
Piloten Ulrich Hagmann und Thankmar Meyer auf ihrem Tripp durch die Karibik. Mit einer
Piper Arrow flogen sie 24 Inseln an und betraten damit fünf verschiedene Hoheitsgebiete.
Von Florida über die Virgin Islands, St.Maarten und die Grenadinen ging es bis nach
Tobago und Trinidad. Von dort flogen sie über Curaçao, Aruba und Santo Domingo auf die
Bahamas und wieder zurück nach Florida.
FLYING
Pilatus P-2: Schweizer Heimtrainer
Knapp zwanzig Jahre ist es her, dass die Schweizer Luftwaffe ihre letzten P-2
ausgemustert hat. Der von Pilatus entwickelte Trainer fand ausschließlich bei der eigenen
Luftwaffe Verwendung. Ein noch flugtaugliches Exemplar findet sich auf dem schwäbischen
Privatflugplatz in Rottweil. Es gehört dem Flugplatzeigner Erwin Birk.
Die Geschichte der P-2 begann, als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging. Der Prototyp
hatte seinen Jungfernflug am 27. April 1945 absolviert. Einige Zeit danach war die
Serienproduktion angelaufen. Die schlechte Versorgungslage jener Tage hatte die praktisch
denkenden Schweizer Konstrukteure auf die Idee gebracht, viele Einzelteile der Me 109 zu
verwenden. Direkt nach Kriegsende waren diese noch in hinreichender Zahl verfügbar. Der
Rumpf der P-2 wurde aus Metall, die Flügel hingegen aus Holz gefertigt.
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PRAXIS
Know-how: Kids im Cockpit
Die Mitnahme von Kindern im Verkehrsflugzeug ist problemlos möglich. Wie siehts
aber an Bord von Flugzeugen der General Aviation aus? Piloten können ihren Nachwuchs
beruhigt zu einem frühen Zeitpunkt mitnehmen, denn: "Im Prinzip gibt es keine
Alterseinschränkungen für die Mitnahme von Kindern in Flugzeugen", so Dr. Matthias
von Mülmann vom Medizinischen Dienst der Lufthansa in Frankfurt. "Lediglich bei
Frühgeborenen sollte man in den ersten Lebenswochen auf einen Flug verzichten, da die
Lunge noch unreif ist und bereits Flughöhen von 500 m schaden können." Welche Tips
es beim Fliegen mit Kindern zu beachten gibt, haben wir im aerokurier 4/2000 in Form einer
Checkliste veröffentlicht.
Meteorologie: Zwei Tage im Voraus planen
In ersten Teil der "Zweitagesplanung" wurde gezeigt, was grundsätzlich für
solch ein Briefing an Unterlagen heranzuziehen ist. Mit einem Flugvorhaben von München
nach Dresden werden diese Überlegungen in die Praxis umgesetzt.
Am 16. Dezember 1999 soll in der Zeit von 13.00 bis 15.00 Uhr MEZ ein Flug von München
nach Dresden durchgeführt werden. Gestützt auf pc_met-Unterlagen ist dafür am 14.
Dezember bis 14.00 Uhr MEZ eine möglichst sehr detaillierte Flugwetterprognose
anzustellen. Wie geht man dabei am besten vor, welche Unterlagen verwendet man und was ist
bei der Interpretation zu beachten?
Unfall-Analyse: Bauchlandung im Schnee
An einem Winternachmittag startete der Pilot einer Mooney M20 in der Schweiz zu einem
Rundflug mit einem Passagier. Als sich das Wetter verschlechterte und er wegen der
nahenden Dunkelheit noch wenig Ausweichmöglichkeiten hatte, entschloss sich der Pilot
nach Wangen-Lachen am Zürichsee zu fliegen. Beim Landeanflug ließen sich die Räder
nicht mehr ausfahren. Der Pilot entschied sich zu einer Bauchlandung auf Schnee.
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ULTRALEICHT
Jet Fox 97: Easy Rider
Im Oktober vergangenen Jahres erhielt der italienische Jet Fox 97 die deutsche
Zulassung. Wir haben die neue, völlig überarbeitete Version geflogen. Das Grundkonzept
des Jet Fox stammt zwar vom Ikarus C-22. Aber Konstrukteur Alfredo di Cesare hat seine
ganz eigene Interpretation dieses Konzeptes geliefert und den neuen Jet Fox 97 technisch
und aerodynamisch perfektioniert. So glänzt das Flugzeug nicht nur durch eine gute
Verarbeitung, sondern vor allem auch durch seine ausgezeichneten Flugeigenschaften. Mit
150 km/h Reisegeschwindigkeit ist der Jet Fox 97 nichts für Freunde schneller Flüge
über Land Aber er eignet sich hervorragend als Trainer.
DAeC sucht Gemeinsamkeiten
Rund 2300 ULs und 8140 UL-Piloten betreut der DAeC über das Luftsportgeräte-Büro
(LSG-B). Die Zahlen steigen schnell, aber es gibt auch Probleme. DAeC-Generalsekretär
Hans-Jürgen Fricke, Technik-Chef Rudolf Schuegraf und Rainer Hüls, Leiter des LSG-B,
beziehen im aerokurier Stellung zur Doppelbeauftragung und zu ihrer Sicht der künftigen
Entwicklung der UL-Klasse.
Doppelbeauftragung: Wettbewerb stärkt den Service
Jo Konrad will die Doppelbeauftragung. Mehr Wettbewerb kann für den UL-Sport nur
Vorteile bringen, meint der Vorsitzende des DULV, für den die Interessen seiner
Mitglieder der Maßstab des Handelns ist. Im aerokurier-Interview fordert er ganz klar
eine starke Lobby für die Ultraleichtflieger.
Stichwort Doppelbeauftragung
Der DAeC und der DULV sind vom Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
(BMVBW) mit der Zulassung und Lizenzierung von Luftsportgeräten und Piloten
betraut. Der DAeC ist für dreiachsgesteuerte ULs zustänig, der DULV betreut
gewichtskraftgesteuerte ULs und Motorschirme. Im Rahmen der geplanten Doppelbeauftragung
sollen beide Verbände in Konkurrenz für alle Luftsportgeräte verantwortlich sein.
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SEGELFLUG
Übersicht Reisemotorsegler
Der Markt für Reisemotorsegler ist heute ein Käufermarkt. In Deutschland/Europa sind
allein acht Hersteller präsent. Die Modellvielfalt ist erschlagend: Neun Grundmuster gibt
es in 26 Modellvarianten!
Die Hersteller haben gute Argumente für ihr Angebot: Es erfüllt fast durchweg die in
Deutschland besonders hoch aufgehängten erhöhten Schallschutzanforderungen.
Reisemotorsegler sind damit die zukunftssicheren, umweltfreundlichen Reiseflugzeuge, weil
weitgehend unabhängig von Einschränkungen durch die neue
"Landeplatzverordnung". Die Motoren begnügen sich, ob von Limbach, Rotax oder
Sauer, mit bleifreiem Superbenzin. In den letzten Jahren hat diese Flugzeugkategorie zudem
an vielen Flugplätzen die Funktion der Schleppflugzeuge übernommen an einer
ganzen Reihe von Segelfluggeländen ist mit ihnen Flugzeugschlepp erst möglich geworden.
Inzwischen ist die Schleppzulassung ein entscheidendes Auswahlkriterium für den Neukauf
eines Motorseglers geworden. Die Übersicht zeigt die
wichtigsten Muster und ihre Varianten im Überblick
1550 km geradeaus: Von San Martin nach Feuerland
Am 16. Dezember vergangenen Jahres gelang Klaus Ohlmann ein Flug über 1550 km bis in
die Südspitze Argentiniens.
Seit Tagen bläst unaufhörlich ein scharfer West durch das Tal von San Martin de los
Andes. Endlich, denn meine Geduld wurde seit November auf die Probe gestellt. Zwar
gelangen uns, im Rahmen des Mountain Wave Projects, einige Flüge über 1000 km in der
Welle und viele wunderschöne Thermikstunden über der bezaubernden Seenlandschaft dieser
Region. Die "richtige" Wetterlage ließ aber auf sich warten. Und die
trat dann ab Mitte Dezember ein. Das Erlebnis Segelfliegen bis nach Feuerland hat
Langstreckenspezialist Klaus Ohlman mit faszininierenden Bildern in der aerokurier Ausgabe
April geschildert.
Aus der Pampa seca in die Andenwelle
Argentinien: Für Mitteleuropäer liegt das südamerikanische Land am Rande der Welt.
Und da in einer Region, die selbst unter den Argentiniern als abgelegen gilt
bietet es herausragende und bisher wenig genutzte Segelflugbedingungen. Gleich zwei
Expeditionen erkundeten sie in diesem Winter.
Speziell die Erforschung von Leewellen und im Nebeneffekt ihre Nutzung zu Rekordflügen
hatte sich das "Mountain Wave Project" um Klaus Ohlmann (aerokurier 2/2000) als
Ziel gesetzt. Einen rein sportlichen Ansatz verfolgte die zweite, von Diether Memmert
geführte Gruppe. Ihr gings um große Flüge in den Wellen der Kordillere und in der
Thermik über der Pampa. Beide Expeditionen hatten sich im November/Dezember letzten
Jahres San Martin de los Andes mit dem Flugplatz Chapelco am Fuß des Gebirges als
Ausgangsbasis ausgewählt. Die Sportler überführten ihre Flugzeuge in Wandersegelflügen
von Buenos Aires nach San Martin. Was sie auf den Transferflügen und in San Martin
erlebten, schrieben sie für den aerokurier auf.
F-Schleppuntersuchung des DLR
Das Luftfahrt-Bundesamt will den F-Schlepp an der Bodenkupplung verbieten (siehe
editorial "Das falsche Signal). Das Amt begründet die Forderung mit einer
Untersuchung des F-Schlepps am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Zwingend
ist dieser Schluss nicht.
Im Sommer 1997 hatte das Bundesministerium für Verkehr das Deutsche Zentrum für Luft-
und Raumfahrt (DLR) mit einer grundsätzlichen Untersuchung des F-Schlepps beauftragt,
zuvor war bereits für die Zulassung von Motorseglern zum Schleppen von Segelflugzeugen
eine Untersuchung durch Hersteller an der Alpensegelflugschule Unterwössen gelaufen
(aerokurier 7/98). Beim DLR sollten vor allem Möglichkeiten zur Verbesserung der
Sicherheit im F-Schlepp aufgezeigt werden.
Ausgangspunkt der DLR-"Untersuchung zur Unfallbekämpfung / Steuerbarkeit im
Flugzeugschlepp", die Ende letzten Jahres vorgelegt und jetzt öffentlich zugänglich
wurde, ist eine Analyse der zwischen 1973 und Mai 1998 mit D-zugelassenen Segelflugzeugen
registrierten F-Schleppunfälle. Bei den schweren Unfällen mit rund 90 Prozent
tödlichem Ausgang für den F-Schlepppiloten (in 25 Jahren zehn Tote) war nach
dieser Analyse das Übersteigen des Schleppflugzeuges durch das Segelflugzeug in
Bodennähe. Entsprechend dieser Erkenntnis wurden Flugmanöver für das Forschungsvorhaben
definiert, die reproduzierbar geflogen und exakt vermessen wurden. Es entstanden insgesamt
elf Flugmanöver. Die wichtigsten und die Versuchsergbnisse dazu finden sich im aerokurier
4/2000.
aerokurier Online-Contest
Dezentral fliegen, aber ganz zentral und aktuell dabei sein. Mit der Idee des
Online-Contest wird im Internet jetzt die Aktualität eingefangen, die zentrale
Wettbewerbe so spannend macht. Voraussetzung ist die Logger-Dokumentation.
Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport
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