aerokurier 5/2000
Editiorial Dr. Big Brother / Reportage Mitflug
in der Pilatus PC-7 / Pilot Report Selbstbau-Zweisitzer Pulsar / Future 2000plus Satelliten-
Navigationssystem Galileo / Business Aviation RVSM ab 2002 in Europa,
Comeback der Piaggio P.180 Avanti / Magazin Focke-Wulf FW 190 vor dem Erstflug, Baden
Airport: Angeschlagen, aber nicht k. o., Gebrauchtflugzeuge: Kauf aus zweiter Hand,
Heliports an Krankenhäusern, Weltumrundung mit IWC-Ju-52 gescheitert, Historie: Antoine
de Saint-Exupéry / Reise Destination Griechenland / Flying Italienischer
Mini-Fighter: SIAI Marchetti SF.260 /
Praxis Know-how: Tierische Mitflieger,
JAR-FCL-Lizenz: So funktionierts in England, Meteorologische Reiseflugplanung Teil
3, Unfall-Analyse: Überfordert mit dem neuen Cockpit? / Ultraleicht P92-S
100: Mehr als ein Facelifting, AlphaMFD: Digitales Cockpit für UL-Flugzeuge, Ecolights:
Schützenhilfe für die Schweiz / Segelflug Die
ASW 28 fliegt, Ausgereift: LS9 jetzt in Serie, Idaflieg-Wintertreffen in Dresden, Vom
Motorsegler zum Hörgerät, LBA provoziert trügerisches Sicherheitsbewusstsein
EDITORIAL
Dr. Big Brother
Werden Piloten zu transparenten Menschen? Für die Euro-Lizenz JAR-FCL müssen
nationale Luftfahrerdateien geschaffen werden, in denen Pilotendaten gesammelt und
international ausgetauscht werden. In der Luftfahrerdatei sollen künftig laut LuftVG die
Einzelbefunde der fliegerärztlichen Tauglichkeitsuntersuchungen und die Gesundheitsdaten
von Piloten, deren Eltern und Geschwistern gespeichert werden!
Die JAR-FCL fordert lediglich eine Speicherung der Ergebnisse, nicht
der Befunde. Die Motive des Bundesverkehrsministeriums (BMVBW) und des
Luftfahrt-Bundesamtes (LBA), mehr Daten zu fordern und zu speichern, sind fraglicher
Natur. LBA und BMV gehen unsensibel mit diesem Thema um. Das zeigt die Tatsache, dass der
Fliegerarztverband nur aus einer Meldung in einer Tageszeitung erfuhr, dass die Uni
Braunschweig einen Auftrag für die Entwicklung einer Datenbank zur Speicherung von
medizinischen Daten erhalten hatte.
Es darf nicht sein, dass die medizinische Abteilung beim LBA ihre
Kontrollfunktion über die Fliegerärzte auf dem Rücken der Piloten ausübt. Der
Datenschutz lässt es überhaupt nicht zu, dass die Gesundheitsdaten von Piloteneltern und
-geschwistern ohne deren ausdrückliche Einverständniserklärung weitergegeben und
gespeichert werden.
Die Vereinigung FlugMed, die Pilotenvereinigung Cockpit und die
Juristen in der AOPA laufen gegen die Regelung Sturm. Und sie haben die besseren Argumente
als die Befürworter der Medizindatensammlung. Das LuftVG muss wieder entsprechend
geändert werden! Luftfahrerdatei ja, Dr. Big Brother nein!
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REPORTAGE
Mitflug in der Pilatus PC-7
Einer der faszinierendsten Turbinentrainer überhaupt stammt aus der Schweiz und heißt
PC-7. Gebaut wird er bei Pilatus in Stans. Die meisten Maschinen befinden sich in
militärischem Besitz und sind daher für Privatleute tabu. Eine Ausnahme stellt die
HB-HAO dar. Es handelt sich bei ihr um die erste Serien-PC-7. Stationiert ist sie auf dem
ehemaligen Schweizer Militärflugplatz in Ambri.
Patrick Neelmeier, freier Mitarbeiter des aerokurier, hatte die nicht
alltägliche Gelegenheit, mit Valentino Fry, einem der Eigentümer dieser PC-7, ausfliegen
zu dürfen. In einer bildstarken Reportage schildert Neelmeier seine Eindrücke. Mit der
Frage "Bist du bereit für ein paar Manöver?" nehmen die Dinge kurz nach dem
Start ihren Lauf. Als Neelmeier bejahend den Daumen reckt, erinnert der nächste Blick
nach vorn an einen jener schlechten Katastrophenfilme aus dem Sonntagnachmittag-Programm.
Frontal geht es auf eine steile, hellbraune Felswand zu. Erst im allerletzten Moment zieht
Valentino am Steuerknüppel des Trainers. Geradezu spielerisch schießt die
Turboprop-Einmot nach oben über die Felskante hinweg. Gleich anschließend gehts in
die Rückenlage Sightseeing in den Alpen einmal anders.
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PILOT REPORT
Selbstbau-Zweisitzer Pulsar
Über 500 Pulsar-Bausätze sind bis heute verkauft worden und weltweit fliegen schon
über 200 Maschinen. Der amerikanische Zweisitzer ist beliebt wie kaum ein anderes
Kitflugzeug auch hierzulande. Rund zwei Dutzend Pulsar befinden sich in deutschen
Garagen und Werkstätten im Bau, ein Dutzend hat den Erstflug schon hinter sich.
Welche Änderungen einer der deutschen Erbauer, Horst Hoffmann aus St.
Augustin bei Bonn, an seiner Pulsar XP vorgenommen hat, beschreibt der Beitrag ebenso wie
die Flugeindrücke, zu denen Bob Grimstead gelangte. aerokurier-Lesern ist der britische
Jumbo-Kapitän seit langem bekannt. Grimstead fand Gelegenheit, in England eine Pulsar der
Serie III zu fliegen. Sein Urteil: "Es ist erstaunlich, mit wie wenig Leistung die
Pulsar solch gute Flugleistungen erzielt. Der Tiefdecker ist um alle Achsen stabil. An den
Zentralstick gewöhnt man sich schnell."
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FUTURE 2000plus
Satelliten-Navigationssystem Galileo
Die aerokurier-Serie Future 2000 plus wagt einen Blick in die Zukunft und zeigt
Visionen für die Luftfahrt. Die Satellitennvavigation ist ein technologischer und
kommerzieller Erfolg, der in der Technikgeschichte wenig Vorbilder hat.
Satellitennavigationsempfänger sind nicht nur in Flugzeugen zu finden, sie sind zur
billigen Massenware geworden. Die Satellitennavigation hat eine völlig neue Industrie
entstehen lassen.
Da GPS allein vom amerikanischen Militär kontrolliert wird, wollen die
Europäer dem Quasi-Monopol ein Gegenstück entgegensetzen. Galileo heißt ein
vollständig neues, globales und zivil kontrolliertes Navigationssystem mit eigenen
europäischen Satelliten. Bis 2005 stellt die EU für die Galileo-Einführung 500 Mio.
Euro bereit. Die volle Betriebsbereitschaft der Satelliten wird jedoch nicht vor 2008
erwartet. Die Kosten von drei Milliarden Euro für die Realisierung des Projekts sollen
unter Beteiligung privater Investoren aufgebracht werden.
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BUSINESS AVIATION
RVSM ab 2002 in Europa
Betreiber von Geschäftsreiseflugzeugen, die nach 2002 über Flugfläche 290 fliegen
wollen, brauchen ein entsprechend zugelassenes Flugzeug. Die Zeit für die Umrüstung wird
schon jetzt knapp. Als die Airliner in größere Flughöhen vorstießen, einigte man sich
1958 darauf, die Vertikalabstände zwischen den Flugrouten zu erhöhen. Bis Flugfläche
(FL) 290 werden Flugzeuge seitdem vertikal mit 1000 ft voneinander gestaffelt, zwischen FL
290 und FL 410 mit 2000 ft. Dem heutigen Kapazitätsproblem über Europa will man unter
anderem damit zu Leibe rücken, indem man die 1958 eingeführte Regelung kippt und eine
vertikale Staffelung von 1000 ft (330 m) auch zwischen FL 290 und FL 410 zulässt. Die
Zauberformel dafür heißt: RVSM, was für für "Reduced Vertical Separation
Minima", zu deutsch: verringerte vertikale Staffelungsminima, steht. Mit RVSM kann
die Flugsicherung Flugflächen zwischen FL 290 und FL 410 nutzen, die bisher als
Luftpuffer für bordseitige Rechen- und Messfehler dienten. Mit der Einführung von RVSM
2002 fällt dieser Puffer weg und die Kapazität des oberen Luftraums ist um 20 Prozent
größer.
Die Sache hat einen Haken für Betreiber alter Business Jets: Da alte Bordsysteme für
diese Genauigkeiten nicht konzipiert sind, liefern sie Werte, die eine RVSM-Zulassung
nicht erlauben. Ihnen bleibt der Zugang in den Luftraum oberhalb FL 290 ab 2002 versperrt,
wenn sie nicht pünktlich umgerüstet sind.
Comeback der Piaggio P.180 Avanti
Die italienische Turboprop-Zweimot P.180 Avanti ist wieder da. Der aerokurier sprach
mit Piaggio-Präsident Piero Ferrari über die Zukunftspläne. 1998 begann das Revival von
Piaggio mit dem Einstieg einer Investorengruppe (siehe aerokurier 7/1999). Noch in diesem
Jahr wird Piaggio 14 P.180 ausliefern, 24 werden es 2001 sein. Zu den Erstkunden der neuen
Avantis gehört der griechische Zivilschutz, der zwei Avantis als Ambulanzflugzeuge
bestellt hat. Den größten Markt sieht die Firma in den USA, wobei stets betont wird,
dass der europäische Markt ebenfalls sehr wichtig sei und auf keinen Fall vernachlässigt
werde. Um zu demonstrieren, dass man wieder da sei, werde man in diesem Jahr auf allen
wichtigen Luftfahrtmessen vertreten sein. Die Besucher der ILA 2000 werden die P.180 auf
dem Flughafen Schönefeld bewundern können.
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MAGAZIN
Focke-Wulf FW 190 vor dem Erstflug
Es ist derzeit eines der spektakulärsten Projekte. Die Neuauflage der Fw 190 steht vor
dem Erstflug. Am 31. März lud die Flug Werk GmbH zum Roll-out des ersten von zwölf
geplanten Exemplaren.
Das erste Flugzeug steht jetzt bei der Flug Werk GmbH in Gammelsdorf,
rund 70 Kilometer nordöstlich von München, und wird für den Jungfernflug vorbereitet.
Die FW 190 A-8/N ist bis zur letzten Niete eine fast 100-prozentige Kopie
der Fw 190 A-8 aus dem Jahr 1943.
Seit 1996 arbeiten die Flug-Werk-Gesellschafter Hans-Günther Wildmoser
und Claus Colling an ihrem Projekt. Dabei werden die Neubauten sogar mit einigen
Originalteilen ausgerüstet. Von den zwölf aufgelegten FW 190 sind bereits sieben
verkauft. Der Preis liegt bei 1,2 Millionen Mark. Die Details über den spektakulären
Neubau der FW 190 lesen Sie im aktuellen aerokurier.
Baden Airport: Angeschlagen, aber nicht k. o.
Was passiert am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden? Mitten im Aufbauprozess drohte der
Baden Airport in den Strudel des Milliardenbetrugs um die FlowTex-Gruppe gerissen zu
werden.
Die beiden FlowTex-Gesellschafter, gleichzeitig Gesellschafter der
Baden Airpark und Baden Airport GmbH, sitzen in Untersuchungshaft, beide
Flughafengesellschaften haben Insolvenzverfahren eingeleitet. Die beteiligten Banken haben
einen Massekredit in Höhe von 4,4 Millionen Mark gewährt, mit dem unter anderem der Bau
eines Interimsterminals gesichert wird.
Der Geschäftsbetrieb am Baden Airport läuft unterdessen weiter. Und
es gibt Übernahmekandidaten für den Flughafen. Die Flughäfen Frankfurt und Stuttgart
sowie die ABB Airport Technology bewerben sich um den Einstieg beim Baden Airport.
Gebrauchtflugzeuge: Kauf aus zweiter Hand
Auf den Käufer eines älteren Flugzeugs warten Fallstricke. Mit dem richtigen Know-how
lassen sich jedoch teure Fehler vermeiden.
Der hohe Dollar hat gerade in letzter Zeit die Preise für
Neuflugzeuge wieder zu Höhenflügen getrieben. Das schlägt auch auf den Gebrauchtmarkt
durch. Das Flugzeug aus zweiter Hand ist gesucht. Und es wird immer schwieriger, besonders
bei leichten Kolbenmotor-Singles, eine Gebrauchte zum akzeptablen Preis zu bekommen.
Potenzielle Käufer sind also derzeit nicht in einer besonders
guten Position, schnell das Wunschflugzeug zu finden. Umso eher sind sie bereit, schnell
zuzugreifen, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
Wir sagen Ihnen im aktuellen aerokurier, auf was sie beim Kauf einer
Gebrauchten achten müssen und welche Hilfen Sie dabei in Anspruch nehmen können.
Heliports an Krankenhäusern
Ab dem 1. Oktober 2003 gelten europaweit neue Regelungen für den Betrieb von
Hubschrauberlandeplätzen an Krankenhäusern. Nach JAR-OPS 3 müssen die Heliports beinahe
doppelt so groß sein wie bisher. Laut ADAC-Luftrettung betrifft dies mehr als 90 Prozent
aller deutschen Heliports. Ist damit die flächendeckende Luftrettung in Deutschland
gefährdet?
Weltumrundung mit IWC-Ju-52 gescheitert
Im Januar startete eine Ju-52 der schweizerischen Ju-Air zu einem Fernflug nach Japan.
Der Sponsor, die Uhrenmanufaktur IWC aus Schaffhausen, entschied sich unterwegs, den Flug
gleich zu einer Eastbound-Weltrumrundung auszudehnen. Allerdings kam das Aus im März, als
die Russen die Überfluggenehmigung für die Kurilen zurückzogen. Begründet wurde dies
mit dem Einsatz der Ju-52 im Zweiten Weltkrieg gegen Russland. Der eigentliche Grund war
wohl eher die Spionageangst der Russen auf den politisch so sensiblen Kurilen.
Historie: Antoine de Saint-Exupéry
Wie kaum ein anderer verstand es der französische Pilot und Schriftsteller Antoine de
Saint-Exupéry, das Fliegen zum Thema der modernen Dichtung zu machen. In seinen Romanen
und Erzählungen, die sich auch mit den damals recht abenteuerlichen Postflügen der
Aéropostale nach Afrika und Südamerika befassten, setzte er sich stets mit dem Menschen
und der Leidenschaft Fliegen auseinander. Sein wohl berühmtestes Buch "Der kleine
Prinz" erlangte weltweite Bedeutung, obwohl oder gerade weil er sich damit in eine
Welt jenseits des mit dem Auge Sichtbaren begab. Am 31. Juli 1944 kehrte
"Saint-Ex" von einem Aufklärungsflug nicht mehr zurück. Der Geburtstag des
berühmten Franzosen jährt sich am 29. Juni zum hundertsten Mal.
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REISE
Destination Griechenland
Zehn Tage nahmen sich Gerd Siedenstein und Uta Lehr Zeit für eine Reise in der eigenen
Piper PA-28. Ihr Weg führte von Worms über Italien, Korfu und Kefallia im Ionischen
Meer, weiter in die Ägäis und zurück über den Plattensee. Eigentlich sollte ein Besuch
auf Ithaka, der Heimatinsel des Odysseus, der Höhepunkt der Reise werden. Die Insel ist
aber mit dem Flugzeug nicht erreichbar. Und das Fährschiff fuhr nicht.
FLYING
Italienischer Mini-Fighter: SIAI Marchetti SF.260
Die SIAI Marchetti SF.260 ist das Traumflugzeug vieler Piloten: Sie ist kompakt,
schnell der rote Strich ist am Fahrtmesser bei 236 kts gemalt und stammt aus
der Feder des berühmten italienischen Konstrukteurs Stelio Frati. Nur rund zehn Prozent
aller SF.260 sind in Privatbesitz, eine davon mit einer interessanten Vergangenheit hat
als Heimatbasis den Flugplatz Koblenz-Winningen. Die D-EDUR ist eine der frühen SF.260.
Sie wurde 1967 gebaut und stand als Trainer in Diensten der belgischen Luftstreitkräfte.
Ende der siebziger Jahre wollte Belgien einen Teil seiner Trainerflotte verkaufen. Doch
zur geplanten Lieferung an den Iran kam es nicht. 1979 vertrieb die islamische Revolution
den Schah, Lieferungen von Militärmaterial wurden gestoppt.
Die Flugzeuge wurden entmilitarisiert und an zivile Halter verkauft. So
kam auch der Vater von Ralf Niebergall an sein Traumflugzeug und kaufte den Trainer. Die
heutige Lackierung auf der D-EDUR ist nach Angaben von Niebergall immer noch die
Originallackierung der Belgier. Lediglich am Leuchtorange der Tiptanks hat der Zahn der
Zeit genagt und es ein wenig verbleichen lassen.
Das Platzangebot im Cockpit ist wie in einem Sportwagen, nur dass die
Kopffreiheit unter der Schiebehaube (aufgrund der militärischen Forderung, mit Helm zu
fliegen) etwas größer ist.
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PRAXIS
Know-how: Tierische Mitflieger
Hunde und Katzen haben grundsätzlich nichts gegen das Fliegen. Nur sollte man Tiere
artgerecht und vorbereitet mit auf eine Flugreise nehmen. Das gilt an Bord des eigenen
Viersitzers ebenso wie im Linienflugzeug. Wichtige Tipps zur Mitnahme von Tieren.
JAR-FCL-Lizenz: So funktionierts in England
Während sich die Behörden hierzulande noch ausgedehnte Umsetzungsdebatten zu JAR-FCL
leisten, hat England die Euro-Lizenz bereits eingeführt. Wer will, kann im Vereinigten
Königreich schon seit gut einem halben Jahr seinen nationalen PPL gegen ein JAR-FCL-PPL
eintauschen. Für die Umschreibung muss zum einen ein nach JAR-FCL-Vorgaben
durchgeführtes medizinisches Tauglichkeitszeugnis vorgelegt werden. Darüber hinaus ist
mindestens ein Proficiency Check (Befähigungsüberprüfung) mit einem Flight Examiner
(Flugprüfer) zu absolvieren.
Wird die Befähigungsüberprüfung auf einer Kolbeneinmot abgelegt,
bekommt der erfolgreiche Prüfling als Klassenberechtigung den Eintrag SEP. Die Buchstaben
stehen für Single-Engine Piston. Wer das britische Multi-Engine-Rating in ein
entsprechendes JAA-Rating umgewandelt sehen will, benötigt einen MEP-Eintrag.
Wer ein SEP- und ein TMG-Class-Rating (Touring Motor Glider;
Reisemotorsegler) besitzt, muss zur Eintragung in die JAA-Lizenz auf beiden Fluggeräten
eine Befähigungsüberprüfung absolvieren. Gültig bleiben beide Ratings jedoch, indem
nur die Verlängerungsbedingungen eines Ratings erfüllt werden.
Für die Konvertierung werden 140 britische Pfund, umgerechnet zirka
450 Mark, in Rechnung gestellt. Zusammen mit den Kosten für das Medical und den Ausgaben
für den oder die Checkflüge entstehen leicht Kosten in Höhe von 1500 bis 2000 Mark.
Damit nicht genug: Die neue Lizenz bleibt nur fünf Jahre gültig. Dann muss sie erneuert
werden, was 64 britische Pfund (zirka 200 Mark) kostet.
Meteorologische Reiseflugplanung Teil 3
Im vorangegangenen Teil der "Zweitagesplanung" wurde ein Beispielflug von
München nach Dresden nach der meteorologischen Vorplanung abgesagt. War die Entscheidung
richtig, welches Wetter hat sich am "Flugtag" tatsächlich eingestellt?
Eine Überprüfung der Prognose zeigt, wie gut oder schlecht die
Vorhersageprodukte beziehungsweise die eigene Interpretationsleistung war. Die Analyse
hilft, dazuzulernen.
Unfall-Analyse: Überfordert mit dem neuen Cockpit?
In schlechtem Wetter und bei starken Turbulenzen geriet eine sechssitzige Extra 400
über der Stadt Hagen in eine unkontrollierte Fluglage und stürzte ab. Bei dem Unfall des
neuen Flugzeugs kam der Eigner/Pilot, der sich allein an Bord befand, ums Leben. Für die
Unfallermittler der BFU (Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung) hat sich der Unfall
nicht aufgrund eines technischen Defektes ereignet. Sie gehen davon aus, dass der Pilot
überfordert war. Er habe unter großem Zeitdruck gestanden und sich nicht die Zeit
genommen, das für ihn ungewohnte und neue Cockpit (inklusive des neuen
Autopilotensystems) besser kennen zu lernen. Zudem flog er unter IFR-Bedingungen, obwohl
die EA 400 zu diesem Zeitpunkt dafür noch nicht zugelassen war.
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ULTRALEICHT
P92-S 100: Mehr als ein Facelifting
Auf der AERO ´99 gab die P92-S 100 ihr Debüt. Inzwischen sind die ersten Exemplare
der verbesserten P92 ausgeliefert. Wir wollten wissen, ob sich Tecnams Aufrüstung zur
neuen S-Version für die Kunden lohnt.
Tecnam hat das Erfolgs-UL nicht nur mit dem Rotax 912S (100 PS) stärker motorisiert,
sondern den Ganzmetall-Zweisitzer auch aerodynamisch verfeinert.
Mit gutem Ergebnis: Höhere Flugleistungen und eine ansprechendere Optik sind das
Resultat. Im Finish kommt die P92-S zwar nicht an das moderner Kunststoff-ULs heran,
sammelt bei unserem Pilot-Report aber als Allrounder mit guten Flugeigenschaften und einem
konkurrenzfähigen Preis Punkte.
AlphaMFD: Digitales Cockpit für UL-Flugzeuge
Mit dem Bräuniger AlphaMFD hält die digitale Motor- und Flugüberwachung in einer
kompakten Einheit Einzug bei ULs. Wir haben uns eines der ersten Seriengeräte angesehen,
das in einer Flight Design CT installiert ist.
In übersichtlichen Anzeigen und bedienfreundlich bietet das neue AlphaMFD den Piloten
alle notwendigen Informationen für die sichere Flugdurchführung. Dabei lassen sich die
Funktionen einfach auf die individuellen Bedürfnisse anpassen. Völlig auf konventionelle
Instrumente verzichten sollte man jedoch nicht.
Ecolights: Schützenhilfe für die Schweiz
Als einziges Land in Europa verbietet die Schweiz den Betrieb von
Ultraleichtflugzeugen. Seit Jahren kämpft die Swiss Microlight Flyers (SMF), eine
Gruppierung des Schweizer Aero-Clubs, für die Aufhebung des Verbotes. Jetzt gab es einen
neuen Anlauf. Am 21. März lud die SMF rund 40 Parlamentarier zu einer einmaligen
UL-Präsentation auf den Flughafen Bern-Belp.
Schützenhilfe erhielten sie dabei von deutschen UL-Herstellern, -Importeuren und
-Schulen. Die Veranstaltung schlug hervorragend ein. Abgeordnete verschiedener Fraktionen,
sogar der Präsident der Grünen, sprachen sich vor laufenden Kameras für die Einführung
der ULs, in der Schweiz Ecolights genannt, aus.
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SEGELFLUG
Die ASW 28 fliegt
Das neue Standard-Klasse-Flugzeug von Alexander Schleicher Segelflugzeugbau, die ASW
28, fliegt. Geschäftsführer Edgar Kremer absolvierte beim ersten Start auf der
Wasserkuppe gleich einen Thermikflug.
Konstrukteur Dipl.-Ing. Gerhard Waibel: "Schon beim ersten Eindruck hat sich gezeigt:
Die 28 fliegt kompakter, weniger nervös als die 24. Mit der großen Flügelfläche und
den hohen Winglets zeigt sie mehr Stabilität um die Längsachse. Und das war ja so
gewollt." Hat sie deshalb im Vergleich an Wendigkeit eingebüßt? Die
Kurvenwechselzeiten von 45 Grad zu 45 Grad Hängewinkel hat der Konstrukteur natürlich
gleich gemessen. Gerhard Waibel: "Bei dem 1,3fachen der Minimalgeschwindigkeit bin
ich auf 3 bis 3,5 Sekunden gekommen." Das liegt sogar noch unter dem Wert der ASW 24
(3,6 Sekunden).
Kompakt und einfach stimmig, so ist auch der optische Eindruck, den die ASW 28 am Boden
und im Flug vermittelt. Der im Mittelbereich recht tiefe Flügel spitzt sich in die hohen,
schon Säbelform und -maße annehmenden Winglets harmonisch zu. Sie wirken hier nicht wie
Fremdkörper wie sonst sehr oft. Flügel und Winglets erscheinen wie aus einem Guss. Etwas
ungewohnt erscheint das tiefe Seitenleitwerk.
Ausgereift: LS9 jetzt in Serie
Ihre Testphase hat die Vorserie der LS9 mit Bravour bestanden. Jetzt tritt Hersteller
Rolladen-Schneider mit der aus dem Erfolgsmodell LS6-c18w abgeleiteten motorisierten
Variante offensiv in den Markt der Eigenstarter ein.
Die Entwicklung der LS9 geht zurück ins Jahr 1995. Ein weitgehend ausentwickelter
Prototyp mit Rotax-Motor stand auch schon schnell im Wettbewerbseinsatz. Der Rückzug von
Triebwerkshersteller Rotax aus dem Geschäft der Zweitaktmotoren mit JAR-22-Zulassung hat
die LS9 dann aber erst einmal ausgebremst. Auf das zweifelhafte Verdienst, Pionier zu
spielen, verzichtete man in Egelsbach und wartete erst einmal die von Solo angekündigte
Alternative, den rund 50 PS starken Solo 2625, bis zur Serienreife ab.
Die LS9 überzeugt. Die Ausgestaltung auf der Triebwerksseite ist durchdacht, solide und
praxisfest. Als Segelflugzeug ist sie durch ihre Herkunft bekannt. Hier hat sie die guten
Seiten von LS6-c18w und LS4 geerbt.
Idaflieg-Wintertreffen in Dresden
Das Idaflieg-Wintertreffen im Januar war eine Premiere, zum ersten Mal wurde es von der
Akaflieg Dresden ausgerichtet. Die Dresdner Akaflieg, erst 1998 gegründet, befindet sich
noch im Aufbau und entwickelt gerade die ersten Ideen für eigene Projekte und
Untersuchungen.
An sich ist das Wintertreffen der Interessengemeinschaft der Akademischen Fliegergruppen
(Idaflieg) eine Institution mit viel Tradition. Bei diesem Treffen der Akafliegs unter
Beteiligung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des
Luftfahrt-Bundesamtes, der Segelflugzeughersteller und weiterer Interessierter geht es um
den Stand der Entwicklung der Gruppenprojekte, um die Messkampagnen des vorangegangenen
Sommertreffens und den Austausch und die Diskussionen neuer Ideen und Konzepte.
Vom Motorsegler zum Hörgerät
In zunehmendem Maße werden Segelflugzeuge motorisiert. Die Gefahr, sich hier im
Cockpit Gehörschäden einzuhandeln, ist nicht gering. Dr. Uwe Stüben hat die Belastung
untersucht.
In den vergangenen zwei Jahren entstand ein repräsentativer Querschnitt zum
Cockpitgeräusch von 15 Motorseglern (Reisemotorsegler und motorisierte Segelflugzeuge)
verschiedener Hersteller mit Bewertung der Messergebnisse für die Gesundheit der Piloten.
Das Entscheidende: Die Lärmwerte im Cockpit stehen im krassen Gegensatz zu denen im
Lärmzeugnis! Es wurden Werte von rund 120 dB(A) ermittelt!
LBA provoziert trügerisches Sicherheitsbewusstsein
Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) will den F-Schlepp an der Bodenkupplung per Dekret
verbieten. Das Amt erreicht mit dem Verbot sicherlich, dass es künftig keine
F-Schlepp-Unfälle an der Bodenkupplung mehr geben wird. Ob jedoch die
F-Schlepp-Unfallzahlen und die Zahl von verletzten Schlepppiloten zurückgehen werden, ist
sehr fraglich. Für Segelflugzeugkonstrukteur Gerhard Waibel und Frank Stahlkopf, dessen
Geschäft die Untersuchung von Flugunfällen ist, ist dieser Zweifel Anlass, einige
wichtige Tatsachen in Zusammenhang mit dem Flugzeugschlepp an Bug- oder Bodenkupplung ins
rechte Licht zu rücken.
Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport
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