aerokurier 6/2000
Editiorial Neue Lärmschutzforderungen durch
die Hintertür / Reportage
Fallschirmspringer absetzen: Skydiver im Cockpit /
Pilot Report Socata TB20 GT / Magazin Motorschäden:
Weiche Nockenwellen?, E-Commerce in der Allgemeinen Luftfahrt, Geplant: Bücker-Montage in
Rangsdorf, Walter Stender (1905 bis 2000) /
Faszination Oldtimer Cessna L-19 Birddog
/ Messen ILA-Premiere: OMF-160 Symphony, ILA 2000: Die
Flugzeuge, Expo-Satelliten: Viel Platz für die Allgemeine Luftfahrt / Reise Rund um Frankreich in sieben Tagen / Flying Lockheed
12 "Electra Junior" / Praxis Luftraum:TMZ und Delta im Alltag,
Navigation: VFR-Karten im Vergleich, Know-how: Die Umkehrkurve, Unfall-Analyse: In die
falsche Richtung gekurvt /
Ultraleicht F-Schlepp mit ULs: Erprobung
zeigt keine Probleme, FlyCom: Intelligenter Bordcomputer, Conneforde: UL-Gelände für den
Kurzurlaub / Segelflug Hat
das LBA interpretiert oder manipuliert?, Der neue Nimbus 4M: Leise und kraftvoll, SZD
"Foka": Erstflug vor 40 Jahren, Hockenheim-Wettbewerb 2000, Alarmierender
Rückgang im Segelflug, F-Schlepp: Seiltrick / aerokurier compact Web-Führer
EDITORIAL
Neue Lärmschutzforderungen durch die Hintertür
Seit 1. Mai gelten neue "Lärmschutzforderungen für Luftfahrzeuge" (LSL).
Nun muss bei einer Lärmmessung für Motorflugzeuge der Überflug mit höchstzulässiger
Startleistung sowie mit höchstzulässiger Startdrehzahl erfolgen. Das hat das
Verkehrsministerium Ende April lapidar mit Hinweis auf eine Anpassung an internationale
Regelungen mitgeteilt.
Die Änderung des Verfahrens scheint klein zu sein, bedeutet
aber, dass mit einem praxisfremden Verfahren gemessen werden muss, mit der Folge, dass
Flugzeuge die verschärften deutschen Lärmgrenzwerte nicht mehr erreichen können und als
Konsequenz daraus hier nicht mehr zulassbar sind.
Internationale Regelungen und deutscher Sonderweg bei den Lärmwerten,
das passt nicht zusammen. Die Forderung der Allgemeinen Luftfahrt lautet deshalb:
Sofortige Rücknahme dieser Änderung der Lärmschutzforderungen für Luftfahrzeuge oder
die Einführung einer gerechten Übergangsregelung mit Anpassung auch der Lärmgrenzwerte
an die internationalen Standards.
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REPORTAGE
Fallschirmspringer absetzen: Skydiver im Cockpit
Bis zum Absetzpunkt in 4000 m Höhe hat Maic die Twin Otter wie eine Verkehrsmaschine
geführt. Mit dem Abflug des letzten Springers ist es mit der Beschaulichkeit dahin. Die
Turboprop taucht nach Kassel zurück. Es ist, als wolle ganz Oberhessen ins Cockpit.
Absetzpilot, ein Job mit viel Action. Für die Reportage
haben wir bei der Springerschule Aero Fallschirmsport in Kassel reingeschaut.
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PILOT REPORT
Socata TB20 GT
Socata hat der TB-Flugzeugreihe eine Verjüngungskur verordnet. Die 250 PS starke
Trinidad hat sie bereits hinter sich. Am augenfälligsten ist die Neugestaltung des
Cockpitdachs. Im Kabineninnern stehen dadurch maximal acht Zentimeter mehr an Höhe zur
Verfügung.
In puncto Flugleistungen bietet die TB20 GT Gewohntes: Bei 65 Prozent
Leistung und Best-Power-Setting ist es unter ISA-Bedingungen möglich, in 8000 ft mit 151
TKTS unterwegs zu sein. Wird mit geringstem Spritverbrauch geflogen, lassen sich echte 148
kts erzielen angesichts einer mit 1,28 m recht breiten Kabine ein durchaus gutes
Resultat. Auch die Reichweite kann sich mit 1755 km zuzüglich Reserve fraglos sehen
lassen. Je nachdem, ob mit Best Power oder mit geringstem Treibstoffverbrauch geflogen
wird, muss bei 65 Prozent Leistung mit einem Stundenverbrauch zwischen 46 und 53 l Avgas
100LL gerechnet werden.
Die TB20 GT zählt wie bereits die Vorgängerin zu den
echten Viersitzern. Leer wiegt die Maschine durchschnittlich 800 kg. Ihr oberes
Gewichtslimit liegt bei 1405 kg.
Für eine IFR-ausgerüstete Trinidad GT müssen rund 700000 DM
veranschlagt werden.
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MAGAZIN
Motorschäden: Weiche Nockenwellen?
Ganz atypische Motorschäden in kurzer Folge bei zwei Robin DR 400/200 Remorqueur
lassen aufhorchen. Lieferte Textron Lycoming den IO-360 mit fehlerhaften Nockenwellen? Der
Verdacht liegt nahe, auch wenn sich der Hersteller bislang zu dem Thema ausschweigt. Die
Betroffenen jedoch, die über 50000 für den Triebwerkstausch berappen müssen, fordern
Aufklärung. Damit wollen sie verhindern, dass weitere Flugzeughalter vom
Nockenwellensterben getroffen werden.
E-Commerce in der Allgemeinen Luftfahrt
Der eigene Internetauftritt ist für Flugzeughändler ein wichtiges Medium geworden.
Besonders beim Gebrauchtflugzeugverkauf sind die Illustrationsmöglichkeiten eine wichtige
Entscheidungshilfe für die Kunden.
Rund die Hälfte aller Deutschen soll mittlerweile einen Internetzugang
haben, sei es zu Hause oder am Arbeitsplatz. Wie nutzt die Allgemeine Luftfahrt die
Chancen, die sich mit dem Internet auftun? Wir haben bei einigen Händlern und Flugschulen
nachgefragt.
Geplant: Bücker-Montage in Rangsdorf
Comeback nach 55 Jahren? Ein verlassener Flugplatz, ein Hersteller historischer
Flugzeuge auf der Suche nach einem Standort: Die Kombination ist ideal und könnte
Rangsdorf, wo einmal die Bücker-Flugzeuge gebaut wurden, wieder in der Welt bekannt
machen.
Walter Stender (1905 bis 2000)
Ein Leben für die Flattersicherheit: Die Zerstörung von Flugzeugen durch Flattern war
zeitlebens das Thema von Walter Stender. Mit seiner Arbeit trug der Flugzeugingenieur ganz
entscheidend dazu bei, diese gefährlichen Resonanzerscheinungen zu vermeiden.
Insbesondere der Segelflug hat ihm viel zu verdanken.
Walter Stender ist Anfang des Jahres im Alter von 95 Jahren in
Nürnberg gestorben. Wenige nur wissen, dass er zu jenem Kreis von Persönlichkeiten
gehörte, die fast das ganze zu Ende gegangene Jahrhundert der Entwicklung des
Flugzeugbaus und des Fliegens miterlebt, aber auch mitgestaltet haben. Das zentrale
Anliegen des Ingenieurs war die Erforschung der Flattervorgänge bei Flugzeugen mit dem
Ziel, durch geeignete aerodynamische Auslegungen kombiniert mit flugzeugtechnischen
Maßnahmen solche Vorgänge zu vermeiden. Sein Streben, Flugzeuge im zugelassenen
Geschwindigkeitsbereich vor den gefährlichen Resonanzerscheinungen zu bewahren, währte
über 70 erfolgreiche Jahre.
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FASZINATION OLDTIMER
Cessna L-19 Birddog
Die Birddog ist das ideale Oldtimerflugzeug: Spornradkonfiguration, einfache Technik
und Ersatzteile en masse. Dennoch ist sie in Europa ein seltenes Flugzeug, in Deutschland
gibt es nur zwei Exemplare.
Christian Haiml ist der Cessna Birddog dreimal begegnet, dann war es um ihn
geschehen. Zum ersten Mal sah er das kleine Verbindungsflugzeug der amerikanischen
Streitkräfte in den fünfziger Jahren auf dem Flughafen Salzburg. Dann sah er es wieder,
als die Amerikaner Österreich im Rahmen eines militärischen Hilfsprogramms 29 L-19
übergaben. 1985 schließlich Christian Haiml war bei
einem Treffen ehemaliger österreichischer Militärpiloten
entschloss er sich, eine L-19 zu kaufen.
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MESSEN
ILA-Premiere: OMF-160 Symphony
Ein neuer deutscher Zweisitzer gibt auf der ILA 2000 sein Debüt. Mit ihrem 160 PS
starken Lycoming erreicht die OMF-160 Sympony 131 kts Reisegeschwindigkeit. Unter
weitgehender Geheimhaltung hatte in den vergangenen zwei Jahren die Ostmecklenburgische
Flugzeugbau GmbH das neue Flugzeug entwickelt. Die JAR-23-Zulassung soll bereits innerhalb
der nächsten drei Monate erteilt werden. Als erste deutsche Luftfahrtzeitschrift stellt
Ihnen der aerokurier exklusiv die OMF-160 Symphony vor und sagt Ihnen, was der Newcomer
OMF für die Zukunft plant.
ILA 2000: Die Flugzeuge
Die ILA 2000 wird eine neue Rekordmarke setzen: Annähernd 300 Flugzeuge und Helikopter
werden vom 6. bis 12. Juni auf dem Messegelände in Berlin-Schönefeld präsentiert. Ein
Großteil davon wird auch im Fluge zu sehen sein.
Mehr Flugzeuge gab es noch nie bei einer internationalen
Luftfahrt-ausstellung in Europa. Die ILA 2000 wird damit zum fliegerischen Großereignis.
Auf dem europäischen Kontinent jedenfalls ist sie, gemessen an der Zahl der Exponate,
führend. Zahlreiche Flugzeuge wird der ILA-Besucher auch täglich im attraktiven,
mehrstündigen Flugprogramm sehen können.
Insgesamt werden rund 850 Firmen aus aller Welt erwartet, erstmals sind
auch Aussteller aus Südafrika und Irland auf der ILA vertreten. Eine Übersicht
mit Hinweisen zur Anreise mit dem Privatflugzeug, Auto, Bussen und Bahnen.
Expo-Satelliten: Viel Platz für die Allgemeine Luftfahrt
Der Countdown läuft. Mit der Expo 2000 in Hannover steht Deutschland ein Großereignis
von internationalem Rang ins Haus. Rausgeputzt haben sich dafür auch die Flugplätze rund
um Hannover.
Während der Expo 2000 rechnet der Verkehrsflughafen
Hannover-Langenhagen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen. Slots werden auch die Allgemeine
Luftfahrt regeln und entscheiden, wer wann einfliegen und wieder ausfliegen darf.
Spezielle Regelungen finden sich in den NfL (I-144/00).
Hier werden die Satelliten, die Ausweichflugplätze rund um Hannover
mit ihren Verkehrsverbindungen zur Weltausstellung vorgestellt.
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REISE
Rund um Frankreich in sieben Tagen
Vier Männer hatten einfach mal Lust auf eine Woche Frankreich. Mit zwei Flugzeugen,
Zelten, Schlafsäcken und eine Menge Spaß im Gepäck machten sie sich auf den Weg.
Frankreich lockt, vielfach werden keine Landegebühren erhoben, auf den Plätzen begegnet
man freundlichen Leuten, französischer Lebensart. Hier ist halt alles ein bisschen anders
als im eigenen Land. Eine Reisebeschreibung zum Nachfliegen.
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FLYING
Lockheed 12 "Electra Junior"
Auch wenn Sie von der Lockheed 12 noch nie etwas gehört haben sollten, gesehen haben
Sie bestimmt schon eine in "Casablanca", dem Filmklassiker mit Humphrey
Bogart und Ingrid Bergman.
Bob Grimstead durfte in einem der ganz wenigen, heute noch flugfähigen Exemplare fliegen.
Über Jahre hatte sie Fallschirmspringern als Absetzmaschine gedient. Dementsprechend war
ihr Zustand. Besitzer Donovan investierte jede Menge Zeit und noch mehr Geld. Wie sich die
elegante Sternmotor-Twin mit dem markanten Doppelseitenleitwerk fliegt? In der aktuellen
aerokurier-Ausgabe finden Sie zusammen mit reizvollen Fotos die Antwort.
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PRAXIS
Luftraum:TMZ und Delta im Alltag
Die großen Verkehrsflughäfen sind heute durchweg mit C-Räumen umgeben, um die
Regionalflughäfen wachsen noch nicht ganz so restriktive TMZ und Delta-Räume. Wie
durchlässig sind sie in der Praxis?
Mit zunehmendem IFR-Verkehr wächst rund um die Regionalflughäfen das
Schutzbedürfnis dieser Verkehrsart gegen unbekannten und unkontrollierten Verkehr. Ende
März hat das zu einer weiteren Veränderung der Luftraumsituation in Deutschland
geführt. Dazu nur zwei Beispiele: Der Luftraum um Paderborn-Lippstadt wurde zur
Transponder Mandatory Zone (TMZ), einem Gebiet, das nur mit Transponder beflogen werden
darf. Über und rund um Dortmund wurde ein D-Luftraum (nicht Kontrollzone) installiert,
für dessen Nutzung Transponder und Freigaben erforderlich sind. Bislang waren diese
Flughäfen in den DFS-ICAO-Karten nur durch die Einfassung mit einem Kreisbogen, Radius 16
NM, herausgehoben.
Navigation: VFR-Karten im Vergleich
In jedem Frühjahr sind neue VFR-Karten fällig und damit stellt sich die Frage: Nehme
ich die DFS ICAO-Karte oder die VFR-Karte von Jeppesen?
Im Informationsgehalt unterscheiden sich die Kartensysteme
(Maßstab 1 : 500000) nur in Nuancen. Sie richten sich an den VFR-Piloten und bringen die
für Sichtflüge notwendige Luftrauminformation im Bereich Deutschland also alles
Relevante unter Flugfläche 100. Im Kartenschnitt und der Aufbereitung der geografischen
Daten zeigen sie aber einen völlig eigenständigen Charakter.
Know-how: Die Umkehrkurve
In trauriger Regelmäßigkeit wiederholen sich in der Allgemeinen Luftfahrt Jahr für
Jahr Schlechtwetterunfälle. Viele der verunglückten Piloten könnten heute noch leben.
Ihre Flugzeuge waren so instrumentiert, dass sie sich mit einer nach Instrumenten
geflogenen 180-Grad-Umkehrkurve aus ihrer misslichen Situation hätten befreien können
wenn sie dieses Manöver in ihrer Ausbildung (oder später) gelernt hätten.
In den aktualisierten Ausbildungsrichtlinien für Privatpiloten
findet sich jetzt als zusätzlicher Lerninhalt das Fliegen einer Umkehrkurve nach
Instrumenten. Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Praxisbeitrag von Karl-Heinz Apel.
Unfall-Analyse: In die falsche Richtung gekurvt
Der Entschluss, eine Umkehrkurve zu fliegen, weil die Leistung des Motors für das
Überqueren eines Passes nicht ausreichte, endete für den alkoholisierten Piloten einer
PA-28 und seine beiden Insassen tödlich.
Mit zwei Passagieren an Bord einer Piper PA-28 Warrior startete
der 47-jährige Pilot am späten Vormittag im Oktober auf dem Flugplatz Locarno (Tessin)
zu einem VFR-Flug nach Salzburg. Unmittelbar nach dem Start verabschiedete er sich von der
Platzfrequenz. Er ging in den direkten Steigflug auf der geplanten Route über. Sein Weg
führte ins östlich von Locarno gelegene Morobbia-Tal Richtung San-Jorio-Pass.
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ULTRALEICHT
F-Schlepp mit ULs: Erprobung zeigt keine Probleme
Seit über zwei Jahren läuft das Erprobungsprogramm. Jetzt liegen gesicherte Daten
über den F-Schlepp mit Ultraleichtflugzeugen vor. Nach über 500 Flügen stehen die
Zeichen gut, dass bald schon F-Schlepps zum Windenstartpreis möglich werden.
Wir haben die wichtigsten Ergebnisse der laufenden Erprobung
zusammengefasst.
FlyCom: Intelligenter Bordcomputer
Das FlyCom ist derzeit einzigartig auf dem Markt. Der Clou dieses elektronischen
Überwachungssystems ist seine digitale Sprachausgabe. Werden Motor- oder
Flugzeuggrenzwerte überschritten, sagt das FlyCom dem Piloten im wahrsten Sinne des
Wortes Bescheid. Im Juni-aerokurier stellen wir Ihnen das Gerät ausführlich vor.
Conneforde: UL-Gelände für den Kurzurlaub
Zum echten Tip für den Kurzurlaub mit dem UL könnte das junge UL-Gelände
Wiefelstede/Conneforde werden. Der 1999 eröffnete Platz (PPR) mit derzeit 360 m langer
Grasbahn liegt unweit vom Jadebusen zwischen Westerstede und Varel.
Unmittelbar an das Fluggelände schließt der Ferienpark Connefornia
an, der neben einem Badesee und einem Angelsee jede Menge Freizeitmöglichkeiten vom
Bogenschießen bis zum Surfen oder Segeln bietet. Am 19. August veranstaltet der
Platzhalter ein großes Fly-in.
UL-Gelände Wiefelstede/Conneforde, Koordinaten: 53 19 27 N, 08 04 18
E, Landebahn: 12/20, 350 m Gras, Funk: Conneforde Start, 120,975 MHz, Treibstoff: Super
bleifrei, Landegebühr: vier Mark, PPR: Tel. 04458/9182-13, Fax -15
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SEGELFLUG
Hat das LBA interpretiert oder manipuliert?
Der Vorwurf ist brisant. Hat das Luftfahrt-Bundesamt Statistiken dramatisiert zu
deutsch manipuliert , um für sein Verbot des F-Schlepps an der Bodenkupplung zu
werben?
Die "Bekanntmachung über den Einbau einer Bugkupplung zum Schleppen von
Segelflugzeugen durch andere Luftfahrzeuge" ist veröffentlicht (NfL II 38/00
vom 20. April). Damit ist mit einer Übergangsfrist ein Verbot des F-Schlepps an der
Bodenkupplung in Kraft getreten.
Begründet hat das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) dieses Dekret mit der
"Untersuchung zur Unfallbekämpfung/Steuerbarkeit im Flugzeugschlepp" am
Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR). Bei der Unterrichtung des Deutschen Aero Clubs
(DAeC) am 15. Dezember 1999 in Braunschweig über das vorgesehene Verbot wurden den
DAeC-Vertretern jedenfalls Zahlen als Ergebnis der DLR-Untersuchung präsentiert, die sich
mit der DLR-Untersuchung nicht belegen lassen. Diese Zahlen dramatisieren die
Unfallanalyse ganz entscheidend. Die DAeC-Vertreter ließen sich bei dem Treffen von den
Zahlen beeindrucken und stimmten dem vorgeschlagenen Verbot mit Einsprüchen zur
Übergangszeit zu.
Bislang hat das LBA keine Stellung zu dem Vorwurf genommen, dem DAeC
mit falschen Zahlen die Zustimmung zum Verbot abgerungen zu haben. Sollte sich das
Luftfahrt-Bundesamt auf eigene Interpretation von Statistiken herausreden, ist eine Klage
gegen die NfL II 38/00 beabsichtigt.
Der neue Nimbus 4M: Leise und kraftvoll
Dieser Motor hat dem Spitzenflugzeug von Schempp-Hirth gefehlt: Mit dem 60-PS-Solo
erhält der Nimbus 4M die Muskeln für den Eigenstart, die vom Niveau seiner
Segelflugleistungen her erwartet werden. Im Auftritt bleibt er leise und umweltfreundlich.
Dem Nimbus 4M steht der 60-PS-Solo-Motor sehr gut. Er verschafft ihm
die für den Start notwendigen Reserven, denn ein Leichtgewicht ist der Eigenstarter mit
26,4 m Spannweite nicht. Die Rüstmasse inklusive Instrumentierung und Batterien beträgt
rund 580 kg das liegt schon jenseits der maximal überhaupt zulässigen Massen von
15-m-Flugzeugen , hinzu kommt der Pilot. Die für die Kurbel- und Gleitleistungen
entscheidende minimale Flächenbelastung des Nimbus 4M rückt damit in den Bereich von 40
kg/m2 eine für Flugzeuge dieser hohen Streckung (38,8) vernünftige
Region.
SZD "Foka": Erstflug vor 40 Jahren
Vor vierzig Jahren flog eines der schönsten und berühmtesten in Polen gebauten
Segelflugzeuge zum ersten Mal: die Foka. Ihre Entwicklungsgeschichte steht exemplarisch
für die mit ihr auslaufende Holzbauweise.
Ihr Debüt gab die Foka bei den Segelflug-Weltmeisterschaften 1960 in
Köln auf dem Butzweilerhof, wo sie sowohl wegen ihrer Eleganz als auch wegen ihrer
Flugleistungen viel Beachtung fand. Ihre beste Gleitzahl bei 15 m Spannweite: 34. 1965 bei
den Weltmeisterschaften in South Cerney in England gelang mit diesem Flugzeug ein Coup,
der einmalig in der Segelfluggeschichte ist und wohl keine Wiederholung mehr erfahren
dürfte: Jan Wroblewski, Polen, startete mit dem Standard-Klasse-Flugzeug Foka 4 in der
Offenen Klasse und wurde Weltmeister!
Der Bericht zeigt die Entwicklungsgeschichte dieses Glanzstücks
der Holzbauweise.
Hockenheim-Wettbewerb 2000
Für viele Wettbewerbspiloten ist der Hockenheim-Wettbewerb als Saisonauftakt längst
eine feste Größe. Diesmal war er schon Monate im Vorfeld ausgebucht, rund 40
Interessenten musste abgesagt werden.
Für die ersten zwei Tage, Karfreitag und -samstag, war ein schwaches
Hochdruckgebilde wetterwirksam. Abgelöst wurde es von einer okkludierenden Kaltfront, die
mit ihrem Schlechtwettergebiet zwei unfliegbare Tage bescherte, so dass die Ostereier im
Regen gesucht werden mussten. Das nachfolgende Hoch überquerte Hockenheim etwas zu rasch.
Auf seiner Südwestflanke zog mit südlicher Strömung sehr schnell Warmluft ins
Wettbewerbsgebiet. Es waren aber noch zwei weitere Wertungstage möglich. Eine wellende
Kaltfront, die eine Tiefdruckrinne formierte, verhinderte weitere Wertungstage. (Ergebnisse)
Alarmierender Rückgang im Segelflug
Für die Vollversammlung 2000 der Internationalen Segelflugkommission (IGC) hat John
Roake, Neuseeland, eine Bestandsaufnahme des Weltsegelflugs erstellt. Das erschreckende
Ergebnis: Überall gehen die Mitgliederzahlen zurück.
Die Bilanz zur Mitgliedersituation weltweit (große tabellarische
Übersicht im aerokurier) gibt Anlass zur Sorge. Für die Bestandsaufnahme haben zwar
nicht alle Aero-Clubs / Segelflugverbände gemeldet, so fehlen unter anderem in der
Übersicht Italien, Finnland und Polen, am Gesamtbild dürften die Zahlen dieser Länder
aber nichts ändern. Ein Rückblick zeigt, dass die Mitgliederzahl während der
vergangenen zehn Jahre um 12,2 Prozent geschrumpft ist, wenn die früheren Ostblockstaaten
mit einbezogen werden, sogar um 14,81 Prozent!
Und der Rückgang beschleunigt sich. Das kann nicht länger
ignoriert werden. Eine Reihe von IGC-Mitgliedsverbänden (Niederlande, Neuseeland, USA)
hat versucht, die Entwicklung mit verschiedenen Maßnahmen aufzuhalten, aber es konnte
kein nennenswerter Erfolg, keine Umkehr erzielt werden.
Eine Analyse, woran es liegen kann. In der aerokurier Ausgabe Juli
folgen Vorschläge, um den Trend zu stoppen und eventuell umzukehren.
F-Schlepp: Seiltrick
Muss es immer eine Bugkupplung sein? Ingenieur Rüdiger Kunz hat da eine eigene Meinung
und einen Vorschlag, der die Bugkupplung ersetzen könnte.
Mittels einer Seilschlinge, die um den Rumpfbug gelegt wird, kann der
Angriffspunkt des F-Schlepp-Seils in den Bereich der Rumpfspitze gelegt werden
(Zeichnungen finden sich im aerokurier). Die Schlinge führt mit einem weiteren Seil zur
Bodenkupplung. An der Verbindungsstelle der Seile ist eine Art Karabinerhaken vorgesehen,
in den der Ring des Schleppseiles mit Sollbruchstelle eingehakt wird. Wenn die
Bodenkupplung ausgelöst wird, wird auch die Seilschlinge mit abgestreift.
Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport
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aerokurier COMPACT
Web-Führer
Das Angebot im Internet wächst nicht, es
explodiert förmlich. Wir möchten Ihnen in diesem Informationsdschungel mit aerokurier
compact die Navigation erleichtern und haben uns über 1000 Luftfahrt-Homepages
angeschaut. Wenn Sie Luftfahrtinformationen im Internet finden wollen, ist dieses Booklet
der Schlüssel zur erfolgreichen Suche, egal ob Sie Internet-Anfänger oder WWW-Profi
sind.
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