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aerokurier 6/2000
AETi0600.jpg (31739 Byte)Editiorial Neue Lärmschutzforderungen durch die Hintertür / Reportage Fallschirmspringer absetzen: Skydiver im Cockpit / Pilot Report Socata TB20 GT / Magazin Motorschäden: Weiche Nockenwellen?, E-Commerce in der Allgemeinen Luftfahrt, Geplant: Bücker-Montage in Rangsdorf, Walter Stender (1905 bis 2000) / Faszination Oldtimer Cessna L-19 Birddog / Messen ILA-Premiere: OMF-160 Symphony, ILA 2000: Die Flugzeuge, Expo-Satelliten: Viel Platz für die Allgemeine LuftfahrtReise Rund um Frankreich in sieben Tagen /   Flying Lockheed 12 "Electra Junior" / Praxis Luftraum:TMZ und Delta im Alltag, Navigation: VFR-Karten im Vergleich, Know-how: Die Umkehrkurve, Unfall-Analyse: In die falsche Richtung gekurvt / Ultraleicht F-Schlepp mit ULs: Erprobung zeigt keine Probleme, FlyCom: Intelligenter Bordcomputer, Conneforde: UL-Gelände für den Kurzurlaub / Segelflug Hat das LBA interpretiert oder manipuliert?, Der neue Nimbus 4M: Leise und kraftvoll, SZD "Foka": Erstflug vor 40 Jahren, Hockenheim-Wettbewerb 2000, Alarmierender Rückgang im Segelflug, F-Schlepp: Seiltrick / aerokurier compact Web-Führer


EDITORIAL

Neue Lärmschutzforderungen durch die Hintertür

Seit 1. Mai gelten neue "Lärmschutzforderungen für Luftfahrzeuge" (LSL). Nun muss bei einer Lärmmessung für Motorflugzeuge der Überflug mit höchstzulässiger Startleistung sowie mit höchstzulässiger Startdrehzahl erfolgen. Das hat das Verkehrsministerium Ende April lapidar mit Hinweis auf eine Anpassung an internationale Regelungen mitgeteilt.
     Die Änderung des Verfahrens scheint klein zu sein, bedeutet aber, dass mit einem praxisfremden Verfahren gemessen werden muss, mit der Folge, dass Flugzeuge die verschärften deutschen Lärmgrenzwerte nicht mehr erreichen können und als Konsequenz daraus hier nicht mehr zulassbar sind.
    Internationale Regelungen und deutscher Sonderweg bei den Lärmwerten, das passt nicht zusammen. Die Forderung der Allgemeinen Luftfahrt lautet deshalb: Sofortige Rücknahme dieser Änderung der Lärmschutzforderungen für Luftfahrzeuge oder die Einführung einer gerechten Übergangsregelung mit Anpassung auch der Lärmgrenzwerte an die internationalen Standards.

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REPORTAGE

Fallschirmspringer absetzen: Skydiver im Cockpit

Bis zum Absetzpunkt in 4000 m Höhe hat Maic die Twin Otter wie eine Verkehrsmaschine geführt. Mit dem Abflug des letzten Springers ist es mit der Beschaulichkeit dahin. Die Turboprop taucht nach Kassel zurück. Es ist, als wolle ganz Oberhessen ins Cockpit.
      Absetzpilot, ein Job mit viel Action. Für die Reportage haben wir bei der Springerschule Aero Fallschirmsport in Kassel reingeschaut.

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PILOT REPORT

Socata TB20 GT

Socata hat der TB-Flugzeugreihe eine Verjüngungskur verordnet. Die 250 PS starke Trinidad hat sie bereits hinter sich. Am augenfälligsten ist die Neugestaltung des Cockpitdachs. Im Kabineninnern stehen dadurch maximal acht Zentimeter mehr an Höhe zur Verfügung.
   In puncto Flugleistungen bietet die TB20 GT Gewohntes: Bei 65 Prozent Leistung und Best-Power-Setting ist es unter ISA-Bedingungen möglich, in 8000 ft mit 151 TKTS unterwegs zu sein. Wird mit geringstem Spritverbrauch geflogen, lassen sich echte 148 kts erzielen – angesichts einer mit 1,28 m recht breiten Kabine ein durchaus gutes Resultat. Auch die Reichweite kann sich mit 1755 km zuzüglich Reserve fraglos sehen lassen. Je nachdem, ob mit Best Power oder mit geringstem Treibstoffverbrauch geflogen wird, muss bei 65 Prozent Leistung mit einem Stundenverbrauch zwischen 46 und 53 l Avgas 100LL gerechnet werden.
    Die TB20 GT zählt – wie bereits die Vorgängerin – zu den echten Viersitzern. Leer wiegt die Maschine durchschnittlich 800 kg. Ihr oberes Gewichtslimit liegt bei 1405 kg.
    Für eine IFR-ausgerüstete Trinidad GT müssen rund 700000 DM veranschlagt werden.

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MAGAZIN

Motorschäden: Weiche Nockenwellen?

Ganz atypische Motorschäden in kurzer Folge bei zwei Robin DR 400/200 Remorqueur lassen aufhorchen. Lieferte Textron Lycoming den IO-360 mit fehlerhaften Nockenwellen? Der Verdacht liegt nahe, auch wenn sich der Hersteller bislang zu dem Thema ausschweigt. Die Betroffenen jedoch, die über 50000 für den Triebwerkstausch berappen müssen, fordern Aufklärung. Damit wollen sie verhindern, dass weitere Flugzeughalter vom Nockenwellensterben getroffen werden.

E-Commerce in der Allgemeinen Luftfahrt

Der eigene Internetauftritt ist für Flugzeughändler ein wichtiges Medium geworden. Besonders beim Gebrauchtflugzeugverkauf sind die Illustrationsmöglichkeiten eine wichtige Entscheidungshilfe für die Kunden.
    Rund die Hälfte aller Deutschen soll mittlerweile einen Internetzugang haben, sei es zu Hause oder am Arbeitsplatz. Wie nutzt die Allgemeine Luftfahrt die Chancen, die sich mit dem Internet auftun? Wir haben bei einigen Händlern und Flugschulen nachgefragt.

Geplant: Bücker-Montage in Rangsdorf

Comeback nach 55 Jahren? Ein verlassener Flugplatz, ein Hersteller historischer Flugzeuge auf der Suche nach einem Standort: Die Kombination ist ideal und könnte Rangsdorf, wo einmal die Bücker-Flugzeuge gebaut wurden, wieder in der Welt bekannt machen.

Walter Stender (1905 bis 2000)

Ein Leben für die Flattersicherheit: Die Zerstörung von Flugzeugen durch Flattern war zeitlebens das Thema von Walter Stender. Mit seiner Arbeit trug der Flugzeugingenieur ganz entscheidend dazu bei, diese gefährlichen Resonanzerscheinungen zu vermeiden. Insbesondere der Segelflug hat ihm viel zu verdanken.
    Walter Stender ist Anfang des Jahres im Alter von 95 Jahren in Nürnberg gestorben. Wenige nur wissen, dass er zu jenem Kreis von Persönlichkeiten gehörte, die fast das ganze zu Ende gegangene Jahrhundert der Entwicklung des Flugzeugbaus und des Fliegens miterlebt, aber auch mitgestaltet haben. Das zentrale Anliegen des Ingenieurs war die Erforschung der Flattervorgänge bei Flugzeugen mit dem Ziel, durch geeignete aerodynamische Auslegungen kombiniert mit flugzeugtechnischen Maßnahmen solche Vorgänge zu vermeiden. Sein Streben, Flugzeuge im zugelassenen Geschwindigkeitsbereich vor den gefährlichen Resonanzerscheinungen zu bewahren, währte über 70 erfolgreiche Jahre.

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FASZINATION OLDTIMER

Cessna L-19 Birddog

Die Birddog ist das ideale Oldtimerflugzeug: Spornradkonfiguration, einfache Technik und Ersatzteile en masse. Dennoch ist sie in Europa ein seltenes Flugzeug, in Deutschland gibt es nur zwei Exemplare.
   Christian Haiml ist der Cessna Birddog dreimal begegnet, dann war es um ihn geschehen. Zum ersten Mal sah er das kleine Verbindungsflugzeug der amerikanischen Streitkräfte in den fünfziger Jahren auf dem Flughafen Salzburg. Dann sah er es wieder, als die Amerikaner Österreich im Rahmen eines militärischen Hilfsprogramms 29 L-19 übergaben. 1985 schließlich Christian Haiml war bei einem Treffen ehemaliger österreichischer Militärpiloten entschloss er sich, eine L-19 zu kaufen.

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MESSEN

ILA-Premiere: OMF-160 Symphony

Ein neuer deutscher Zweisitzer gibt auf der ILA 2000 sein Debüt. Mit ihrem 160 PS starken Lycoming erreicht die OMF-160 Sympony 131 kts Reisegeschwindigkeit. Unter weitgehender Geheimhaltung hatte in den vergangenen zwei Jahren die Ostmecklenburgische Flugzeugbau GmbH das neue Flugzeug entwickelt. Die JAR-23-Zulassung soll bereits innerhalb der nächsten drei Monate erteilt werden. Als erste deutsche Luftfahrtzeitschrift stellt Ihnen der aerokurier exklusiv die OMF-160 Symphony vor und sagt Ihnen, was der Newcomer OMF für die Zukunft plant.

ILA 2000: Die Flugzeuge

Die ILA 2000 wird eine neue Rekordmarke setzen: Annähernd 300 Flugzeuge und Helikopter werden vom 6. bis 12. Juni auf dem Messegelände in Berlin-Schönefeld präsentiert. Ein Großteil davon wird auch im Fluge zu sehen sein.
    Mehr Flugzeuge gab es noch nie bei einer internationalen Luftfahrt-ausstellung in Europa. Die ILA 2000 wird damit zum fliegerischen Großereignis. Auf dem europäischen Kontinent jedenfalls ist sie, gemessen an der Zahl der Exponate, führend. Zahlreiche Flugzeuge wird der ILA-Besucher auch täglich im attraktiven, mehrstündigen Flugprogramm sehen können.
    Insgesamt werden rund 850 Firmen aus aller Welt erwartet, erstmals sind auch Aussteller aus Südafrika und Irland auf der ILA vertreten. – Eine Übersicht mit Hinweisen zur Anreise mit dem Privatflugzeug, Auto, Bussen und Bahnen.

Expo-Satelliten: Viel Platz für die Allgemeine Luftfahrt

Der Countdown läuft. Mit der Expo 2000 in Hannover steht Deutschland ein Großereignis von internationalem Rang ins Haus. Rausgeputzt haben sich dafür auch die Flugplätze rund um Hannover.
    Während der Expo 2000 rechnet der Verkehrsflughafen Hannover-Langenhagen mit erhöhtem Verkehrsaufkommen. Slots werden auch die Allgemeine Luftfahrt regeln und entscheiden, wer wann einfliegen und wieder ausfliegen darf. Spezielle Regelungen finden sich in den NfL (I-144/00).
    Hier werden die Satelliten, die Ausweichflugplätze rund um Hannover mit ihren Verkehrsverbindungen zur Weltausstellung vorgestellt.

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REISE

Rund um Frankreich in sieben Tagen

Vier Männer hatten einfach mal Lust auf eine Woche Frankreich. Mit zwei Flugzeugen, Zelten, Schlafsäcken und eine Menge Spaß im Gepäck machten sie sich auf den Weg. Frankreich lockt, vielfach werden keine Landegebühren erhoben, auf den Plätzen begegnet man freundlichen Leuten, französischer Lebensart. Hier ist halt alles ein bisschen anders als im eigenen Land. Eine Reisebeschreibung zum Nachfliegen.

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FLYING

Lockheed 12 "Electra Junior"

Auch wenn Sie von der Lockheed 12 noch nie etwas gehört haben sollten, gesehen haben Sie bestimmt schon eine – in "Casablanca", dem Filmklassiker mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman.
Bob Grimstead durfte in einem der ganz wenigen, heute noch flugfähigen Exemplare fliegen. Über Jahre hatte sie Fallschirmspringern als Absetzmaschine gedient. Dementsprechend war ihr Zustand. Besitzer Donovan investierte jede Menge Zeit und noch mehr Geld. Wie sich die elegante Sternmotor-Twin mit dem markanten Doppelseitenleitwerk fliegt? In der aktuellen aerokurier-Ausgabe finden Sie – zusammen mit reizvollen Fotos – die Antwort.

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PRAXIS

Luftraum:TMZ und Delta im Alltag

Die großen Verkehrsflughäfen sind heute durchweg mit C-Räumen umgeben, um die Regionalflughäfen wachsen noch nicht ganz so restriktive TMZ und Delta-Räume. Wie durchlässig sind sie in der Praxis?
    Mit zunehmendem IFR-Verkehr wächst rund um die Regionalflughäfen das Schutzbedürfnis dieser Verkehrsart gegen unbekannten und unkontrollierten Verkehr. Ende März hat das zu einer weiteren Veränderung der Luftraumsituation in Deutschland geführt. Dazu nur zwei Beispiele: Der Luftraum um Paderborn-Lippstadt wurde zur Transponder Mandatory Zone (TMZ), einem Gebiet, das nur mit Transponder beflogen werden darf. Über und rund um Dortmund wurde ein D-Luftraum (nicht Kontrollzone) installiert, für dessen Nutzung Transponder und Freigaben erforderlich sind. Bislang waren diese Flughäfen in den DFS-ICAO-Karten nur durch die Einfassung mit einem Kreisbogen, Radius 16 NM, herausgehoben.

Navigation: VFR-Karten im Vergleich

In jedem Frühjahr sind neue VFR-Karten fällig und damit stellt sich die Frage: Nehme ich die DFS ICAO-Karte oder die VFR-Karte von Jeppesen?
     Im Informationsgehalt unterscheiden sich die Kartensysteme (Maßstab 1 : 500000) nur in Nuancen. Sie richten sich an den VFR-Piloten und bringen die für Sichtflüge notwendige Luftrauminformation – im Bereich Deutschland also alles Relevante unter Flugfläche 100. Im Kartenschnitt und der Aufbereitung der geografischen Daten zeigen sie aber einen völlig eigenständigen Charakter.

Know-how: Die Umkehrkurve

In trauriger Regelmäßigkeit wiederholen sich in der Allgemeinen Luftfahrt Jahr für Jahr Schlechtwetterunfälle. Viele der verunglückten Piloten könnten heute noch leben. Ihre Flugzeuge waren so instrumentiert, dass sie sich mit einer nach Instrumenten geflogenen 180-Grad-Umkehrkurve aus ihrer misslichen Situation hätten befreien können – wenn sie dieses Manöver in ihrer Ausbildung (oder später) gelernt hätten.
     In den aktualisierten Ausbildungsrichtlinien für Privatpiloten findet sich jetzt als zusätzlicher Lerninhalt das Fliegen einer Umkehrkurve nach Instrumenten. Worauf es dabei ankommt, beschreibt der Praxisbeitrag von Karl-Heinz Apel.

Unfall-Analyse: In die falsche Richtung gekurvt

Der Entschluss, eine Umkehrkurve zu fliegen, weil die Leistung des Motors für das Überqueren eines Passes nicht ausreichte, endete für den alkoholisierten Piloten einer PA-28 und seine beiden Insassen tödlich.
     Mit zwei Passagieren an Bord einer Piper PA-28 Warrior startete der 47-jährige Pilot am späten Vormittag im Oktober auf dem Flugplatz Locarno (Tessin) zu einem VFR-Flug nach Salzburg. Unmittelbar nach dem Start verabschiedete er sich von der Platzfrequenz. Er ging in den direkten Steigflug auf der geplanten Route über. Sein Weg führte ins östlich von Locarno gelegene Morobbia-Tal Richtung San-Jorio-Pass.

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ULTRALEICHT

F-Schlepp mit ULs: Erprobung zeigt keine Probleme

Seit über zwei Jahren läuft das Erprobungsprogramm. Jetzt liegen gesicherte Daten über den F-Schlepp mit Ultraleichtflugzeugen vor. Nach über 500 Flügen stehen die Zeichen gut, dass bald schon F-Schlepps zum Windenstartpreis möglich werden.
     Wir haben die wichtigsten Ergebnisse der laufenden Erprobung zusammengefasst.

FlyCom: Intelligenter Bordcomputer

Das FlyCom ist derzeit einzigartig auf dem Markt. Der Clou dieses elektronischen Überwachungssystems ist seine digitale Sprachausgabe. Werden Motor- oder Flugzeuggrenzwerte überschritten, sagt das FlyCom dem Piloten im wahrsten Sinne des Wortes Bescheid. Im Juni-aerokurier stellen wir Ihnen das Gerät ausführlich vor.

Conneforde: UL-Gelände für den Kurzurlaub

Zum echten Tip für den Kurzurlaub mit dem UL könnte das junge UL-Gelände Wiefelstede/Conneforde werden. Der 1999 eröffnete Platz (PPR) mit derzeit 360 m langer Grasbahn liegt unweit vom Jadebusen zwischen Westerstede und Varel.
    Unmittelbar an das Fluggelände schließt der Ferienpark Connefornia an, der neben einem Badesee und einem Angelsee jede Menge Freizeitmöglichkeiten vom Bogenschießen bis zum Surfen oder Segeln bietet. Am 19. August veranstaltet der Platzhalter ein großes Fly-in.
    UL-Gelände Wiefelstede/Conneforde, Koordinaten: 53 19 27 N, 08 04 18 E, Landebahn: 12/20, 350 m Gras, Funk: Conneforde Start, 120,975 MHz, Treibstoff: Super bleifrei, Landegebühr: vier Mark, PPR: Tel. 04458/9182-13, Fax -15

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SEGELFLUG

Hat das LBA interpretiert oder manipuliert?

Der Vorwurf ist brisant. Hat das Luftfahrt-Bundesamt Statistiken dramatisiert – zu deutsch manipuliert –, um für sein Verbot des F-Schlepps an der Bodenkupplung zu werben?
   Die "Bekanntmachung über den Einbau einer Bugkupplung zum Schleppen von Segelflugzeugen durch andere Luftfahrzeuge" ist veröffentlicht (NfL II – 38/00 vom 20. April). Damit ist mit einer Übergangsfrist ein Verbot des F-Schlepps an der Bodenkupplung in Kraft getreten.
    Begründet hat das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) dieses Dekret mit der "Untersuchung zur Unfallbekämpfung/Steuerbarkeit im Flugzeugschlepp" am Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR). Bei der Unterrichtung des Deutschen Aero Clubs (DAeC) am 15. Dezember 1999 in Braunschweig über das vorgesehene Verbot wurden den DAeC-Vertretern jedenfalls Zahlen als Ergebnis der DLR-Untersuchung präsentiert, die sich mit der DLR-Untersuchung nicht belegen lassen. Diese Zahlen dramatisieren die Unfallanalyse ganz entscheidend. Die DAeC-Vertreter ließen sich bei dem Treffen von den Zahlen beeindrucken – und stimmten dem vorgeschlagenen Verbot mit Einsprüchen zur Übergangszeit zu.
    Bislang hat das LBA keine Stellung zu dem Vorwurf genommen, dem DAeC mit falschen Zahlen die Zustimmung zum Verbot abgerungen zu haben. Sollte sich das Luftfahrt-Bundesamt auf eigene Interpretation von Statistiken herausreden, ist eine Klage gegen die NfL II – 38/00 beabsichtigt.

Der neue Nimbus 4M: Leise und kraftvoll

Dieser Motor hat dem Spitzenflugzeug von Schempp-Hirth gefehlt: Mit dem 60-PS-Solo erhält der Nimbus 4M die Muskeln für den Eigenstart, die vom Niveau seiner Segelflugleistungen her erwartet werden. Im Auftritt bleibt er leise und umweltfreundlich.
    Dem Nimbus 4M steht der 60-PS-Solo-Motor sehr gut. Er verschafft ihm die für den Start notwendigen Reserven, denn ein Leichtgewicht ist der Eigenstarter mit 26,4 m Spannweite nicht. Die Rüstmasse inklusive Instrumentierung und Batterien beträgt rund 580 kg – das liegt schon jenseits der maximal überhaupt zulässigen Massen von 15-m-Flugzeugen –, hinzu kommt der Pilot. Die für die Kurbel- und Gleitleistungen entscheidende minimale Flächenbelastung des Nimbus 4M rückt damit in den Bereich von 40 kg/m2 – eine für Flugzeuge dieser hohen Streckung (38,8) vernünftige Region.

SZD "Foka": Erstflug vor 40 Jahren

Vor vierzig Jahren flog eines der schönsten und berühmtesten in Polen gebauten Segelflugzeuge zum ersten Mal: die Foka. Ihre Entwicklungsgeschichte steht exemplarisch für die mit ihr auslaufende Holzbauweise.
    Ihr Debüt gab die Foka bei den Segelflug-Weltmeisterschaften 1960 in Köln auf dem Butzweilerhof, wo sie sowohl wegen ihrer Eleganz als auch wegen ihrer Flugleistungen viel Beachtung fand. Ihre beste Gleitzahl bei 15 m Spannweite: 34. 1965 bei den Weltmeisterschaften in South Cerney in England gelang mit diesem Flugzeug ein Coup, der einmalig in der Segelfluggeschichte ist und wohl keine Wiederholung mehr erfahren dürfte: Jan Wroblewski, Polen, startete mit dem Standard-Klasse-Flugzeug Foka 4 in der Offenen Klasse und wurde Weltmeister!
     Der Bericht zeigt die Entwicklungsgeschichte dieses Glanzstücks der Holzbauweise.

Hockenheim-Wettbewerb 2000

Für viele Wettbewerbspiloten ist der Hockenheim-Wettbewerb als Saisonauftakt längst eine feste Größe. Diesmal war er schon Monate im Vorfeld ausgebucht, rund 40 Interessenten musste abgesagt werden.
    Für die ersten zwei Tage, Karfreitag und -samstag, war ein schwaches Hochdruckgebilde wetterwirksam. Abgelöst wurde es von einer okkludierenden Kaltfront, die mit ihrem Schlechtwettergebiet zwei unfliegbare Tage bescherte, so dass die Ostereier im Regen gesucht werden mussten. Das nachfolgende Hoch überquerte Hockenheim etwas zu rasch. Auf seiner Südwestflanke zog mit südlicher Strömung sehr schnell Warmluft ins Wettbewerbsgebiet. Es waren aber noch zwei weitere Wertungstage möglich. Eine wellende Kaltfront, die eine Tiefdruckrinne formierte, verhinderte weitere Wertungstage. (Ergebnisse)

Alarmierender Rückgang im Segelflug

Für die Vollversammlung 2000 der Internationalen Segelflugkommission (IGC) hat John Roake, Neuseeland, eine Bestandsaufnahme des Weltsegelflugs erstellt. Das erschreckende Ergebnis: Überall gehen die Mitgliederzahlen zurück.
     Die Bilanz zur Mitgliedersituation weltweit (große tabellarische Übersicht im aerokurier) gibt Anlass zur Sorge. Für die Bestandsaufnahme haben zwar nicht alle Aero-Clubs / Segelflugverbände gemeldet, so fehlen unter anderem in der Übersicht Italien, Finnland und Polen, am Gesamtbild dürften die Zahlen dieser Länder aber nichts ändern. Ein Rückblick zeigt, dass die Mitgliederzahl während der vergangenen zehn Jahre um 12,2 Prozent geschrumpft ist, wenn die früheren Ostblockstaaten mit einbezogen werden, sogar um 14,81 Prozent!
     Und der Rückgang beschleunigt sich. Das kann nicht länger ignoriert werden. Eine Reihe von IGC-Mitgliedsverbänden (Niederlande, Neuseeland, USA) hat versucht, die Entwicklung mit verschiedenen Maßnahmen aufzuhalten, aber es konnte kein nennenswerter Erfolg, keine Umkehr erzielt werden.
    Eine Analyse, woran es liegen kann. In der aerokurier Ausgabe Juli folgen Vorschläge, um den Trend zu stoppen und eventuell umzukehren.

F-Schlepp: Seiltrick

Muss es immer eine Bugkupplung sein? Ingenieur Rüdiger Kunz hat da eine eigene Meinung und einen Vorschlag, der die Bugkupplung ersetzen könnte.
    Mittels einer Seilschlinge, die um den Rumpfbug gelegt wird, kann der Angriffspunkt des F-Schlepp-Seils in den Bereich der Rumpfspitze gelegt werden (Zeichnungen finden sich im aerokurier). Die Schlinge führt mit einem weiteren Seil zur Bodenkupplung. An der Verbindungsstelle der Seile ist eine Art Karabinerhaken vorgesehen, in den der Ring des Schleppseiles mit Sollbruchstelle eingehakt wird. Wenn die Bodenkupplung ausgelöst wird, wird auch die Seilschlinge mit abgestreift.

Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport

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aerokurier COMPACT

Web-Führer

AEBo0600.jpg (18592 Byte)Das Angebot im Internet wächst nicht, es explodiert förmlich. Wir möchten Ihnen in diesem Informationsdschungel mit aerokurier compact die Navigation erleichtern und haben uns über 1000 Luftfahrt-Homepages angeschaut. Wenn Sie Luftfahrtinformationen im Internet finden wollen, ist dieses Booklet der Schlüssel zur erfolgreichen Suche, egal ob Sie Internet-Anfänger oder WWW-Profi sind.

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Last updated Mai 23, 2000