aerokurier 9/2001
Editiorial Der nationale PPL kommt / Reportage Alltag
eines Linienpiloten: Intercity-Express / Pilot Report Piper PA-46-500TP Meridian / Messen AirVenture
2001: "Was bitte ist eine Sigma?", 54. RSA-Treffen / Magazin Mylius
My 103: Serienversion fliegt, Im Cockpit mit Angelika Machinek / Flying Am
Himmel über Hamburg: Spätvorstellung /
Praxis VFR-Basiswissen 5: Kurvenflug,
pc_met 2001: Übersichtlicher und einfacher, Unfall-Analyse: Beinahe-Kollision in der TMA
Genf / Ultraleicht Pilot Report TL
96 Star, World Air Games: Deutsches UL-Team flog hinterher / Segelflug Stemme:
Neue S-Klasse aus Strausberg, Banjo: Ultraleichtes Segelflugvergnügen,
Gebirgsfluglehrgang in Samedan, Mit System gegen Zusammenstöße, Schulsport im Cockpit,
Landesmeisterschaft Niedersachsen, Bavarian Open 2001 / Helicopter
Special In 15 Minuten über den Öresund, Helikoptersäge, Leise
Rotorblätter, Einsteigermodelle, Branchenspiegel 2001/2002
EDITORIAL
Der nationale PPL kommt
Die Kritik am europäischen PPL-A, wie er nach dem neuen europäischen
Lizenzregelwerk JAR FCL (Joint Airworthiness Requirements Flight Crew Licensing)
eingeführt werden soll, war heftig. In Deutschland hat der Deutsche Aero Club früh auf
diese Risiken einer einfachen 1:1-Umsetzung der JAR-FCL hingewiesen.
Jetzt, um "fünf vor zwölf", haben die Warnungen in
Deutschland Gehör gefunden. In der für das erste Quartal 2002 angekündigten
novellierten Verordnung über Luftfahrtpersonal (LuftPersV) wird es einen in Stufen zum
JAR-PPL-A aufbauenden nationalen PPL geben. Und zwar wie in Großbritannien soll es eine
Lizenz unterhalb der ICAO-Mindestanforderungen sein, die das Fliegen nur innerhalb der
nationalen Grenzen erlaubt.
Bei aller Erleichterung und Freude über diesen Schritt ist aber
nicht zu übersehen, dass es sich bei diesem nationalen PPL um eine Krücke handelt. In
der Einsicht, dass er ein sicheres Fliegen in nationalen Grenzen erlauben soll, muss er
eine entsprechende Ausbildung und Abschlussprüfung voraussetzen. Wer sich aber mit dem
Basis-PPL-A sicher im Luftraum der Bundesrepublik bewegen kann, der wird dies genauso in
den ganz ähnlich strukturierten Lufträumen der europäischen Nachbarländer können.
Den geplanten nationalen PPL-A, als Lizenz unterhalb der
ICAO-Bedingungen anzusiedeln, kann da nur als Feigenblatt-Begründung verstanden werden,
um den JAR-PPL nicht in Frage zu stellen. Ehrlich wäre es, den europäischen PPL-A auf
JAA-Ebene neu zu regeln, gegebenenfalls ganz zu kippen und es dann bei nationalen
ICAO-weit gültigen Lizenzen für Privatpiloten zu belassen. Der Sinn der JAR FCL als
Basis für ein in Europa einheitliches Regelwerk für Berufslizenzen wäre damit nicht
beeinträchtigt.
In der derzeitigen Situation war der Schritt zum nationalen
PPL aber erst einmal sehr wichtig.
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REPORTAGE
Alltag eines Linienpiloten: Intercity-Express
Flugkapitän das klang einst nach Abenteuer, fernen Ländern und nach
unrasierten Leinwandhelden, die ihre DC-3 mit Zigarre im Mundwinkel durch Unwetter von
North Dakota nach Virginia schaukelten. Und heute? Martin Brüggemann hat eine Crew der
Lufthansa CityLine auf einem Europaumlauf begleitet.
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PILOT REPORT
Piper PA-46-500TP Meridian
Piper hat den Schritt gewagt, aus einem Kolbenmotorflugzeug eine Turbopropversion
abzuleiten. Als Ausgangsmuster diente die bewährte Malibu Mirage. Seit September 2000 ist
die Meridian PA-46-500TP FAA-musterzertifiziert. Rund 80 Exemplare befinden sich bereits
in Kundenhand. Mit 1,6 Mio. Dollar empfiehlt es sich als Einstiegsmuster in die
Turbinen-Einmotklasse.
Die Turbinen-Malibu plagt allerdings ein Gewichtsproblem. Bei vollen
Tanks bietet sie zwar eine Reichweite von 1018 NM (1883 km) plus 45 Minuten Reserve, in
der Kabine dürfen dann aber gerade noch 162 kg befördert werden. Höhere
Passagierkapazitäten lassen sich nur über eine reduzierte Reichweite erkaufen. Als
Faustregel gilt pro Pax mitsamt Gepäck ein Abzug von einer Stunde Treibstoff respektive
250 NM (463 km) Reichweite. An Geschwindigkeit werden sehr flotte 262 kts (485 km/h)
geboten. Klar, dass es sich dabei um einen True-Airspeed-Wert handelt. Erzielt wird er in
FL 300.
Die Verarbeitungsqualität des Flugzeuges spiegelt amerikanischen
Standard wider. Der Innenraum wirkt ansprechend. Der Zugang zum Cockpit jedoch gestaltet
sich schwierig. Im "Zentrum" angelangt, umgibt einen solider Komfort. Im Betrieb
wartet die Maschinen mit niedrigem Innenlärm auf. Zum serienmäßigen Lieferumfang zählt
eine Klimaanlage. Die Kabinenbedruckung arbeitet mit maximal 5,5 PSI. Wird in FL 250
geflogen, befindet sich die Kabine auf 8000 ft. Am Panel findet sich Avionik von Meggitt.
Den Autopiloten liefert S-Tec.
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MESSEN
AirVenture 2001: "Was bitte ist eine Sigma?"
Oshkosh ist stets für große und kleine Überraschungen gut. In diesem Jahr gab es
deutsche Beteiligung. "FAA certified." Ein weißes Schild mit roten Lettern
lockte Oshkosh-Besucher scharenweise zu Solaris Aviation. Die 1999 gegründete Firma aus
West Palm Beach, Florida, präsentierte sich erstmalig auf dem AirVenture. Mitgebracht
hatte sie einen Composite-Tiefdecker ansprechend gestylt, viersitzig, mit
Flügeltüren, Einziehfahrwerk und Verstellprop ausgerüstet. Diejenigen, die glaubten,
das Flugzeug schon einmal gesehen zu haben, lagen nicht falsch. In der Tat befand sich die
Einmot namens Sigma vor Jahren schon einmal in Produktion bei Ruschmeyer in Melle.
Jetzt soll die einstige R90 wieder gefertigt mit Topavionik und in drei
Motorvarianten. Auslieferungsstart soll der Herbst 2002 sein.
Gemunkelt wurde schon lange darüber, doch jetzt ist es offiziell: Mooney
Aircraft kämpft ums Überleben. Die Firma hat sich am 27. Juli unter den Schutz von
Chapter 11 des amerikanischen Konkursrechtes gerettet. Chris Dopp, der bisherige Chef,
musste seinen Schreibtisch neuen Steuermännern überlassen.
Die ehemalige Grumman Tiger gibt es wieder nun von Tiger Aircraft aus
Martinsburg, West Virginia. In Oshkosh wurde die erste Maschine in Neuauflage
präsentiert. Der Basispreis liegt bei 219500 Dollar. Wieder zu haben sind auch die
GlaStar und die Glasair Super II und III.
Lancair präsentierte die Turbinenversion der IV-P. Zum Einsatz kommt eine
Walter-Turbine 601E 750 Wellen-PS stark. Sie bringt den Selbstbau-Viersitzer
gehörig auf Trab. In FL 260 liegen im Reiseflug 322 echte Knoten an.
Heiß erwartet wurde auf dem AirVenture die von der Embry-Riddle
Aeronautical University in Daytona Beach, Florida, auf den französischen Flugdieselmotor
SR 305 umgerüstete Cessna 182. Für die Maschine war die über 2200 km lange Reise nach
Oshkosh der erste ausgedehnte Überlandflug. Die ergänzende FAA-Musterzulassung, die die
Dieselumrüstung der C182 auf legale Beine stellt, soll bis Ende des Jahres vorliegen.
54. RSA-Treffen
Frankreichs Amateurflugzeugbauer mussten in diesem Jahr kurzfristig umdisponieren.
Der bisherige Austragungsort für das Fly-in, der Flugplatz Epinal-Mirecourt, stand nicht
mehr zur Verfügung. Die RSA (Réseau du Sport de lAir), in der die Mehrheit der
Kitflugzeugbauer des Landes organisiert ist, wich auf die frühere NATO-Basis in
Chambley-Bussières, zirka 40 km südwestlich von Metz gelegen, aus.
Aus England war eine perfekt restaurierte Emeraude, Baujahr 1957, angereist.
Hersteller der Maschine war das Atelier Régional Parisien, einer der kleinen Hersteller,
die in jenen Tagen Emeraudes in Lizenz gebaut hatten. Warbird-Fans durften sich für eine
T-28D Fennec begeistern. Sie gehört Georges Kern, einem bekannten französischen
Cessna-Verkäufer. Die Maschine, 1951 gefertigt, wurde zum ersten Mal vor RSA-Publikum
präsentiert. In Frankreich gibt es nur noch zwei Exemplare.
Unter den Neukonstruktionen stach die AJ 160 hervor. Es handelt sich dabei um einen
160 PS starken Zweisitzer mit Einziehfahrwerk. Im Reiseflug soll er 270 km/h möglich
machen. Seine Reichweite liegt bei 1350 km. Entwickelt und gebaut wurde die Maschine von
André Jaillet.
Ein Exemplar der aus Holz gefertigten HN 700 Menestrel II gab es diesmal mit
einem 100 PS starken Subaru-Stratos-Motor zu sehen. Ein weiteres Exemplar verwendet einen
Jabiru-Motor mit 80 PS. Die perfekte Bauausführung einer dritten HN 700 sorgte dafür,
dass diese gleich zwei Pokale mit nach Hause nehmen durfte.
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MAGAZIN
Mylius My 103: Serienversion fliegt
Der Erprobungsträger der My 103 hat seine Schuldigkeit getan. Seit Anfang Juli
fliegt die Serienversion. Sie wartet mit zahlreichen Änderungen auf. An der linken
Bordwandseite findet sich nun ebenfalls ein Gashebel, und die Querruder sind mit Spades
ausgerüstet. Die Flügelspannweite hat geringfügig zugenommen. Die Steuerung wurde
verstärkt und in Teilen anders übersetzt. Die Höhenrudertrimmung arbeitet nun
elektrisch. Anstelle eines vierblättrigen Props kommt ein Dreiblatt-Prop von mt zum
Einsatz. Dessen kunststoffbeschichteten Holzblätter fallen durch ihre Säbelform und die
glatt abgeschnittenen Blattspitzen auf. In Verbindung mit dem von der Firma Heggemann
entwickelten Auspuffsystem sollen niedrigste Lärmwerte realisiert werden. Der 250000 Mark
teure Allrounder wird in Kürze musterzugelassen sein.
Im Cockpit mit Angelika Machinek
"Fliegen ist eine ungeheure Bereicherung", hat die passionierte
Segelfliegerin mit PPL-A, UL-Schein, Ballonfahrerlizenz und den zugehörigen
Lehrberechtigungen erfahren. Segelfliegen ist ihre Passion.
Im Wettbewerb hat sich Angelika Machinek für die Rennklasse, die
wendigen, schnellen und mit 15 m Spannweite noch handlichen Flugzeuge entschieden. Und da
gerät Angelika Machinek ins Schwärmen: "In meinen Ventus 2a kann ich richtig
reinschlüpfen. Das Flugzeug kann ich mir anziehen. Das ist wie selberfliegen."
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FLYING
Am Himmel über Hamburg: Spätvorstellung
Es hat etwas seltsam Nostalgisches an sich, wenn Jörg Steber am nächtlichen Himmel
mit seiner PA-12 seine einsamen Kreise zieht, ein Leuchtbanner im Schlepp. Nicht nur
fliegerisch ist dabei viel gutes Handwerk im Spiel.
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PRAXIS
VFR-Basiswissen 5: Kurvenflug
In der fünften Folge von "VFR-Basiswissen" steht der Kurvenflug im
Mittelpunkt. Der Kurvenflug besteht aus drei Phasen: Einleiten, gleichbleibender
(stationärer) Kurvenflug, Beenden.
In der Flugausbildung bis zum ersten Alleinflug beschränkt sich das
Erlernen des Kurvenfluges auf Querneigungen von 15° bis 20° .
pc_met 2001: Übersichtlicher und einfacher
Einen bequemeren Zugang zur Wettervorhersage verspricht das neue pc_met-Programm
des Deutschen Wetterdienstes. Das Update 2001 steht jetzt als Beta-Version zur Verfügung.
Unfall-Analyse: Beinahe-Kollision in der TMA Genf
Der Pilot einer Cessna 182 hatte nach der Startfreigabe in Genf Probleme, die
vorgegebene Höhe und Ausflugrichtung einzuhalten. Er befand sich 1000 ft oberhalb der
Freigabe und war wegen Wolken auf seiner ursprünglichen Abflugroute gefährlich nahe an
die Anfluggrundlinie des ILS für die Piste 05 des Genfer Flughafens gekommen.
Gleichzeitig befand sich eine Boeing 737 der KLM auf dem ILS-Anflug für die Piste 05. Bei
Sichtkontakt (das Kollisionswarngerät an Bord der Boeing forderte den Piloten zum
Steigflug auf) stieg das Linienflugzeug auf 5500 ft, während der Lotse den Cessna-Piloten
aufforderte, sofort nach Westen abzudrehen. Beide Maschinen passierten einander im
horizontalen Abstand von 1700 m.
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ULTRALEICHT
Pilot Report TL 96 Star
Die TL 96 Star hat sich in kurzer Zeit zu einem erfolgreichen UL auf dem deutschen
Markt gemausert. Vor mehr als drei Jahren hatten wir den ersten Kontakt mit dem
tschechischen Kunststoff-Tiefdecker. Damals flogen wir für die aerokurier-Leser den
brandneuen Prototypen. Jetzt wollten wir wissen, was in der inzwischen angelaufenen Serie,
allein in Deutschland hat Musterbetreuer Wezel Flugzeugtechnik schon 20 Flugzeuge
ausgeliefert, aus dem Flugzeug geworden ist.
Im Test zeigte sich die TL 96 Star sehr dynamisch. Obwohl
"nur" mit dem 80 PS leistenden Rotax 912 ausgerüstet, bietet der Zweisitzer
höchst ansprechende Flugleistungen bei angenehmen Flugeigenschaften. Kein Flugzeug, das
mit Superlativen lockt, dafür aber ein flottes und geräumiges Freizeitflugzeug, das viel
Spaß vermittelt. Was die TL 96 Star bieten kann, lesen Sie im Detail in der aktuellen
Septemberausgabe des aerokurier.
World Air Games: Deutsches UL-Team flog hinterher
Den Status einer WM hatten die UL-Wettbewerbe der 2. World Air Games, die vom 21. Juni
bis 1. Juli im andalusischen Beas de Segura ausgeflogen wurden. Eine Medaille blieb der
kleinen Mannschaft aus Deutschland diesmal versagt. Bester Deutscher unter den 76 Ein- und
Doppelsitzerteams in den Dreiachser- und Trike-Klassen war Wolfram Walter. Er startete bei
der EM im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf internationaler Ebene als Copilot und holte
sich jetzt mit seinem Stratos einen vierten Platz bei den dreiachsgesteuerten Einsitzern.
Heinz Korella und Jan Altenkirch, Sieger der ersten World Air Games in der Türkei,
belegten mit ihrer Ikarus C 42 in der Doppelsitzerklasse diesmal den sechsten Rang.
Weltmeister in der Solo-Dreiachserklasse wurde der Spanier
Marchesi auf einer Hawk. Bei den Doppelsitzern holte sich erwartungsgemäß
"Weltmeister-Abonnent" Philippe Zen aus Frankreich auf einem Sinus erneut den
Titel. In den Trike-Klassen siegten der Ungar Endre Thurocy und das Team S. Elari/C.
Almaric, Frankreich.
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SEGELFLUG
Stemme: Neue S-Klasse aus Strausberg
Unterhalb der S 10 VT zugleich Reisemotorsegler und Hochleistungs-Segelflugzeug
plant die Firma Stemme eine Reihe neuer Touring-Motorsegler. Basis der
Produktpalette des Strausberger Unternehmens bildet in diesem Entwicklungsszenario
erstmals ein motorloses Muster: die doppelsitzige S 2 für Training und Wettbewerb.
Bei der neuen Generation wird die Familienähnlichkeit nicht zu
übersehen sein. So wird die vor allem für reine Segelflugzeuge ungewöhnliche
Nebeneinanderanordnung der Sitze, die sich schon bei der S 10 nicht als aerodynamischer
Nachteil erwiesen hat, allen Familienmitgliedern erhalten bleiben. Die S 2 wäre damit
zugleich die Alternative im Markt der 20-m-Doppelsitzer.
Gute aerodynamische Leistungen sind ein Ziel der neuen S-Serie.
Grundsätzlich strebt Stemme mit der neuen Baureihe handliche und für den Vereinsbetrieb
robuste Segelflugzeuge und Motorsegler mit guten Flugeigenschaften an.
Die Reisemotorsegler S 6, S 8 und die daraus abgeleitete S 15-8 werden darüber hinaus wie
die S 10 über einen Mittelmotor mit Fernwelle zum Propeller im Bug verfügen, wobei die
Propeller im Gegensatz zum S-10-Konzept nicht versenkt werden können. Bei S 6 und S 8
kann zwischen Zwei- und Dreiblatt-Luftschrauben für den Constant-Speed-Betrieb (und
natürlich mit Segelstellung) gewählt werden. Als Motoren sollen der Rotax 912S mit 100
PS und die Turbo-Variante 914F mit 115 PS zur Verfügung stehen. Für einen
unproblematischen Clubbetrieb werden die neuen Motorsegler auf ein Dreibeinfahrwerk
gestellt, das wahlweise einziehbar geliefert wird.
Banjo: Ultraleichtes Segelflugvergnügen
Es gibt nicht nur Ultraleichtflugzeuge mit Motor. Wer weiß das schon? So richtig
zur Kenntnis genommen wurde der Ultraleicht-Segelflug bislang jedenfalls nicht. Doch das
dürfte sich mit einem neuen Vertreter der Gattung Gleitflugzeug, dem tschechischen Banjo,
jetzt ändern.
Der Banjo ist ein Kind der neuen Luftverkehrszulassungsordnung, die
Ultraleicht-Segelflugzeugen jetzt eine Leermasse inklusive Rettungsgerät bis 120 kg
zugesteht. Die tschechische Konstruktion der Firma PROFE bringt (ohne Rettungsgerät) 105
kg auf die Waage. Sein Terrain, das haben wir an einem Thermiknachmittag auf der
Wasserkuppe schnell festgestellt, ist der Langsamflug. Obgleich der Banjo auf den ersten
Blick den Anschein eines Übungseinsitzers aus dem Vor-GfK-Zeitalter erweckt, im Einsatz
erweist er sich als echtes Ultraleicht.
Gebirgsfluglehrgang in Samedan
Die deutsch-schweizerischen Breitenförderkurse "Gebirge" für Einsteiger
in den Alpensegelflug sind fast noch ein Geheimtipp. In diesem Jahr waren aber schon fast
doppelt so viele Teilnehmer dabei sein als eigentlich geplant. Und die sind in diesem Jahr
mit erlebnis- und lehrreichen Flügen auf ihre Kosten gekommen.
Mit System gegen Zusammenstöße
Zusammenstöße in der Luft haben meist fatale Folgen. Sie zu verhindern hat Klaus
Porod das Konzept eines Kollisionswarnsystems entwickelt.
Das Funktionsprinzip ist einfach. Jedes Segelflugzeug muss mit einem
Sender/Empfänger des Systems (inklusive kleiner Antenne) ausgestattet werden. Über die
Antenne werden ständig mehrmals pro Sekunde Impulse auf einer Frequenz im GHz-Bereich
ausgesendet. Die gleichzeitig empfangenen Signale werden von den Bordsystemen ab einer
Distanz von 600 m laufend verfolgt und nach ihrer Stärke und Einfallsrichtung
ausgewertet.
Bei Annäherung eines anderen Segelflugzeuges auf rund 400
m wird eine akustische und optische Warnung aktiviert. Im Klartext hört der Pilot dann
zum Beispiel "elf Uhr" und kann seine Aufmerksamkeit sofort in die Richtung
lenken. Gleichzeitig leuchtet im Anzeigegerät, einem LED-Kreis aus zwölf Leuchtdioden,
die 11-Uhr-Diode auf. Andere bereits in dem 400-m-Kreis erfasste Segelflugzeuge bleiben im
Leuchtdiodenkreis mit verringerter Helligkeit präsent.
Schulsport im Cockpit
In Bad Neustadt kam es zur ersten Sport-Arbeitsgemeinschaft zwischen Schulen und
dem Luftsportverein Bayern, bei der Segelfliegen auf dem Programm stand.
Landesmeisterschaft Niedersachsen
Nur eine Wettbewerbswoche gabs bei der Niedersachsen-Meisterschaft in
Standard-, Renn-, Dopppelsitzer und Clubklasse Ende Juni/Anfang Juli in Rotenburg/Wümme.
Das Wetter spielte mit.
Die Sieger der Meisterschaft haben zumeist mit konstanten Leistungen
verdient gewonnen. In der Doppelsitzerklasse siegte Jens Teichmann (Hannover) mit einem
Duo Discus, dem am meisten vertretenen Flugzeug der Klasse, mit 550 Punkten Vorsprung vor
Andreas Werschek aus Hildesheim und Volkhart Meißner aus Celle. In der Rennklasse war es
noch deutlicher: Hans Martin Tronnier (Aero-Club Braunschweig) hatte 600 Punkte Vorsprung
vor Michael Hamm-Bohle (Melle) und dem Drittplatzierten Tilo Holighaus (Kirchheim/T.).
In den beiden großen Klassen waren die Plätze hart umkämpft:
A-Kader-Pilot Tassilo Bode aus Wolfsburg gewann, diesmal mit einem Discus 2a unterwegs,
vor Carsten Barthel (Hameln) und Michael Möker (Bad Salzdetfurth), beide mit einer LS8.
Die Clubklasse glich einem Vereinscup, die ersten drei Plätze gingen an die aus Repke
kommenden Piloten Thomas Quindel (ASW 19), Lutz Seiler (Std. Cirrus) und Lothar Dittmer.
Bavarian Open 2001
Der Auftakt gestaltete sich geradezu grandios: Mit 775 km gabs bei der Bavarian
Open in Bayreuth die bislang größte Wettbewerbsaufgabe in Europa, die tatsächlich auch
geflogen wurde. Ein tragischer Unfall führte dann aber zum Abbruch der Meisterschaft.
In der 18-m-Klasse konnten sich die konstant fliegenden Jürgen
Schuster (Ventus 2) und Lutz Heydecke (LS8) an die Spitze setzen, knapp gefolgt von
Hermann Leucker (LS6-c) und dem unglücklichen Ralf Fischer (DG800), der den Sieg nur
wegen der Strafpunkte des ersten Tages verschenkte. Sieger der Rennklasse wurde mit
großem Vorsprung Walter Sinn vor Eckhard Wehnert (Ventus 2). Die Standard-Klasse wurde
beherrscht von Mitgliedern der Nationalmannschaft. Mario Kießling und Michael Buchthal
flogen ihre Discus 2 ganz nach vorne. Gerd-Peter Lauer (LS8) arbeitete sich Tag für Tag
bis auf Platz drei vor.
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HELICOPTER SPECIAL
In 15 Minuten über den Öresund
Weltweit gibt es eine Vielzahl von Shuttleflügen, die Helikopter im Liniendienst
durchführen. Dabei handelt es sich meist um Verbindungen zu Inseln, beziehungsweise um
Flüge im Küstenbereich, wo der Helikopter aufgrund der Infrastruktur das effizienteste
Fluggerät darstellt. Wir haben den schwedischen Helikopter Service auf seiner derzeitigen
"Rennstrecke" besucht. Zwischen Kopenhagen und Helsingborg pendeln die
14-sitzigen S-76-Hubschrauber täglich bis zu 15 Mal.
Helikoptersäge
Sauber, schnell und kosteneffizient entfernt eine neue Helikoptersäge Astwerk, das
in Leitungsstraßen hineinragt. Hersteller ist die deutsche Firma Helimatic, die das
System nach schwedischem Vorbild weiter entwickelt und zur Serienreife gebracht hat. Wir
waren bei Demoflügen im österreichischen Prutz dabei und berichten im Helikopter
Special, wie die auf den ersten Blick abenteuerlich anmutende Sägeeinheit arbeitet.
Leise Rotorblätter
Die Quellen für Geräuschemissionen sind bei einem Helikopter vielfältig.
Besonders intensiv ist Rotorlärm in der Phase der Landung. Ingenieure des DLR und seines
französischen Pendants ONERA haben ihre Forschungen auf die Reduzierung von Rotorlärm
konzentriert und ein neues Rotorblatt entwickelt. Umfangreiche Windkanaltests haben
ergeben, dass das geometrisch ungewöhnliche Blatt in der Lage ist, bis zu sechs Dezibel
leiser zu sein als ein Vergleichsblatt herkömmlicher Geometrie ohne Leistungsverluste
für den Helikopter.
Einsteigermodelle
Spätestens seit Frank Robinson seine zweisitzige R22 entwickelte, hat der
Drehflügler sich weltweit auch bei Privatpiloten durchsetzen können. Helikopterfliegen
ist nicht mehr das Privileg der Superreichen oder Militärpiloten. Wir stellen die
kleinen, kompakten Muster vor, die neben ihren vielfältigen Arbeiten auch zum Einstieg
für Piloten geeignet sind.
Branchenspiegel 2001/2002
Im großen Branchenspiegel, der in diesem Jahr bereits zum 14. Mal veröffentlicht
wird, haben wir 88 Helikopterbetreiber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für
Sie aufgelistet.
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