aerokurier 7/2002
Editiorial Fragen und Antworten / Reportage Gesicherte
Seilschaft / Pilot
Report GA8 Airvan: Form folgt Funktion / Messen Business-Aviation-Messe
in Genf / Magazin 14.
DaeC-Sicherheitstraining, Die neuen Euro-Pilotenlizenzen (Teil 3), Fliegen in den USA nach
dem 11. September, Diesel-Air D 280: Der wahre Boxer, Hessische Kunstflugmeisterschaften,
Im Cockpit mit Ulf Merbold / Reise Vier Pilotinnen in der Yukon Region / Flying Erik
Lindbergh überfliegt den Atlantik /
Praxis Feldbetankung: Das Risiko aus dem
Kanister, Sicherheit: Teamwork zwischen Luft und Boden, Know how: Zusätzlicher
Sauerstoff, Unfall-Analyse: Geisterflug über den USA / Ultraleicht Marokko mit dem UL
/ Segelflug Deutsche
Meisterschaften, Mit dem Schlafsack im Gepäck, Klixer Woche, Clubklasse SPEZIAL 2002 / Avionics Special Branchenstimmung,
Mode-S-Einführung, Farb-Moving-Map EKP-III C von AvMap
EDITORIAL
Fragen und Antworten
Mit seiner Aktion "Acht Fragen an die Politik" ist DAeC-Präsident Gerd
Allerdissen in die Offensive gegangen und hat anlässlich der bevorstehenden
Bundestagswahl die großen Parteien in Deutschland um ihre Position zum Luftsport und der
Allgemeinen Luftfahrt gebeten. Damit hat es Allerdissen geschafft, den Luftsport in den
Blickpunkt der Politik zu rücken, wenn auch zunächst nur für kurze Zeit.
Die Antworten geben jedem in der Allgemeinen Luftfahrt engagierten
Bürger einen Eindruck über die Stellung der Parteien zur Luftfahrt. Grundsätzlich ist
positiv zu bemerken, dass keine Partei die Existenz des Luftsports in Frage stellt.
Lokalpolitikern, die bei Konflikten um Flugplätze die Existenzberechtigung des Luftsports
in Zweifel ziehen, kann man die Antworten ihrer Parteioberen unter die Nase halten.
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REPORTAGE
Gesicherte Seilschaft
Der Helikopter vom Typ BK 117 ist gelb und unter ihm hängen zwei Menschen. Sie werden
punktgenau bei einem leblos scheinenden Körper abgesetzt. Gleich nebenan gehts
mehrere hundert Meter in die Tiefe. Kein spektakuläres Fernsehabenteuer, sondern Training
für den Ernstfall. Zweimal jährlich lädt die ADAC-Luftrettung Piloten, Notärzte,
Rettungsassistenten und Bergwacht-Mitarbeiter zum Windentraining in die Alpen.
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PILOT REPORT
GA8 Airvan: Form folgt Funktion
In Australien gibt es eine Einmot, die mehr auf praktischen Nutzen setzt als auf
rassige Schönheit. Hergestellt wird der kompakte Schulterdecker namens GA8 Airvan von
Gippsland Aeronautics. Im Dezember 2000 ist er von der australischen Luftfahrtbehörde
CASA musterzugelassen worden.
Die vielseitig einsetzbare Einmot bietet bis zu sieben Mitfliegern Platz. Bei
Bedarf lassen sich die Sitze schnell ausbauen. Das kantige Utility-Flugzeug eignet sich
somit auch als Kleinfrachter.
Was die GA8 Airvan fliegerisch im Einzelnen zu bieten hat und was sie kostet,
erfahren Sie in der Juli-Ausgabe des aerokurier.
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MESSEN
Business-Aviation-Messe in Genf
Die zweite Auflage der EBACE, der European Business Aviation Convention and
Exhibition, zeigte, dass mit Genf eine gute Standortwahl getroffen wurde. Die am Flughafen
gelegenen Ausstellungshallen bieten reichlich Platz für mögliche Expansionen. Das
Freigelände schließt direkt daran an und ist mit wenigen Schritten zu erreichen. Die
Organisation war umsichtig und routiniert. Letztere verrät die Handschrift der
finanzstarken und einflussreichen NBAA, der US-amerikanischen Interessenvertretung der
Betreiber von Geschäftsreiseflugzeugen. Der europäischen Partnerorganisation und
Mitveranstalterin EBAA mit Sitz im belgischen Tervuren, 1975 gegründet, gehören mehr als
200 Unternehmen mit über 600 Flugzeugen an.
Immerhin 219 Aussteller haben sich auf den Weg nach Genf gemacht, im
Vorjahr waren es 190. Auch die Zahl der ausgestellten Flugzeuge und Hubschrauber war mit
36 etwas größer als zuvor.
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MAGAZIN
14. DAeC-Sicherheitstraining
Wen hat es noch nicht gereizt, einmal Helgoland anzufliegen? So interessant das
touristische Ziel ist, so anspruchsvoll ist es fliegerisch. Beim 14.
DAeC-Flugsicherheitsseminar wurde der Ausflug nach intensiver Vorbereitung von erfahrenen
Trainern geführt. Die Nordseeinsel mit ihrem Miniflugplatz auf der vorgelagerten Düne
war die Attraktion des 14. DAeC-Flugsicherheitsseminars Ende April in Nordhorn-Lingen.
Gleich 70 Piloten wollten sich diese Herausforderung nicht entgehen lassen, 20 konnten es
letzten Endes nur.
Die neuen Euro-Pilotenlizenzen (Teil 3)
Jürgen Knüppel, Fliegerarzt der Bundeswehr, engagiert in der AG Flugsportmedizin und
Sekretär des Deutschen Fliegerarzt-Verbandes, hat die diesmal ausschließlich den Bereich
Fliegertauglichkeit betreffenden Fragen beantwortet.
Seinen Antworten schickte Jürgen Knüppel folgende generelle
Einschätzung voraus: Es ist schade, dass sich zwar alle Fragen formal beantworten lassen,
aber in ihrer Umsetzung und Bedeutung große Unklarheiten bestehen. Für viele
Luftfahrtmedizinische Sachverständige (engl. AME, Aeromedical Examiner) ist das neue
System "ein unausgegorenes bürokratisches Monster", dessen Umsetzung unklar
bleibt. Die Informationspolitik des Bundesministeriums für Verkehr und Wohnungsbau (BVWo)
und des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) ist nicht bedarfsgerecht, die JAA verkauft ihre
offiziellen Dokumente nur gegen viel Geld. Die Administration ist selbst häufig ratlos.
Fliegen in den USA nach dem 11. September
Langsam erholt sich die Allgemeine Luftfahrt in den USA von den Ereignissen im letzten
September. Helga Kleisny hat vor Ort recherchiert und berichtet über Wissenswertes für
Piloten, die in den USA fliegen wollen. Speziell die Flugplanung mit den neuen TFRs wird
vorgestellt.
Diesel-Air D 280: Der wahre Boxer
Ein fast schon vergessenes Motorenkonzept will die Dessauer Diesel-Air GmbH wieder
beleben. Ihr D 280 arbeitet nach dem von Prof. Hugo Junkers entwickelten
Gegenkolbenprinzip. Wir waren vor Ort und berichten über den gegenwärtigen Stand der
Neuentwicklung des Motors, der zunächst für ULs und Experimentals vorgesehen ist.
Hessische Kunstflugmeisterschaften
Mit einer prima Beteiligung glänzten die 12. Hessischen Kunstflugmeisterschaften in
Lauterbach. Insgesamt 32 Piloten turnten vom 16. bis 19. Mai um die Punkte. Gestartet
wurde in den Sportsman-, Intermediate- und Advanced-Klassen. Hessenmeister wurde Urban
Kirchberg. Aber es gab auch noch eine offene Wertung. Ein spannender Wettbewerb.
Im Cockpit mit Ulf Merbold
Für viele ist er schlicht "unser Mann im All". Dreimal war Ulf Merbold als
Wissenschaftsastronaut im Raum. Zweimal stand er im Shuttle im Einsatz und zuletzt (1994)
verbrachte er 32 Tage in der inzwischen aufgegebenen Raumstation MIR. Der große
Überblick über die Erde hat ihm nicht den Spaß genommen, sich fliegerisch ganz
kleinräumig zu betätigen: IFR in einer zweimotorigen Seneca und sportlich im eigenen
Segelflugzeug.
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REISE
Vier Pilotinnen in der Yukon Region
Mit drei Cessnas, zwei nicht fliegenden Ehemännern und einem ortskundigen Scout
eroberten vier deutsche Pilotinnen den Norden Kanadas. Die Reise führte Barbara
Friedenberg und ihre Mitstreiter von Whitehorse, in British Columbia durch die
Yukon-Region bis in die abgelegenen North Territorries am nördlichen Eismeer.
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FLYING
Erik Lindbergh überfliegt den Atlantik
Was sich bei Ozeanüberquerungen in den vergangenen 75 Jahren verändert hat,
berichtet Erik Lindbergh in unserer aktuellen Ausgabe. Der Enkel von Charles Lindbergh
flog mit einer Lancair Columbia 300 Anfang Mai 2002 in 17 Stunden über den Atlantik.
Damit unterbot er die Flugzeit seines Großvaters um die Hälfte. Mit seinem Flug wollte
der Amerikaner nicht nur an die Pioniertat von 1927 erinnern, sondern auch Mut machen:
Erik Lindbergh litt an einer rheumatischen Arthritis, die ihn mehrere Jahre lang
fluguntauglich machte. Mit neuartigen Therapien und eisernem Willen schaffte er den Weg
zurück ins Cockpit.
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PRAXIS
Feldbetankung: Das Risiko aus dem Kanister
Die Betankung aus Fässern und Kanistern ist oft geübte Praxis an vielen Segel-,
UL-Fluggeländen und manchen Landeplätzen. Welche Risiken damit verbunden sind und wie
man damit richtig umgeht, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Sicherheit: Teamwork zwischen Luft und Boden
Ob Gleitschirm, Ballon oder Airbus Controller an Regionalairports müssen die
größte Bandbreite von Fluggerät betreuen. Wie viel Koordination beim alltäglichen
Kontakt zwischen Lotsen und Piloten gefordert ist, zeigt ein Besuch am Flughafen
Braunschweig.
Know how: Zusätzlicher Sauerstoff
Hypoxie nennt man den Zustand, der dann auftritt, wenn das Gehirn nicht ausreichend mit
Sauerstoff versorgt wird. Insbesondere Piloten, die sich ohne Sauerstoffversorgung
längere Zeit in größeren Flughöhen aufhalten, können davon betroffen sein. Ihre
Körper reagieren mit Ausfallerscheinungen vom Tunnelblick über Kopfschmerzen, Euphorie
oder Kritiklosigkeit bis hin zu Bewusstlosigkeit und Herzstillstand. Piloten sollten die
Warnzeichen einer Hypoxie kennen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen, so lange sie noch in
der Lage dazu sind.
Unfall-Analyse: Geisterflug über den USA
Ein Business Jet stürzte am 25. Oktober 1999 im US-Bundesstaat South Dakota ab. Alle
sechs Insassen kamen ums Leben. Allerdings gehen die Unfallermittler des NTSB davon aus,
dass die beiden Piloten und vier Passagiere zum Zeitpunkt des Absturzes bereits mehrere
Stunden tot waren. Nach einem Defekt der Druckkabine beim Steigflug, irgendwo jenseits FL
230, muss die Bewusstlosigkeit der Piloten so schnell eingetreten sein, dass beide nicht
mehr in der Lage waren, sich manuell mit Sauerstoff zu versorgen. Der Learjet raste als
"Geisterflugzeug" mehr als 2400 km über den Mittleren Westen, ehe
Treibstoffmangel ihn unsanft zu Boden zwang.
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ULTRALEICHT
Marokko mit dem UL
Allein hätten sich Günther Richter und Richard Wagner wohl nicht auf den Weg
gemacht. Doch als eine organisierte UL-Tour durch Marokko angeboten wurde, waren sie
dabei. Sie erlebten eine UL-Tour der Superlative. Im aktuellen aerokurier können auch Sie
dabei sein und den exklusiven Bericht mit begeisternden Bildern genießen.
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SEGELFLUG
Deutsche Meisterschaften
Die Deutschen Segelflugmeisterschaften 2002 in den 15-m-Klassen in Aalen-Elchingen und
in der Club- und Doppelsitzerklasse in Oerlinghausen waren vor allem ein Kampf mit dem
Wetter. Es waren wahre Meisterschaften im Warten auf fliegbare Bedingungen. Insbesondere
in Aalen-Elchingen wurde die Geduld der Teilnehmer auf eine harte Probe gestellt: Erst mit
den letzten zwei Wettbewerbstagen kamen schließlich in der Rennklasse vier Wertungstage
für eine gültige Meisterschaft zustande, die Standard-Klasse hatte einen Außenlandetag
mehr im "Standard-Klasse-Weitwurf", wie ein Pilot meinte.
Um einiges glücklicher dran waren die Piloten im ansonsten gar nicht
vom Wetter verwöhnten Norden. Oerlinghausen bescherte der Clubklasse acht, der
Doppelsitzerklasse sieben Wertungen. Mit viel meteorologischem Geschick hatten die
Aufgaben in kleinste Wetterfenster eingepasst werden können. Das war zum Teil so knapp
ausgezirkelt, dass an einem Tag der Abflug unter einer neu aufziehenden Abschirmung und
der Endanflug jedenfalls der meisten im Regen erfolgten.
Mit dem Schlafsack im Gepäck
Bis ins Letzte lassen sich große Zielstreckenflüge nicht durchplanen. Volker Herzog
und Alex Friedl nahmen das für ihren Alpenflug von Vinon/Südfrankreich bis nach
Süddeutschland in Kauf und hatten die notwendige Portion Glück mit dem Wetter.
Klixer Woche
Dass es einem Piloten gelingt, sämtliche Tagessiege einzustreichen, das hat es in der
Klixer Pokalgeschichte bisher nicht gegeben. Gert Kalisch aus Roitzschjora gelang dieser
Coup. Er holte sich auf LAK-12 den 10. Pokal der Alten Langohren und griff mit 100 Prozent
Klassenleistung auch den Pokal des Bautzener Landrates ab. Sieger in der Gemischten Klasse
wurde Carsten Büddig (Kropp), in der 106er-Klasse die Stuttgarterin Cornelia Schaich. In
der Großen und Kleinen Clubklasse kam es nur zu einem Wertungstag. Der Wermutstropfen im
Jubiläumspokal war das Wetter.
Clubklasse SPEZIAL 2002
Bei der 4. Clubklasse SPEZIAL in Weißenburg vom 4. bis 11. Mai gab es nur zwei
Wettbewerbstage, wobei die kleinen Wetterfenster zu ganz beachtlichen Leistungen genutzt
wurden.
Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport
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AVIONIK
SPECIAL
Branchenstimmung
Erschrockenes Verharren nach dem 11. September, strategisches Abwarten im Wirtschaftstal
oder trotzige Kaufverweigerung angesichts von Euro-Preiserhöhungen was
charakterisiert den Avionikmarkt im ersten Halbjahr 2002?
Um die Bilanz der bei Ausrüstungsbetrieben und Händlern abgefragten
Erfahrungen vorwegzunehmen: Die Nachfrage wird allgemein als unerwartet gut bewertet.
Mehrere Entwicklungslinien treten dabei besonders hervor: Käufer von Avionikkomponenten
wählen zunehmend hochwertige und damit hochpreisige Geräte, die den neusten Stand der
Technik repräsentieren. Dies setzt sich fort bei den Panelumrüstungen:
Flugzeugeigentümer entscheiden sich vermehrt zu einer kompletten Neuausstattung ihres
Instrumentenbretts. Hierbei zeichnet sich ein Trend zu großformatigen
Multifunktionsdisplays als zentralem Element ab. Und: Elektronisch vermittelte
Flugsicherheitsinformationen gewinnen immer größere Bedeutung. Gerätefunktionen wie
Kollisions- und Geländewarnung oder Wetterdarstellung werden immer häufiger gewünscht,
auch von Flugzeughaltern, für die eine solche Ausrüstung nicht verpflichtend ist.
Mode-S-Einführung
Termine stehen, Geräte fehlen. Die Termine für die Einführung von Mode-S-Transpondern
sind bekannt, doch noch immer sind keine Geräte für leichte Luftfahrzeuge auf dem Markt.
Farb-Moving-Map EKP-III C von AvMap
EKP-III C heißt das Farb-Moving-Map der Firma AvMap Satellite Navigation aus Marina di
Carrara. Die Markteinführung war vor gut einem halben Jahr erfolgt.
Wir haben uns die nur 800 Gramm schwere Neuheit in einem ausgedehnten
Praxisversuch angeschaut und waren am Ende begeistert. Die Bedienung mit Hilfe der zwölf,
von innen dezent beleuchteten Tastknöpfen lässt sich nicht zuletzt auch wegen des
installierten Simulationsmodus zügig erlernen. Selbst nach längerem Nichtgebrauch
findet man sich schnell wieder zurecht. Der hoch auflösende LCD-Bildschirm (640 x 480
Pixel), diagonal 16 cm groß, bietet hervorragende Bildqualität.
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