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aerokurier 9/2003
AeTi0903.jpg (104067 Byte)Editiorial Weg mit den Atom-ED-Rs! Reportage AirVenture 2003: Airlebnis Oshkosh / Pilot Report Pilot Report Aero AT-3 R100 Business Aviation Risiko Rollunfälle Magazin 22. Kunstflug-WM in Lakeland, RSA-Treffen 2003 / 100 Jahre Motorflug Antoine de Saint-Exupéry / Flying Klein-Oshkosh in Dänemark / Praxis Doppelte Sicherheit mit zwei Triebwerken?, Richtungscheck, Windberechnung, Unfall-Analyse: Absturz wegen Gegenverkehr / Ultraleicht Flugbericht: TL 96 Sting, "Tannkosh" übertrifft sich selbst   / Segelflug Holger Karow wieder Weltmeister, Dritte Junioren-Weltmeisterschaft, "Tour de France" in der Schweiz, Im Quartett zum Rekord, RKS: Sechstagerennen, Neu: Discus 2c mit 18 m Spannweite, DM Clubklasse, 10. Weltmeisterschaft im Segelkunstflug, Zukunft der Marke LS bei DG-Flugzeugbau / Special Helicopter

EDITORIAL

Weg mit den Atom-ED-Rs!
Die Zahl der Flugbeschränkungsgebiete für Sichtflugpiloten nimmt am 18. September 2003 sprunghaft zu. An diesem Tag tritt nämlich die in den Nachrichten für Luftfahrer (NfL) 159/03 veröffentlichte "Festlegung von Gebieten mit Flugbeschränkungen" in Kraft. Und darin finden sich plötzlich Mini-Sperrgebiete rund um deutsche Kernkraftwerke und Atomforschungsanlagen. Die Atom-ED-Rs sind in der Regel 2000 Fuß hoch und haben einen Radius von 0,8 NM. Neckarwestheim, Obrigheim, Unterweser, Isar, Grundremmingen, Biblis und Brokdorf sind unter anderem nun mit einer ED-R "gesegnet".
    Welchen Sinn sie haben sollen, versucht die NfL in einem Nebensatz zu erklären. Es seien "Gebiete, die dem Schutz von Bodenanlagen dienen". Selten habe ich einen größeren Blödsinn gelesen. Jetzt ahmt das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) den Quatsch nach, den das amerikanische Ministerium für Heimatschutz (Homeland Security) mit der Einrichtung von TFR-Sperrgebieten in den USA vormacht.

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REPORTAGE

AirVenture 2003: Airlebnis Oshkosh
Oshkosh gehört zu den Orten, an denen ein Pilot mindestens einmal in seinem Leben gewesen sein sollte. Das Jahrestreffen der Experimental Aircraft Association (EAA) ist für Piloten und Luftfahrtbegeisterte ein Erlebnis der besonderen Art. An keinem Ort der Welt sind gleichzeitig so viele Flugzeuge versammelt, zu keiner anderen Veranstaltung kommen mehr Piloten als zum AirVenture. In diesem Jahr fand das AirVenture vom 29. Juli bis zum 4. August statt und stand (natürlich) unter dem Motto "100 Jahre Motorflug".

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PILOT REPORT

Pilot Report Aero AT-3 R100
Zuwachs bei den VLAs. Aus Polen kommt eine Neuentwicklung, die nicht nur mit ganz ordentlichen Flugleistungen, sondern auch mit einem attraktiven Verkaufspreis (79000 Euro zzgl. Steuer) aufwartet. Die AT-3, so heißt der 100 PS starke Zweisitzer, gibt’s für genügsame 26000 Euro zuzüglich Steuer sogar als Schnellbausatz. Sie firmiert dann allerdings in der Experimentalklasse.
     Waren die beiden Prototypen und die ersten vier Serienflugzeuge noch mit einem 100 PS (73 kW) starken Limbach-Motor L2400 DF1 ausgerüstet, hat inzwischen im Motorraum ein Rotax 912S Einzug gehalten. Auch er liefert 100 PS.
      Für den aerokurier-Flug stand die Werknummer 5 zur Verfügung. Sie repräsentiert einen Serienstandard, der kaum Wünsche offen lässt. Lediglich für einen Transponder und für ein ELT müsste hier zu Lande noch Geld ausgegeben werden. Ansonsten befindet sich alles an Bord, sogar ein elektrisch betriebener künstlicher Horizont namens GH-12 (ursprünglich aus russischer Fertigung) und ein Intercom SPA 400 von Sigtronics. Was die AT-3 fliegerisch zu bieten hat, lässt sich in der September-Ausgabe des aerokurier nachlesen.

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BUSINESS AVIATION

Risiko Rollunfälle
Unfälle mit katastrophalen Folgen drohen auch während des Rollens auf dem Flughafengelände. Honeywell nutzt vorhandene EGPWS-Technik, um der Gefahr zu begegnen.

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MAGAZIN

22. Kunstflug-WM in Lakeland
Die 22. World Aerobatic Championships werden als eine der am besten organisierten Weltmeisterschaften in die Geschichte eingehen.

RSA-Treffen 2003
Das 56. Jahrestreffen der französischen Experimentalfliegervereinigung RSA fand – inzwischen zum dritten Mal – auf dem einstigen US-Militärflugplatz Chambley, südwestlich von Metz, statt. 463 Flugzeuge hatten in diesem Jahr nach Chambley gefunden, darunter über 300 aus Deutschland. Zu den Neuheiten zählte unter anderem die Lucas L 9, ein 200 PS starker Metallviersitzer mit Einziehfahrwerk und Verstellpropeller. Von der L 9 fliegen bereits mehrere Exemplare mit verschiedenen Motorisierungen. Auch eine Spornradversion gibt es.

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100 JAHRE MOTORFLUG

Die Pioniere des Motorflugs wurden in ihrer Zeit belächelt, verspottet und beneidet und ließen sich auch von Rückschlägen nicht beirren: In dieser Serie stellen wir Piloten vor, die als Motorflugpioniere die Geschichte der Luftfahrt entscheidend geprägt haben.

Antoine de Saint-Exupéry
Der französische Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry hat mit dem "Kleinen Prinzen" zwar nur ein Werk der Weltliteratur geschrieben. Dies aber hält ihn lebendig. Lebendig in der Erinnerung an die Postfliegerzeit im westlichen Afrika, deren Pionier er war und die er nachhaltig mit geprägt hat. Alle seine Bücher haben das Thema Fliegen zum Inhalt. Von einem Erkundungsflug mit der Lightning im Juli 1944 kehrte Saint-Ex nicht mehr zurück.

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FLYING

Klein-Oshkosh in Dänemark

Staunen in Stauning: Der Küstenflugplatz westlich der "Legostadt" Billund zelebriert einmal im Jahr die Historie des dänischen Flugzeugbaus und zeigt, was Amateurflugzeugbauer können.

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PRAXIS

Doppelte Sicherheit mit zwei Triebwerken?
Das Zweimot-Rating ist für viele Piloten eine reizvolle Option. Vor der Entscheidung gilt es, sich über Möglichkeiten und Grenzen der doppelten Motorisierung klar zu werden.

Richtungscheck
Auch im GPS-Zeitalter ist der Kompass das primäre mechanische Navigationsinstrument. Damit er stets den korrekten Kurs zeigt, muss er regelmäßig überprüft und gegebenenfalls neu kompensiert werden.

Windberechnung
Einfache – und auch heute sehr nützliche – Faustformeln zur Berechnung des Vorhaltewinkels, der Längswindkomponente geraten im GPS-Zeitalter schnell in Vergessenheit.
    Mit Hilfe von Faustformeln wird die Aufnahme neuer Kurse gleich ein Stück professioneller. Der Steuerkurs wird nicht mehr per Versuch und Irrtum bestimmt, bis das GPS die Übereinstimmung von Bearing und Track signalisiert, sondern gleich zielsicher gewählt.

Unfall-Analyse: Absturz wegen Gegenverkehr
Ein Fahrzeug auf der Piste veranlasste den Piloten einer Pitts S-2B beim Landeanflug auf den schweizerischen Flugplatz Ambri durchzustarten. Dabei geriet der Aerobatic-Doppeldecker in eine unkontrollierte Fluglage und stürzte ab. Zwei Piloten fanden den Tod. Dass das Fahrzeug auf der Landebahn den Ausschlag für das Durchstartmanöver gab, ist als sehr wahrscheinlich anzusehen, für den Absturz der Pitts waren jedoch andere Einflüsse verantwortlich.

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ULTRALEICHT

Flugbericht: TL 96 Sting
Die Nachfolgerin der TL 96 Star steht für ultraleichten Flugspaß. Mehr Leistung und bessere Aerodynamik unterscheiden sie von ihrer Vorgängerin. Signifikanteste Neuerung sind die Trapezflügel, die mit den alten Flügeln nur noch das Profil gemeinsam haben. Mit 10,1 m2 Fläche sind sie 2,5 m2 kleiner als die GfK-Rechteckflügel der Star und durch den Einsatz von Kohlefaser auch noch leichter. Auffallend klein sind die Querruder, sehr üppig dagegen die Spreizklappen dimensioniert, die die Wölbklappen der Star ersetzen und das Minus an Flügelfläche kompensieren sollen. War die Star schon mit dem Rotax 912 gut motorisiert, sorgt nun der 100 PS/74 kW starke 912 S für souveräne Flugleistungen.

"Tannkosh" übertrifft sich selbst
Das Tannheimer UL-Fly-in hat sich mit einem Teilnehmerrekord selbst übertroffen: 551 Flugzeuge vom UL über den Motorsegler bis hin zum Motorflugzeug zählten die Initiatoren Verena und Matthias Dolderer. Kunstflug-Weltmeister Klaus Schrodt turnte in einer Extra 330XS, UL-Konstrukteur Wolfgang Dallach zeigte in einer Diabolo sein Können als Kunstflugpilot und Gastgeber Matthias Dolderer beeindruckte in einer Extra 300.

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SEGELFLUG

Holger Karow wieder Weltmeister
Ganz überlegen hat Holger Karow nach 1999 zum zweiten Mal den Titel des Weltmeisters in der Offenen Klasse errungen. Janusz Centka, der Weltmeister von 1991 und ’93, blieb mit dem Supervogel eta mit Abstand Zweiter.
     Für die anderen Piloten des deutschen Teams reichte es in keiner weiteren Klasse für einen Platz auf dem Treppchen. Während der Meisterschaft hatte es dagegen noch verheißungsvoll ausgesehen. Zur Halbzeit hatten sich Deutsche in der Rennklasse und in der Standard-Klasse in der Spitze eingeordnet.

Dritte Junioren-Weltmeisterschaft
In elf spannenden Wertungstagen hat sich der Erlanger Michael Streit in Nitra, Slowakei, den WM-Titel in der Clubklasse geholt. Stephan Zemmel aus Walldürn wurde Dritter. Und in der Standard-Klasse erkämpfte sich Achim Besser aus Ketsch nach zehn Wertungsflügen ebenfalls die Bronzemedaille.
    Der große Erfolg für das deutsche Team wurde durch engen Teamflug mit acht Tagessiegen errungen. Nur an den sehr erfolgreichen Briten in der Standard-Klasse war kein Vorbeikommen. Dem Deutschen Meister in der Clubklasse Till Huesgen aus Freiburg blieb der sichere Sprung aufs Treppchen durch technische Probleme verwehrt. Thomas Wettemann aus Wolfegg hatte nach einem frühen Pechtag bereits seine Chancen auf einen Spitzenplatz verspielt und stellte sich danach voll in den Dienst der Mannschaft. Huesgen und Wettemann platzierten sich immerhin noch unter den besten Zehn.
    In der Clubklasse waren 37 Piloten aus 15 Ländern und in der Standard-Klasse 35 Piloten aus 17 Nationen am Start. Sie erlebten vom ersten bis zum letzten Tag eine sehr gut organisierte Weltmeisterschaft.

"Tour de France" in der Schweiz
Die Flüge der Schweizer Meisterschaft 2003 führten weit ins Hochgebirge, durchs Flachland und ins Mittelgebirge. Wie bei der Tour de France wurden die Piloten in allen Kategorien gefordert. Frank Weiblen war dabei und hat seine Eindrücke aufgeschrieben.

Im Quartett zum Rekord
Teamfliegen bringt nicht nur bei zentralen Wettbewerben Vorteile. Armin Behrendt und Matthias Schunk praktizieren ihn fast schon als Verbandsflug auch für OLC und DMSt. Im Juni gelang ihnen so eine deutsche Bestleistung.

RKS: Sechstagerennen
Rennklasse SPEZIAL hieß es diesem Jahr auf Burg Feuerstein, das den 25 Teilnehmern in einer Woche sechs Wertungstage bescherte. Der SPEZIAL-Wettbewerb für die Flugzeuge der ersten Rennklassegeneration hat deutlich an Profil gewonnen. Rund ein Drittel der Teilnehmer in diesem Jahr waren alte Hasen der Wettbewerbsszene, sie verliehen dem Vergleich Niveau und flogen sich natürlich auch in die vorderen Ränge.

Neu: Discus 2c mit 18 m Spannweite
Auch bei Schempp-Hirth streckt man jetzt in der Standard-Klasse die Flügel weiter aus. Den Discus 2 wird es künftig in einer Kombiversion mit 15 und 18 m Spannweite geben. Nach den Betriebsferien soll mit dem Bau des ersten Flügels begonnen werden. Mit dem Erstflug wird im Frühjahr 2004 gerechnet.
    Der Flügelgrundriss des neuen Discus 2c wurde für beide Spannweitenversionen optimiert, was zu einer Teilung weiter innen (ähnlich wie schon beim Ventus 2) führte. Die Schnittstelle liegt dort, wo beim Discus 2a/b schon jetzt das Querruder geteilt ist. Während sich mit kurzen Ansteckflügeln im Layout keine Änderung zum Discus 2a/b ergibt, ähnelt der große Außenflügel für die 18-m-Version im Layout dem des Duo Discus mit nach hinten knickender Hinterkante.

DM Clubklasse

Michael Streit, im Juli in Nitra, Slowakei, bei der Weltmeisterschaft der Junioren gerade erst zu Titelehren in der Clubklasse geflogen, hat sich nun Anfang August bei der Deutschen Meisterschaft der Clubklasse in Weißenburg (26. Juli bis 7. August) vor 45 Piloten den Titel des Deutschen Meisters erflogen. Zwei Tagessiege bei AATs – insgesamt kam dieser Aufgabentyp dreimal zum Einsatz – und ein Tagessieg mit einem fast 120er Schnitt (119,6 km/h über eine 389-km-Distanz) brachten ihn nach den neun Wertungstagen an die Spitze. Auf den Plätzen folgten Andreas Nagel und Christoph Nacke. Axel Reich wurde Vierter, Helge Lieberz Fünfter.

10. Weltmeisterschaft im Segelkunstflug
Anfang August ging in Györ-Per, Ungarn, bei bestem, vielleicht zu heißem Wetter eine perfekt organisierte Segelkunstflug-Weltmeisterschaft über die Bühne, bei der alle Durchgänge mit zwei Unbekannten Pflichtprogrammen voll geflogen werden konnten. Den Titel holte sich Ferenc Toth aus der Mannschaft des Gastgebers vor dem mehrfachen Weltmeister Jerzy Makula (Polen) und Georgiy Kaminsky (Russland). Bester Deutscher wurde der amtierende deutsche Segelkunstflugmeister Gregor Willke, der gegenüber dem Titelträger 3,38 Prozent der erzielbaren Punkte abgab. Die anderen Mitglieder des DAeC-Teams verteilten sich im Feld der 55 Teilnehmer: Olaf Schmidt (12.), Eugen Schaal (13.), Michael Rottland (16.), Dirk Lohmann (25.) und Martin Krämer (40.).

Zukunft der Marke LS bei DG-Flugzeugbau
Nach den ersten Meldungen, dass DG-Flugzeugbau die Rechte und Pflichten an der LS-Typenpalette von Rolladen-Schneider übernommen habe (aerokurier 8/03), hat die Gerüchteküche über die Zukunft der einzelnen LS-Muster regelrecht zu brodeln begonnen. DG-Chef Friedel Weber hat Anfang August dem aerokurier gegenüber Stellung zu den Fragen bezogen.

Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport

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SPECIAL HELIKOPTER

Auf 32 Seiten: Aktuelles und Wissenswertes über die Branche mit der großen Marktübersicht über Helikopterunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, über einen erfolgreichen Druckereibesitzer, der seine EC 120 als Zeitmaschine nutzt, über moderne Helikoptertriebwerke, die Kosten senken und Wartungsintervalle verlängern helfen, über Möglichkeiten, die gängigsten Helikoptermuster zu chartern, über den Kit-Hubschrauber Safari, der die Vorläufige Verkehrszulassung (VVZ) in Deutschland erhielt, über die Einsatzspektren der Luftrettung mit ihren gelben und andersfarbigen Engeln.

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Last updated August 22, 2002