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aerokurier 10/2000
AETi1000.jpg (37793 Byte)Editiorial JAR-FCL am Ende? / Reportage Die Etrich-Taube: "Sie zu fliegen, will gelernt sein." / Pilot Report Pilot Report Dyn Aéro MCR 4S / Business Aviation Die superleichten Business-JetsMagazin AirVenture 2000: Teil 2, Symphony: Zulassung in Rekordzeit, Auf Floats: Ikarus C-42 geht aufs Wasser, RSA-Treffen 2000 Reise Entlang der US-Pazifikküste mit einer R22 / Hubschrauber Deutsche Hubschraubermeisterschaft, Trauung über Hangelar Hochzeits-Helikopter / Flying Präziszionsflug-WM / Praxis Know-how: Bewusst leiser fliegen, VFR-Auslandsflug: Nordische Kultstätten, Grundkurs in Kursen, Unfall-Analyse: Vom Fallwind kalt erwischt / Ultraleicht CH 601 DX Zodiac, Rekord: 58 Flugplätze an einem Tag, UL-Europameisterschaften / Segelflug F-Schlepp: Problem Taumelschwingung, Oldies auf Welttournee, Zehn Tage Segelflieger-Paradies (Teil II), Europameisterschaft: Titeljagd im Norden, Deutsche Meisterschaft der Frauen, DM Kunstflug: Erster Titel für Detlev Eilers, Heidepokal 2000, Brandenburger und Berliner Meisterschaft, Polen-Meisterschaft, Segelflugszene: Jetzt neue überregionale Luftsportvereinigung


EDITORIAL

JAR-FCL am Ende?

Die in einigen Ländern der JAA bereits in Kraft getretene neue Euro-Lizenz JAR-FCL gerät unter Feuer. In Großbritannien arbeitet die nationale Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) an einer neuen Lizenz für Privatpiloten namens NPPL, National Private Pilots Licence, die schnellstmöglich parallel zur JAR-FCL eingeführt werden soll.
    Eigentlich schien die Reform der Privatpilotenausbildung geglückt, denn die JAR-FCL-Ausbildung ist umfangreicher als die aller anderen nationalen PPL. Allerdings verteuern die JAR-FCL-Vorschriften den Einstieg in die Fliegerei und verschrecken so potenzielle Interessenten.
    Schon früh meldete Frankreich seine Bedenken an und bestand auf dem Erhalt einer abgespeckten nationalen Freizeitpilotenlizenz, spöttisch "Platzadlerschein" genannt. Jetzt hat auch die CAA reagiert: Die neue NPPL, die nur innerhalb des britischen Luftraums gelten soll, sieht nur einen Gesundheitscheck durch den Hausarzt vor und gilt nur für VFR-Flüge mit Flugzeugen bis 2000 kg MTOW.
    Mit der geplanten Einführung der NPPL in Großbritannien ist die Euro-Lizenz nicht am Ende, aber die Behörden, die sie sich ausgedacht haben, sind auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Und das ist kein schlechter Ausgangspunkt.

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REPORTAGE

Die Etrich-Taube: "Sie zu fliegen, will gelernt sein."

Wer heutzutage als Testpilot ein Flugzeug zum ersten Mal fliegt, kann sicher sein, dass er von wirklich bösen Überraschungen verschont bleibt. Was aber, wenn es gilt, den originalgetreuen Nachbau einer Etrich-Taube aus dem Jahre 1911 zum Erstflug zu bringen? Testpilot Heiner Neumann hatte das Vergnügen.
Erst nach seinen ersten Flügen entdeckte Neumann, dass Hellmuth Hirth, der 14 Jahre ältere Bruder von Wolf Hirth, 1911 in Wiener Neustadt auf der Taube eine Einweisung erhalten und in seinem Buch "Meine Flugerlebnisse" die Flugeigenschaften dieses Flugapparates umfassend beschrieben hatte. Was lag näher, als die eigenen Eindrücke denen aus längst vergangenen Tagen gegenüberzustellen. Neumann beschreibt, mit wie viel Fingerspitzengefühl die Taube geflogen werden muss. Ein spannender Insider-Report, den brillante Fotos abrunden.

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PILOT REPORT

Pilot Report Dyn Aéro MCR 4S

Neu aus dem französischen Rennstall Dyn Aéro ist die viersitzige MCR 4S. Mit ihrem Ausgangsmodell, dem Zweisitzer MCR 01, verbindet sie viel Konzeptionelles und Konstruktives.
    Der Tiefdecker steht sehr gefällig da. Im Vergleich zum Zweisitzer wirkt er nicht so filigran. Die Oberflächengüte des Prototypen überzeugt. Wie schon beim Zweisitzer umschließt die Cowling den Rotax-Antrieb, in diesem Fall einen 912S, hauteng. Die für die Ansaug- und Motorkühlluft benötigten Öffnungen reduzieren sich in Größe und Zahl auf ein Minimum.
    Als Propeller kommt, gleichgültig, welche der beiden in Frage kommenden Motorisierungen (912S oder 914) gewählt wird, ein breitblättriger Constant-Speed-Prop von Mühlbauer zum Einsatz.
    120 Liter Treibstoff lassen sich in die beiden Flügeltanks füllen. Das ermöglicht eine Endurance von acht Stunden zuzüglich sicherer Reserve. Am Fahrtmesser stellen sich dabei 222 km/h (120 KIAS) ein.

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BUSINESS AVIATION

Die superleichten Business-Jets

Bisher galt der Cessna CitationJet als Vorbild für die Klasse leichter Business-Jets. "Superleicht", preiswert und einfach zu bedienen verspricht die neue Generation von Geschäftsreisejets unterhalb der Citation-Klasse zu werden, an der zurzeit mit Hochdruck gearbeitet wird.

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MAGAZIN

AirVenture 2000: Teil 2

Das EAA-Fly-in in Oshkosh ist schon lange nicht mehr nur das Ereignis für Experimentalflieger. Auch alle "richtigen" Flugzeughersteller kommen Jahr für Jahr – und jene, die irgendwann einmal dazu gezählt werden möchten. Wir haben uns umgesehen, was sie zu bieten hatten.
    Zu den Neuheiten zählte die M-309, eine sechssitzige Push-Pull, die schon wegen ihrer ungewöhnlichen Leitwerksauslegung auffällt. Um bei den "dickeren" Flugzeugen zu bleiben: Sherpa Aircraft präsentierte die Sherpa Turbo 8, ein Achtsitzer, der aussieht wie eine übergroße Super Cub. Motorisiert wird die Riesen-Single von einem ebenso gewaltigen Lycoming TIO-720, von zwei Turbos aufgeladen und 450 PS stark.
    Ihr Oshkosh-Debüt gab auch ein anderes, ebenfalls achtsitziges und STOL-taugliches Nutzflugzeug – die Gavilan 358 aus Kolumbien. Im Gegensatz zur Sherpa Turbo 8 ist sie schon seit Mai 1998 FAA-musterzugelassen.
     Deutlich mehr ausgeben muss ein Kunde, der sich für die australische Explorer entscheiden sollte. Die günstigste Version 500R, angetrieben von einem 600 PS starken Orenda-V-8, soll 820000 Dollar kosten. Vorgestellt wurde die Version Explorer 500T mit 600 PS Pratt & Whitney-Turbine PT6-135B.
     Neuigkeiten auch bei der Lancair Company. Vorgestellt wurde die Columbia Turbo 400. Sie basiert auf der musterzugelassenen Columbia 300, bedient sich aber eines 310 PS starken Turbo-Motors TSIO-550C aus dem Hause Teledyne Continental Motors (TCM). Micco Aircraft aus Florida brachte zum AirVenture die angekündigte SP26 mit. Die zweisitzige Spornradmaschine verwendet einen 260 PS starken Lycoming-Sechszylinder IO-540T4B5.

Symphony: Zulassung in Rekordzeit

Neubrandenburg: Das LBA hat die OMF-160 Symphony zugelassen. Am 29. August übergab LBA-Direktor Ulrich Schwierczinski im Beisein von Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringsdorf, die Zulassungsurkunde für den neuen Zweisitzer. Gleichzeitig wurde die Ostmecklenburgische Flugzeugbau GmbH als Herstellerbetrieb anerkannt. Das Tempo, in der die Symphony den Zulassungsprozeß durchlief, ist rekordverdächtig. Nur 872 Tage lagen zwischen der Gründung der OMF und der JAR-23-Zulassung des Schulterdeckers.

Auf Floats: Ikarus C-42 geht aufs Wasser

Hohentengen: Comco Ikarus hat den Marktrenner C-42 auf Floats gestellt. Anfang August führte der Hersteller die Erprobung mit Erfolg auf einem Baggersee bei Mengen durch. Mit Unterstützung des Herstellers sollen künftig auch deutsche Kunden in Finnland selbst Wasserfliegen können. Dort erhalten sie eine Wasserflugeinweisung bevor es auf Flugsafaris durch die Wildnis der finnischen Seenlandschaft geht.

RSA-Treffen 2000

Topwetter, jede Menge Besucher und eine breite Palette an Flugzeugen machten das 20. Jahrestreffen der französischen Experimentalflugzeug-Vereinigung (RSA) zu einer gelungenen Veranstaltung.
      Zu den Neuheiten zählte die UL-Variante der Jodel D 20. Einen guten Eindruck hinterließ auch die Vega der Firma Aviakit. Zu den weiteren Höhepunkten des Treffens zählte die Präsentation der DG 01 des Franzosen Denis Guillotel.
      Für die Preisverleihungen wurden 41 Flugzeuge bewertet. In der Kategorie der Einsitzer siegte eine Sagitaire CL 8. In der Doppelsitzer-Klasse nahm eine zweisitzige Quercy verdient den Pokal mit nach Hause. Gebaut worden ist sie von einem Club in Montauban.
     Perfekt gebaut präsentierte sich die erste französische Velocity 200 RG, ausgerüstet mit einem 200-PS-Motor und Einziehfahrwerk. Der Viersitzer schafft im Reiseflug beachtliche 175 kts (324 km/h), maximal ist er bis zu 200 kts (370 km/h) schnell.

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REISE

Entlang der US-Pazifikküste mit einer R22

Über eine Strecke von mehr als 2500 km flogen die beiden Hubschrauberpiloten Bernhard Schmid und Florian Wagner entlang der US-Pazifikküste von Los Angeles nach Cape Blanco in Oregon. Als Fluggerät diente ihnen eine zweisitzige Robinson R22, die unterwegs ihre Qualitäten als Reisehubschrauber unter Beweis stellen musste.

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HUBSCHRAUBER

Deutsche Hubschraubermeisterschaft

Mit einem soliden Punkteabstand entschieden Holger Hoven und Michael Schauff auf einer Schweizer 300 die Offene Deutsche Hubschraubermeisterschaft 2000 für sich. An den Wettkämpfen im thüringischen Eisenach nahmen 15 Teams teil, darunter auch je eine Gastmannschaft aus Japan und aus Österreich. Vizemeister wurden Heinz Schäfer/Peter Schmidt auf MD 500 vor Heiko Lodes/Dr. Klaus Ständer auf R22.

Trauung über Hangelar Hochzeits-Helikopter

Es gibt so manchen ungewöhnlichen Ort, sich das Jawort zu geben. Einen ganz "himmlischen" bietet jetzt die Stadt St. Agustin bei Bonn. Dort können Paare im Helikopter über der Stadt heiraten. In 1000 ft Höhe spricht der Standesbeamte an Bord des Drehflüglers die Formel und nach dem Ringetausch geht es auf einen halbstündigen Hochzeitsflug in die nähere Umgebung. Den Hubschrauber, und auf Wunsch auch den Piloten als Trauzeugen, stellt die in Hangelar beheimatete Air Lloyd.

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FLYING

Präziszionsflug-WM

Die erhofften Platzierungen blieben für Roland Pietsch und Henry Franzkowiak bei der 14. Präzisionsflugweltmeisterschaft vom 30. Juli bis 5. August in Schweden aus. Doch fliegerisch entdeckten die beiden Piloten eine neue Welt.

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PRAXIS

Know-how: Bewusst leiser fliegen

Motorfliegen ist mit Lärm verbunden. Leiser geht’s mit Zusatzschalldämpfer und angepasstem Propeller, aber nicht nur. Rücksichtsvolles, leiseres Fliegen ist auch eine Frage des Verhaltens.
    Piloten haben direkten Einfluss auf die Lärmentwicklung, ganz gleich, ob sie nun mit Flugzeugen unterwegs sind, die über zusätzlichen Schallschutz verfügen, oder mit älteren, selteneren Mustern, für die es (bislang) keine lärmmindernden Maßnahmen gibt. Die Lärmerzeuger am Flugzeug – in der Hauptsache der Motor mit Ansaugung und Auslass, der Propeller sowie die aerodynamischen Widerstände – können laut und leise gestellt werden. Mit der Leistungseinstellung, der Propellerdrehzahl, Wahl des Flugwegs und der -höhe hat es der Pilot in der Hand, was an Lärm unten ankommt. Der Beitrag liefert die wichtigsten Tipps.

VFR-Auslandsflug: Nordische Kultstätten

Auf der Suche nach lohnenden Zielen im Nachbarland Dänemark, das unter VFR-Piloten schon immer einen guten Ruf genoss. Fliegen ist hier Genuss pur. Noch dazu Genuss ohne Reue, weil der Liter Avgas moderate zwei Mark kostet (Stand Ende August), also mehr als ein Drittel billiger kommt als hierzulande.
     Der Genuss fängt bereits viel früher an, bei der Flugvorbereitung. Wo in aller Welt gibt es eine transparentere ICAO-Karte 1:500000 (für 37 Mark)? Wo eine sinnvollere, VFR-freundlichere Luftraumstruktur mit den vertrauten Luftraumklassen G, E, D und C? Und anders als in Deutschland reicht für Charlie, den es auch nur oberhalb 2500/1500 ft rund um Kopenhagen gibt, natürlich der ganz normale PPL.

Grundkurs in Kursen

Selbst IFR-Schüler kommen bei den verschiedenen Kursbegriffen noch leicht ins Grübeln. Der Refresher ist deshalb für Profis und als Einstiegshilfe für Anfänger gedacht. Auch für die moderne Navigation mit Hilfe von GPS ist ein Grundwissen unverzichtbar. Wer Track und Heading nicht unterscheiden kann, dem hilft auch die beste Moving Map im GPS wenig.

Unfall-Analyse: Vom Fallwind kalt erwischt

Eine Platzrunde angesichts eines sich schnell nähernden Gewitters wurde einem Piloten und seinen drei Passagieren am schweizerischen Flugplatz Birrfeld beinahe zum Verhängnis.
     Nach einem Durchstartvorgang geriet die Piper mit gefahrenen Klappen im Querabflug in den Einfluss von Fallwind. Das Flugzeug sackte durch und prallte auf eine nahe Straße auf. Während die Piper erheblich zerstört wurde, kamen alle vier Insassen mit leichten Verletzungen davon.

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ULTRALEICHT

CH 601 DX Zodiac

Zenairs Zodiac ist seit Jahren eines der erfolgreichen Flugzeuge in der UL- und Experimental-Klasse. Jetzt bringt Deutschland-Importeur Roland Aircrafts mit der CH 601 DX eine modernisierte Version mit vielen Verbesserungen. Wir haben der DX am neuen Standort des Importeurs in Neuhausen ob Eck auf den Zahn gefühlt.
     Aerodynamisch, optisch und in Sachen Komfort glänzt die DX durch zahlreiche Verbesserungen. Was genau die neue Version auszeichnet, erfahren Sie im aktuellen aerokurier.

Rekord: 58 Flugplätze an einem Tag

Es sollte ein etwas anderer Weltrekord werden. Alfred Schmitz, Flugsicherheitsinspektor des DAeC, landete an einem Tag mit seinem UL gleich an 58 Flugplätzen und legte dabei knapp 900 Kilometer zurück. Einen FAI-Rekord stellten er und sein Team damit sicher nicht auf, aber ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde scheint sicher.

UL-Europameisterschaften

Levroux: Enttäuschend endeten für das deutsche Team die UL-Europameisterschaften vom 19. bis 27. August im französischen Levroux. Den einzigen Lichtblick bot der zweite Platz von Motorschirmpilot Thomas Keller.
      World-Air-Games-Sieger Heinz Korella landete mit seinem neuen Copiloten Wolfram Walter gar auf dem letzten Platz der Dreichachser-Klasse. Den Titel holte sich das spanische Team Pedro Nogueroles/Julio Revert. Europameister der Doppelsitzer-Trikes wurden die Franzosen Samit Elari/Cathy Almaric, bester Trike-Solopilot der Brite Robert Keene. Bei den Motorschirmen (PPG) siegte Daniel Martinez aus Spanien. Insgesamt standen 68 Teams aus neun Nationen am Start.

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SEGELFLUG

F-Schlepp: Problem Taumelschwingung

Die Diskussion über die Benutzung der Bodenkupplungen im F-Schlepp hat schon viele Argumente gebracht. Einen bislang unbeachteten Aspekt, den der Taumelschwingung, erläutern die Professoren Josef Mertens und Wolf Röger.
      Ihr Faszit: Technisch haben weder die Schwerpunkt- noch die Bugkupplung Vorteile. Jede Art der Kupplung hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die Unfallursachen sind unterschiedlich gelagert. In jedem Fall hilft – wie immer in der Fliegerei – nur eins: Übung, Aufmerksamkeit und kühler Kopf.

Oldies auf Welttournee

Die Flugzeuge aus den Anfangszeiten des Segelflugs sind schon wahre Altertümchen, aber es werden immer mehr: Beim 2. International Vintage Sailplane Meeting in Elmira,USA, und beim Vintage Glide 2000 in Tibenham, Großbritannien, wurden bislang in USA und Europa nicht gesehene Muster gezeigt.

Zehn Tage Segelflieger-Paradies (Teil II)

Geradezu traumhafte Bedingungen bescherte Nevada den Gewinnern des Barron Hilton Cup 98/99 Anfang Juli auf der Segelflugranch des Hotelkönigs. Von dem "Spielplatz für große Jungs" berichtet Uli Gmelin – so richtig zum Neidischwerden.

Europameisterschaft: Titeljagd im Norden

Acht Wertungstage, beste Thermik, sehr oft in Wolkenstraßen angeordnet, aber auch knifflige und dann entscheidende Situationen hat die 10. EM den 103 Teilnehmern aus 24 Nationen gebracht.
      Der FCC Berlin hat in Lüsse, rund eine Autostunde südlich von Berlin, mit den Europameisterschaften eine nahezu perfekte Vorstellung geboten: Eine EM auf WM-Niveau. 21 europäische Nationen hatten ihre Piloten geschickt. Als Gastnationen waren Japan, Neuseeland und Südafrika dabei. Die Piloten starteten unter der Flagge der Internationalen Segelflugkommission (IGC).
      In der Offenen Klasse flog Bruno Gantenbrink (51) mit drei Tagessiegen zu seinem dritten EM-Sieg vor dem Europameister ’98 Uli Schwenk und Weltmeister Holger Karow. In der Standard-Klasse hatte sich Herbert Weiß (51) den zweiten Platz hinter Euroameister Jean-Marc Caillard erobert. Und fast wäre Bronze für Bernd de Boer abgefallen. Mit seinem vierten Platz, nur ganz knapp, nämlich um sieben Punkte hinter dem Italiener Riccardo Brigliadori, hat der 35-jährige Physiker bei seiner ersten EM einen glänzenden Einstand gegeben.
       In der Rennklasse besetzten ganz unspektakulär der Brite Stephen Jones und Teamkollege David Watt für die letzten drei Wertungstage die Spitzenpositionen. Die gute Zeit des deutschen Rennklasseteams Michael Grund / Werner Meuser beschränkte sich auf die ersten sechs Wertungstage. Tagessiege und gute Platzierungen hatten Michael Grund nach fünf Tagen zum "Halbzeitmeister" gemacht, Werner Meuser lag auf Platz drei. Mit einer Außenlandung am sechsten Wertungstag wurde dieseer Auffstieg abrupt gestoppt. In der Folge setzte Michael Grund auf Risiko, um aufzuholen. Die Entscheidungen trugen nicht, und statt Sekt gab’s Selters. Werner Meuser wurde Vierter (Ergebnisse).

Deutsche Meisterschaft der Frauen

Mit 56 Pilotinnen hatte die Deutsche Meisterschaft der Frauen Mitte August in Neresheim so viele Teilnehmerinnen wie nie zuvor. Vor allem die Clubklasse hat mit 30 Flugzeugen zum guten Ergebnis beigetragen.
      Der Wettergott hat es nach kleinen Startschwierigkeiten gut mit den Frauen gemeint: Sieben Flugtage am Stück, meist mit 2000 m Basis über Grund und Steigwerten um 2,5 m/s. Zur Wettbewerbsmitte machten die Rennen ihrem Namen auch alle Ehre: Die Schnittgeschwindigkeiten der Schnellsten in Standard- und Rennklasse lagen über 110 km/h!
      Der Rennklasse waren im Mittel 338 km große Aufgaben aufgetragen. Als größte Strecken wurden 400 km geflogen. Die größten Tagesaufgaben aller Klassen (über 400 km in Standard- und Rennklasse) endeten alle vorzeitig auf Außenlandeäckern. Aber auch die Aufgaben in der Standard-Klasse mit 319 km im Mittel (Maximum 357 km) können sich sehen lassen. In der Clubklasse kamen im Schnitt 264 km zur Ausschriebung. Größte geflogene Strecke waren hier 320 km.
      Sylvia (Üli) Stampke, hat die Meisterschaft in Neresheim im Cockpit ihrer LS1-f erlebt. Aber nicht allein, sondern im Team. Das Erlebnis Teamflug in der Clubklasse hat sie für den aerokurier aufgeschrieben. (Ergebnisse)

DM Kunstflug: Erster Titel für Detlev Eilers

Im Beruf ist er Airline-Kapitän, in der Freizeit Acropilot – mit Erfolg. Jetzt holte sich Detlev Eilers (45) bei der Deutschen Meisterschaft im Segelkunstflug in Landau die ersten Titelehren.
      Die weiteren Plätze in der 23 Piloten starken Meisterklasse der Deutschen Segelkunstflug-Meisterschaften vom 22. bis 30. Juli in Landau belegten Gregor Wilke (Biberach) mit 100 Punkten Abstand und Helmut Lindner (Walpertshofen) nach respektabler Aufholjagd.
      In der Halbacroklasse traten 16 Piloten an. Hier gewann souverän der Pilatus-B4-Pilot Andris Kade aus Karlsruhe. Platz zwei besetzte Jürgen Thies aus Niederweis mit einer Lo 100 gefolgt von Wolfgang Schieck aus Sauerlach mit einem Salto (Ergebnisse).

Heidepokal 2000

Anfang August gab’s in Roitzschjora großes Programm: Heidepokal 2000 und zugleich Sächsische Meisterschaft der Club- und Standard-Klasse. Es ging um die Qualifikationsplätze für die Junioren-DM und für die Ost-/Norddeutschen Meisterschaften im nächsten Jahr.
      Robert Mettin und Norbert Kalisch (beide D-Kader aus Roitzschjora) holten sich die Titel Sachsenmeister in der Club- beziehungsweise Standard-Klasse. Robert reichte dazu ein sechster Platz in der Clubklasse. Mit seinem Sieg in der Standard-Klasse wurde Norbert Kalisch gleichzeitig bester Junior des Wettbewerbs.
      Der Pokal (nach der Gesamtwertung beider Klassen mit Index) ging nach Thüringen, an Jan Rothhardt. Mit einem 4-km/h-Vorsprung am letzten Tag entschied er die Heidepokalwertung zu seinen Gunsten: Im Schnitt hatte er stets 95,4 Prozent der maximalen Tagespunktzahl eingeflogen.

Brandenburger und Berliner Meisterschaft

Sechs Wertungstage mit ganz passablen Bedingungen gab es für die 41 Teilnehmer aus zwölf Vereinen der Brandenburger und Berliner Segelflugmeisterschaften vom 12. bis 20. August in Finsterwalde. Das Wetter zeigte sich gleich zu Beginn von seiner besten Seite. Aufregung gab es am ersten Tag nur durch die Außenlandung eines Piloten in Polen. Der zweite Tag brachte die größte Aufgabe. Die Offene Klasse umrundete ein 527 km großes Dreieck.
      In der Club/Doppelsitzerklasse hat Wolfgang Heinze (ASK 21) vor Paul Braune und Hans-Jürgen Krause gwonnen. In der "Offenen" Klasse hat Michael Petzold (ASW 24) das Rennen gemacht. Auf den Plätzen folgen Klaus Wonneberger und Wldemar Labuska. Sieger der Clubklasse wurde Christian Kümmritz vor Anrdé Augenadel und Ulf Grothe.

Polen-Meisterschaft

Regen und Sturm bestimmten das Wetter während der 45. polnischen Meisterschaft der Standard-Klasse vom 24. Juni bis 9. Juli in Leszno.
     Polnischer Meister wurde der 44-jährige Jerzy Kolasinski auf Jantar-Standard 2 vor Robert Sleczkowski (29) und Stanislaw Kluk (61), ebenfalls auf Jantar-Standard 2. Als bester Gastpilot in der internationalen Wertung platzierte sich Miroslaw Matkowski auf Rang sechs, Waldemar Labusga (LS8) wurde Zehnter.

Segelflugszene: Jetzt neue überregionale Luftsportvereinigung

Mit Segelflugszene e.V. wurde jetzt ein überregionaler Luftsportverein/-verband gegründet, dessen vorrangiges Ziel es ist, die Rahmenbedingungen für den Luftsport in Deutschland zu verbessern. In Versicherungsfragen hat die neue Vereinigung schon ein Pfund vorzuweisen. Mit Anfang September geschlossenen Rahmenverträgen können die Mitglieder von Segelflugszene e. V. ganz erhebliche Summen an Versicherungsprämie sparen. Der Mitgliedsbeitrag ist dabei äußerst gering: zwölf Mark pro Verein, ganz unabhängig von dessen Größe, oder Einzelperson im Jahr. (Kompletter Artikel)
    Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.segelflugszene.de, per Fax: 09151-71210 oder bei Segelflugszene e.V., Hohensteinstr. 12, 91217 Hersbruck.

Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport

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Last updated September 22, 2000