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aerokurier 7/1998
Titel Juli (22277 Byte)Editorial Info-Service statt Luftpolizei /Praxis Report aerokurier-Umfrage: Zufrieden mit der neuen Skyhawk? / Business Aviation Einmots mit Turboprop: Power-Singles / Messen ILA ’98: Die Top-Themen aus Berlin, Neue Airliner-Familie gelauncht, Tiltrotor für den Aero Dienst, Magic: VLA-Zulassung im Visier, Becker erweitert AirScout-Reihe, Mooney launcht Turboprop-Einmot, Starker Auftritt der leichten Jets, Diamond präsentiert zwei DA-40-Prototypen, Europa-Debüt für Meridian-Mock-up, Flügge geworden: VLA Wega, HLW übernimmt Columbia-Vertrieb, Fortschritte bei Wankel-Rotary-Entwicklung, BMW Rolls-Royce nach DahlewitzMagazin Europa XS: Mehr Platz, mehr Speed, 13. Militärischer Motorflugwettbewerb in Wunstorf / Reise Panamericana im Flugboot – Teil 2 / Flying Zwei Stampe in Aachen: Fit for Fun / Praxis Tips für Trips:VFR nach Luxemburg, Propellerwartung: Kerbe, Riß und Bruch, Was passiert, wenn die Druckmeßsonden ausfallen? aerokurier-Aktion: Landen zum Nulltarif / Ultraleicht Cora & Zephyr: Ungleiche Zwillinge / Segelflug Bavaria Glide: Run auf Bayreuth, Motorseglerschlepp im Test, Urlauben in Frankreich: Aubenasson – Noch ein Geheimtip, Südafrika hat viele schöne Plätze, 28. Internationale Freiburger Segelflugwoche, 33. Internationaler Hahnweide-Wettbewerb, Klix: Die Hahnweide im Osten


EDITORIAL

Info-Service statt Luftpolizei

Leser berichteten uns von ihren Erlebnissen mit Flugleitern, Flugleiter von ihren Erlebnissen mit Piloten. Erstes Beispiel: Ein Pilot ist an einem Tag mit starkem Wind auf dem Weg zu einem Landeplatz. Als er sich dem Platz nähert, fragt er nach dem Wind. Der Flugleiter will von dem Piloten wissen, wie weit er noch von dem Platz entfernt ist. Als der Pilot "ungefähr sieben Minuten" antwortet, bekommt er zu hören, daß man ihm die Windrichtung und -stärke erst in der Platzrunde mitteilen wolle. Der Pilot kehrt um und landet auf einem anderen Platz. Info-Servicewüste Deutschland. Zweites Beispiel: Auf dem Rückweg von einem Oldtimer-Treffen meldet sich der Pilot per Funk an seinem Zielflugplatz. Der Pilot hatte den Rückflug knapp kalkuliert und war länger unterwegs als geplant. Er ist noch rund zehn Minuten entfernt, als ihm der Flugleiter mitteilt, er könne nicht mehr landen, denn der Platz sei nun geschlossen. Der Pilot landet trotzdem und erfährt, daß der Flugleiter ihn angezeigt hat, wegen Landung auf einem geschlossenen Flugplatz. Drittes Beispiel: An einem Sonderlandeplatz bekommen Piloten immer wieder Anweisungen anstelle von Informationen: Immer wieder: "Landung frei" und "Start frei".

Diese Beispiele sind erschreckend, zeugen sie doch von einem fragwürdigen Selbstverständnis und einer mangelhaften Ausbildung. Viele Flugleiter verstehen sich als Info-Service und verhalten sich entsprechend. Aber eine gehörige Zahl, so scheint es, sehen ihre Aufgabe als eine Art Luftpolizei. Wie anders ist es zu erklären, daß einem Piloten wie im zweiten Beispiel der Platz vor der Nase geschlossen wird, um ihn dann nach der Landung anzuzeigen? Für mich ist dieser Fall ein Akt reiner Willkür.

Jegliches Fehlverhalten auf die Flugleiter allein abzuschieben, wäre zu einfach. Denn auch unter den Piloten gibt es schwarze Schafe. Man hat den Eindruck, bei diesen gelte die Maxime, nur ein Pilot, der am Funk viel erzählt, sei ein guter Pilot. Mehr Rückbesinnung auf die eigentlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten auf seiten der Flugleiter und der Piloten wäre hilfreich.

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PRAXIS REPORT

aerokurier-Umfrage: Zufrieden mit der neuen Skyhawk?

Seit gut einem Jahr gibt es die neue Cessna Skyhawk auch in Deutschland. Inzwischen fliegen über drei Dutzend Flugzeuge dieses Typs mit Delta-Registrierung. Anlaß für den aerokurier, sich bei Vereinen und Flugschulen, die die C 172R einsetzen, nach der Zufriedenheit zu erkundigen.

Am meisten Kritik hagelte es für die Verarbeitung. Bleche seien nicht paßgenau, und auch die Lackierung lasse oftmals zu wünschen übrig. Für Unzufriedenheit sorgten ferner die Automatikgurte. Deren Aufrollmechanismus erweise sich vielfach als zu schwach. Die große Mehrheit aller Eigner war bisher durch kleinere Defekte zu mehr oder weniger häufigen Werkstattbesuchen gezwungen worden. Vier Lufttüchtigkeitsanweisungen und zahlreiche Service Bulletins wurden für die Maschine bisher herausgegeben und zwangen die Händler zum Nachbessern.

Trotz aller Kritik bereuten die von uns befragten Vereine und Schulen ihre Kaufentscheidung nicht, im Gegenteil: Die ordentlichen Flugleistungen und das sehr sichere Flugverhalten des Viersitzers sorgen für versöhnliche Stimmung. Eine Forderung allerdings haben alle Beteiligten an Cessna: Die Qualität muß besser werden.

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BUSINESS AVIATION

Einmots mit Turboprop: Power-Singles

Erst haben sie sich ihren Markt mühsam erobern müssen, nun steigt mit der Nachfrage auch die Zahl der Anbieter. Einmots mit Turboprop-Antrieb sind die ideale Alternative zwischen einer großen Zweimot und einer High-Performance-Kolbeneinmot. An einen Markterfolg von einmotorigen Turboprop-Flugzeugen haben vor 15 Jahren nur wenige geglaubt. Das hat sich grundlegend geändert. Turboprop-Singles dürfen in USA, Kanada, Australien, Irland, Norwegen kommerziell unter Instrumentenflugbedingungen betrieben werden. In anderen europäischen Ländern – unter anderem Deutschland – zieren sich die Behörden noch, obwohl die Unfallstatistiken eine deutliche Sprache sprechen: Einmotorige Flugzeuge mit Turboprop-Antrieb haben weniger Unfälle als beispielsweise Kolbenmotor-Twins.

Die Cessna Caravan ist in puncto Stückzahlen die erfolgreichste Einmot mit Turboprop-Antrieb. Es gibt sie in fünf Versionen: Caravan, Super Cargomaster, Grand Caravan, Caravan Floatplane und – seit November 1997 – als Caravan 675.

Die TBM 700 ist die kompakteste der drei Turboprop-Einmots. Sie wird seit 1988 von der Aérospatiale-Tochter Socata in Tarbes gebaut. Die erste Auslieferung nach der Zulassung durch die französische Luftfahrtbehörde DGAC fand am 21. Dezember 1990 statt. Nachdem der Absatz bei 120 Flugzeugen stockte, hat es in der jüngsten Vergangenheit wieder einen Nachfrageschub gegeben. Der Versuch, durch eine Streckung des Flugzeugs das Absatzpotential für das Muster zu erhöhen, wurde 1995 wieder aufgegeben. Bislang sind 135 TBM 700 verkauft worden.

Die Pilatus PC-12 ist das jüngste Muster im Kreis der Turboprop-Einmots. Nach einigen Startschwierigkeiten am Beginn des Programms, die sich in Form eines veränderten Flügels manifestierten, hat das Flugzeug schnell Marktanteile erobern können. In den 41 Monaten zwischen der Lieferung der ersten PC-12 im September 1994 und April 1998 hat der Hersteller Pilatus Aircraft, Ltd. aus dem schweizerischen Stans 100 PC-12 hergestellt und ausgeliefert.

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MESSEN

ILA ’98: Die Top-Themen aus Berlin

Die ILA ’98 bot dem Publikum eine tolle Airshow. Wer Neuigkeiten suchte, mußte genau hinschauen. Die Redaktion hat es getan und ist fündig geworden. Die ILA hat 1998 erneut mit Rekordergebnissen bei der Zahl der Besucher und Aussteller abgeschlossen. Auch die Premiere, daß mit Roman Herzog erstmalig ein Bundespräsident die ILA eröffnete, ist bemerkenswert.

Die ILA hat den Zuschauern ein gutes Programm geboten. Ihr Wert als Werbeveranstaltung für die Luft- und Raumfahrt in Deutschland ist unschätzbar. Aber die ILA muß den Ausstellern konzentrierter das Publikum bieten, das sie brauchen. Eine Trennung von Fachbesuchertagen und Publikumstagen würde sicher guttun.

Neue Airliner-Familie gelauncht

Fairchild Dornier nutzte die ILA, um zwei Flugzeugprogramme zu launchen: einmal den 428JET, eine gestreckte Version des 33sitzigen Regionaljets 328JET, und einmal eine komplett neue Regionalairliner-Familie, bestehend aus den drei Mustern 528JET, 728JET und 928JET. Mit Lufthansa CityLine, Crossair, Eurowings und Proteus bekundeten gleich mehrere Gesellschaften ihr Interesse, als Launching Customer eine stattliche Anzahl der Flugzeuge zu bestellen. Der 728JET mit einer Kapazität von 70 bis 75 Sitzen soll als erstes Muster der Familie fliegen. Er wird bereits seit Juli 1997 entwickelt und soll ab Mitte 2001 bei den Kunden in Dienst gehen.

Tiltrotor für den Aero Dienst

Neben den zahlreichen militärischen Helikoptern, allen voran der neue NH90, hoben sich die zivilen Geräte von Bell Helicopter Textron, Eurocopter, Robinson, PZL Swidnik und Schweizer deutlich heraus. Das 1:1-Mock-up der Bell Boeing 609 gab sein Europadebüt. Die 609 wurde 1997 gelauncht, 1999 soll sie in Serie gehen. Weltweit liegen 67 Bestellungen vor, davon 15 aus Europa. Der Basispreis wird bei rund 15 Millionen Mark liegen.

Mit dem Aero Dienst Nürnberg präsentierte Bell Helicopter Textron (BHT) auf der ILA ’98 den 67. Kunden. Das deutsche Unternehmen unterzeichnete eine Kaufabsichtserklärung. Peter Czech, Geschäftsführer des Aero Dienst, erläuterte, daß man das Kipprotorflugzeug sowohl im Charterdienst als auch für medizinische Transporte innerhalb Europas einsetzen wolle. Bis ein weltweites Vertriebsnetz für die 609 steht, wird der offizielle Deutschland-Dealer für BHT, der Egle Air Service aus Baden-Baden, die Betreuung für das Tiltrotorflugzeug in Deutschland übernehmen.

Magic: VLA-Zulassung im Visier

Kaiser Flugzeugbau aus Schönhagen stellte erstmals den Doppeldecker Magic vor. Der Zweisitzer, ausgerüstet mit einem 205 PS starken Franklin-Motor 6A-350C1R, soll in Kürze in Polen seinen Erstflug absolvieren. Für die Magic wird eine Zulassung als VLA-Leichtflugzeug angestrebt. Neben der Sechszylinder-Version soll es auch eine Version mit einem 125 PS starken Antrieb geben.

Becker erweitert AirScout-Reihe

Der deutsche Avionikhersteller Becker Avionic Systems aus Hügelsheim stellte auf der AERO seine neuen Produkte aus der AirScout-Reihe vor. Das Moving-Map-System ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich: als reines Darstellungsdisplay für einen externen GPS-Empfänger, als Display mit integriertem Receiver oder als AirScout Executive mit 12-Kanal-Parallel-GPS-Empfänger und umfangreicher Ausstattung.

Die Architektur der AirScout-Familie erlaubt die spätere Integration von weiteren Funktionen im System und auf dem Display.

Mooney launcht Turboprop-Einmot

Der deutsche Mooney-Händler, Rheinland Air Service, überraschte mit der Mitteilung, daß der texanische Hersteller von High-Performance-Einmots, Mooney, an einer viersitzigen, druckbelüfteten Turboprop-Single arbeitet und über die Entwicklung eines viersitzigen Jets mit dem FJX-2-Turbofan nachdenkt.

Starker Auftritt der leichten Jets

Die Business Aviation hatte in Berlin einen starken Auftritt. Zwar fehlte mit Dassault ein wichtiger Aussteller, aber Bombardier, Gulfstream, Raytheon und Cessna (durch Atlas Air Service) waren zugegen. Die Citation X gab ihr öffentliches Deutschland-Debüt – zu Kundendemos war sie bereits vorher in Deutschland gewesen –, und der Learjet 45 kam zu seiner gefeierten Europapremiere, die den Auftakt einer Kundenbesuchstour bildete. Auch Sino-Swearingen, der Hersteller des in der Erprobung befindlichen Lightjets SJ30-2, hatte mit Firmenboßs Jack Braly Toplevel-Management nach Berlin beordert. Der deutsche Händler konnte während der ILA auch einen Verkauf eines Jets an einen Kunden vermelden.

In Deutschland gibt es einen beachtlichen Bedarf für kleine Bizjets. Von dieser Nachfrage könnte auch VisionAire profitieren, vorausgesetzt, sie schafft es, ihren Einstrahler Vantage zügig zur Zulassung zu bringen. Erste Auslieferungen sind fürs vierte Quartal 1999 geplant. Laut Firmenangaben seien bereits 125 Maschinen bestellt. Bei einem aktuellen Verkaufspreis von 1,8 Mio. Dollar bedeutet dies für das Unternehmen ein Finanzvolumen von weit über 200 Mio. Dollar. Fünf Bestellungen aus Europa lägen zwischenzeitlich auch schon vor, darunter eine aus Deutschland. Der bislang einzige fliegende Prototyp hat im Verlauf von 116 Flügen 220 Stunden in der Luft zugebracht. Die anfangs noch in den Händen der kalifornischen Firma Scaled Composites liegende Flugerprobung ist vor kurzem an VisionAire selbst übergegangen.

Diamond präsentiert zwei DA-40-Prototypen

Mit welchem Elan Diamond Aircraft das Viersitzerprojekt DA 40 (siehe ausführlichen Bericht in aerokurier 5/98) vorantreibt, wurde daran ersichtlich, daß die Firma gleich zwei fliegende Prototypen präsentierte. Ausgestellt wurde sowohl die DA 40 mit Rotax-Turboantrieb 914 als auch die Conti-Version, die sich eines 125 PS starken IO-240 bedient.

Ausgestellt war auch die erste sogenannte C1-Katana. Auch sie bedient sich eines Conti-Motors. Bei Diamond ist man stolz auf den jüngst stattgefundenen Verkauf von 25 Katanas dieses Typs und elf Katana-Simulatoren an die University of North Dakota (UND).

Europa-Debüt für Meridian-Mock-up

Im August soll sie fliegen, und Anfang 2000 dürfte sie musterzugelassen sein. Für die Meridian von Piper Aircraft, eine Turbopropversion der Malibu Mirage, stehen die Zukunftschancen schon jetzt nicht schlecht. Über 80 Bestellungen liegen für den 1,3 Mio. Dollar teuren Sechssitzer bereits vor. Wer jetzt eine Malibu Mirage ordert, bekommt auf die Meridian 50000 Dollar Nachlaß.

Flügge geworden: VLA Wega

Am Flugplatz Mengen in den ehemaligen Gebäuden der Firma FFT befindet sich ihr neues Zuhause, und kurz vor der ILA hat dort auch der Erstflug stattgefunden. Von nun an soll es zügig in Richtung JAA-Musterzulassung als Leichtflugzeug gehen.

HLW übernimmt Columbia-Vertrieb

Die in Bremen ansässige Hanseatische Luftwerft (HLW) hat sich den Vertrieb des schnellen Reiseviersitzers Columbia 300 für die Benelux-Länder, Deutschland, Österreich und die Schweiz gesichert. Die Columbia 300 stammt aus dem Hause Lancair. Der Viersitzer dürfte in Kürze musterzugelassen sein.

Fortschritte bei Wankel-Rotary-Entwicklung

Wankel Rotary aus Korb präsentierte den neuen Flugmotor LOCR-814TD, einen turboaufgeladenen und ladeluftgekühlten ZweiläuferMotor. In Kürze soll der 80-PS-Wankel in einer FK12 und MCR 01 in die Luft gehen. In einer Twin-Pack-Ausführung (zwei LOCR-814TD, Zahnriemengetriebe 1:3, 160 PS) befindet sich das Antriebspaket auch im ersten Prototypen von Horst Ruschmeyers MF 85. Zur Zeit finden Bodentestläufe statt.

BMW Rolls-Royce nach Dahlewitz

Auf der ILA gab Dr. Klaus Nittinger, der Vorstandsvorsitzende von BMW Rolls-Royce bekannt, daß er beabsichtige, den Sitz des Unternehmens von Oberursel bei Frankfurt zum BRR-Entwicklungszentrum nach Dahlewitz bei Berlin zu verlegen.

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MAGAZIN

Europa XS: Mehr Platz, mehr Speed

470 Bausätze des Selbstbau-Zweisitzers Europa sind von der Herstellerfirma Europa Aviation inzwischen verkauft worden. Neu ist die Europa XS. Sie bietet mehr Kabinenraum, deutlich mehr Zuladung bei "full fuel" und bessere Performance auf Grund aerodynamischer Überarbeitungen und der Installation eines turboaufgeladenen Rotax 914. Die XS bietet darüber hinaus sogar Aerobatiktauglichkeit. Inzwischen müssen sich deutschsprachige Kunden nicht mehr an den Hersteller in Großbritannien wenden, mit der Firma DLE steht ihnen am Flugplatz Baden-Baden ein deutscher Händler zur Verfügung.

13. Militärischer Motorflugwettbewerb in Wunstorf

Wettbewerbe gewinnen wieder an Popularität, das bewies auch der militärische Motorflugwettbwerb. Der im zweijährigen Rhythmus ausgerichtete Motorflugwettbewerb der Bundeswehr hat sich neben dem Deutschlandflug zur größten deutschen Wettbewerbsveranstaltung im Motorflug entwickelt. Für den Wettbewerb vom 15. bis 17. Mai hatten sich über 100 Besatzungen angemeldet, 79 nahmen teil. Es war wieder ein eindrucksvolles Ereignis und eine Werbung für den Motorflugsport und die Bundeswehr. Der Fliegerhorst Wunstorf bietet die besten Voraussetzungen für die Ausrichtung einer solchen Veranstaltung. Das LTG 62 ist mit 2500 Soldaten und zivilen Mitarbeitern der größte fliegerische Verband der Luftwaffe. Es verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und entsprechende Organisationsmöglichkeiten. Der Sportfliegerclub Mardorf unterstützte den Wettbwerb aus dem zivilen Bereich. Wettbewerbsleiter Rolf Heyne – selbst ein Mitglied der Nationalmannschaft – war Garant für einen fairen, präzisen und hochwertigen Navigationsflugwettbewerb.

Sieger in der Gesamtwertung wurden die beiden Piloten Hutschenreiter/Ryska aus Nördlingen mit nur 78 Strafpunkten. Mit 102 Punkten landete die Besatzung Ahlemann/Heller aus Husum auf dem zweiten Platz, mit nur knappem Vorsprung vor der Besatzung Ruck/Dr. Meyer aus Oldenburg, die am Ende 108 Strafpunkte auf ihrem Wettbewerbskonto gesammelt hatte. Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang das Abschneiden der Besatzungen Schmalstieg/Schmalstieg und Pilz/Nerdinger, die sich auf den Plätzen vier und fünf wiederfanden, obwohl sie mit Tiefdeckern antraten, die beim Identifizieren von Checkpunkten ein deutliches Handicap haben. Mit insgesamt elf Teilnehmern stellten Motorseglerpiloten übrigens rund 15 Prozent des Wettbewerbsfeldes.

Den Wanderpokal des Bundesministers der Verteidigung erhielten die beiden besten Mannschaften eines Vereins der Bundeswehr-Flugsportvereinigung. Hier hatten Ruck/Dr. Meyer und Siebert/Siebert von der Sportfluggruppe Oldenburg die Nase vorn. Am Standort dieses Vereins sollte 2000 der 14. militärische Motorflugwettbewerb durchgeführt werden. Der Militärflugplatz von Oldenburg ist aber geschlossen worden, so daß der Austragungsort für den nächsten Wettbewerb offen ist.

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REISE

Panamericana im Flugboot, Teil 2

Mit einer Lake 270 T Renegade beflogen Peter Jacoby und Wolfgang Hamann drei Monate lang den südamerikanischen Kontinent.

Der erste Teil des Reiseberichts endet mit merkwürdigen Fragen einer Kontrollerin beim Anflug auf die Falkland-Inseln. Nachdem die Lage vor Ort aufgeklärt wird, können die beiden deutschen Piloten ihre Reise fortsetzen: über Patagonien, den schneebedeckten Monte Fitzroy und den einzigartigen Perito-Moreno-Gletscher. Bei Wasserlandungen auf einem der zahllosen Seen erleben sie ihre Lake endlich auch mal als Boot, und am Aconcagua, dem höchsten Berg Südamerikas, gelangen sie (fast) an ihre fliegerische Grenze. Nach Sightseeing in Santiago de Chile und Santa Cruz erhalten sie wichtige Tips für den Anflug auf den 4000 m hoch gelegenen Flugplatz von La Paz.

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FLYING

Zwei Stampe in Aachen: Fit for Fun

Sie ist das erfolgreichste Flugzeug, das in Belgien konstruiert wurde: Die Stampe SV.4. Von den weltweit noch rund 250 flugfähigen Exemplaren sind zwei am Flugplatz Aachen beheimatet. Auch heute können die beiden fast 50 Jahre alten Flugzeuge ihren Besitzern noch viel Spaß bereiten. Ihre Herkunft konnte sie nie verleugnen. Die Designanleihen, die die beiden Konstrukteure Jean Stampe und Maurice Vertongen bei der De Havilland Tiger Moth nahmen, sind unübersehbar. Trotzdem ist die Stampe SV.4, deren Konstruktionsbeginn ins Jahr 1933 zurückreicht, eine eigenständige Entwicklung. Ausgerüstet mit einem De-Havilland-Gypsy-Motor mit 140 PS, sollte sie zunächst nur der Fortgeschrittenenschulung dienen. Sie hatte ihren Erstflug am 17. Mai 1933. Dabei saß Jean Stampe selbst im Cockpit. Insgesamt wurden 977 Stampe SV.4 gebaut.

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PRAXIS

Tips für Trips:VFR nach Luxemburg

Wollen Sie einen Verkehrsflughafen anfliegen, ohne daß Ihnen beim Entrichten der Landegebühren schwarz vor Augen wird und Ihnen ungeduldige Controller in der Luft das Leben schwer machen? Wie wäre es mit einem Flug nach Luxemburg? Dort erwarten Sie 4000 m Asphalt. Auch wenn Sie hinter einer Boeing 747 von Cargolux einschweben, geht alles sehr gelassen und serviceorientiert zu. Und das Wichtigste: Sie werden nach dem Landen nicht "ausgeraubt". Bis zwei Tonnen kostet die Landung gerade mal dreizehn Mark. Am Flugzeug werden Sie von einem Luxair-Bus abgeholt und vor dem Abflug auch wieder zum Flieger gebracht. Für diesen Service werden 25 Mark berechnet - auch dies nicht zuviel. Zirka 40 Mark bringen Sie per Taxi in die historisch betrachtet interessante Stadt. So läßt sich das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. P. S.: Vor dem Abfliegen sollten Sie das Tanken nicht vergessen - knapp zwei Mark pro Liter.

Propellerwartung: Kerbe, Riß und Bruch

Ein Propellerbruch ist selten. Wenn der Prop aber versagt, dann oft mit fatalen Folgen. Jeder Pilot kann viel dafür tun, daß es nicht soweit kommt. Wir sagen Ihnen, wie man einen Metallpropeller vor Schaden schützt und kleinere Beschädigungen selbst ausbessert.

Was passiert, wenn die Druckmeßsonden ausfallen?

In der Praxis beschäftigen wir uns mit der Frage: Was passiert, wenn Static Port oder Pitotrohr/Staurohr verschließen und aktuelle Flugdaten am Fahrtmesser nicht mehr korrekt ablesbar sind?

Besonders der Verschluß der statischen Druckabnahme im Fluge birgt große Gefahren in sich. Beim Ausfall auf einer angenommenen Höhe von 5000 ft, zeigt der Fahrtmesser im Sinkflug eine zu hohe Geschwindigkeit an. Je mehr das Flugzeug sinkt, um so größer wird die Falschanzeige (bei ISA sind dies 36 km/h). Die Gefahr des Strömungsabrisses nimmt zu. Verstopft das Static Port jedoch am Boden und wird trotzdem gestartet, zeigt der Fahrtmesser eine zu geringe Geschwindigkeit an. Die Folge: zu frühes Fahren von Klappen oder Fahrwerk, zu schneller Landeanflug; man benötigt erheblich mehr Lande-/Rollstrecke.

aerokurier-Aktion: Landen zum Nulltarif

Diesmal geht es bei unserer Aktion "Landen zum Nulltarif" nach Norddeutschland. Im Juli-Heft finden Sie Gutscheine für kostenlose Landungen auf den Flugplätzen Eisenach-Kindel, St. Michaelisdonn und Grube/Holstein. Machen Sie mit und sammeln Sie Landepraxis!

Wenn sich auch Ihr Flugplatz an der aerokurier-Aktion "Landen zum Nulltarif" beteiligen und sich einem breiten Publikum vorstellen möchte, melden Sie sich in der Redaktion bei Heiko Müller unter Tel. 0228/9565-129 oder-222 oder per E-Mail.

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ULTRALEICHT

Cora & Zephyr: Ungleiche Zwillinge

Beide kommen aus Tschechien. Beide wollen den deutschen Markt erobern. Und obwohl sie so unterschiedlich scheinen, gehen der Tiefdecker ATEC Zephyr und der Schulterdecker Cora 200 von Proximex doch auf die gleiche Grundkonstruktion zurück: die Jora, gezeichnet von dem tschechischen Konstrukteur Oldrich Olsansky.

Beide Flugzeuge haben wir uns in Bautzen-Litten und bei ATEC, östlich von Prag, näher angesehen und stellten in unserem Bericht ihre Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede heraus.

Beide Flugzeuge verdienen noch einige Überarbeitung, bevor sie auf den deutschen Markt kommen. Interessant an der Cora ist sicher für viele, daß sie das erste Serien-UL mit dem neuen Verner-Viertakter SVS 1400 ist.

Ende des Jahres wollen die Importeure die Zulassungsverfahren abgeschlossen haben.

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SEGELFLUG

Bavaria Glide: Run auf Bayreuth

Jeder will dabeisein. So jedenfalls liest sich die Teilnehmerliste für die Generalprobe auf die Segelflug-WM ’99, die Bavaria Glide ‘98 in Bayreuth. Am Start werden 130 Flugzeuge stehen!

Die Segelflug-Weltmeisterschaften 1999 in Bayreuth werden die ersten sein, die seit langem wieder über normalem Terrain stattfinden, das zudem sehr gute Thermik verspricht – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Wenn nicht, bieten sich problemlose Außenlandemöglichkeiten zuhauf. Das war in der jüngeren Vergangenheit keineswegs normal.

Für die Bavaria Glide haben inzwischen 26 Nationen gemeldet – so viele wie sonst nicht bei Weltmeisterschaften. Die Rekordbeteiligung hat dazu geführt, daß vom 8. bis 22. August 130 Flugzeuge, jeweils 50 in der Standard- und Rennklasse sowie 30 in der Offenen Klasse, in Bayreuth auf dem Bindlacher Berg am Start stehen werden. Das sind weit mehr als vorgesehen. Geplant war eigentlich ein kleineres Feld mit maximal 120 Flugzeugen. Aber einige Nationen haben sich einfach nicht an den Meldeschluß (15. April) gehalten und viel später noch nachgemeldet.

Motorseglerschlepp im Test

Der Schleppstart mit Motorflugzeugen gehört heute im Segelflug zu den Selbstverständlichkeiten, obwohl technisch/aerodynamisch wenige Erkenntnisse über dieses Verfahren vorliegen. Der neu hinzugekommene Schlepp durch Motorsegler ist dagegen jetzt in allen Facetten untersucht worden.

Innerhalb des "Forschungsprojekts Motorseglerschlepp" wurde das Schleppen durch Motorsegler in allen denkbaren Fragestellungen untersucht. Am 6. Mai wurde die Dokumentation, die 1500 Seiten umfaßt und 9 kg wiegt, in Unterwössen in einer feierlichen Präsentation an den Direktor des Luftfahrt-Bundesamtes, Dieter Horst, übergeben. Beteiligt haben sich fünf Firmen an den Untersuchungen: Scheibe Flugzeugbau (Motorfalke), die Nitsche GmbH (Samburo), Tost (Kupplungen, Seileinzugsvorrichtungen, Sollbruchstellen), Rainer Stöckl (Pilot) und Christoph Weber als Physiker (Meßgeräte, Software). Die Koordination des Projekts, das der Freistaat Bayern mit rund 180000 Mark unterstützt hat – insgesamt hat es die Firmen zirka 360000 Mark gekostet –, hatte der technische Vorstand der Deutschen Alpenflugschule Unterwössen, Rüdiger Ettelbrück, übernommen. Bei der Präsentation würdigte er insbesondere Rainer Stöckl, dem das Verdienst zukommt, als Motor und Initiator das Projekt überhaupt in Gang gebracht zu haben.

Urlauben in Frankreich: Aubenasson – Noch ein Geheimtip

Das Angebot an Segelfluggeländen in den französischen Seealpen ist reichhaltig. Und immer kommen neue hinzu. Aubenasson erschließt mit familiärer Atmosphäre den Randbereich im Westen.

Bislang war Aubenasson hauptsächlich bekannt aus dem Katalog der Außenlandefelder in den Seealpen. Die "Piste Privée" hat sich in den letzten Jahren zu einem gemütlichen Flugplatz mit ganzjährigem Flugbetrieb gemausert. Der Platz ist wohl noch als Geheimtip einzuordnen und wird mit ziemlicher Sicherheit auch in Zukunft nicht von einer übergroßen Anzahl Piloten überlaufen werden. Es ist ausreichend Platz für 15 bis 20 Segelflugzeuge, und mehr sollen es nach Angaben der Familie de Chivré, der der Platz gehört, und Jean Reines, dem Chefpiloten, auch nicht werden. Man legt eben Wert auf eine familiäre Atmosphäre, in der der Gast noch König ist und jeder noch jeden kennt.

Ein Schleppflugzeug ist das ganze Jahr über am Platz. Wartezeiten, um in die Luft zu kommen, sind nicht üblich, und so kann man auch den Flugbetrieb getrost gemütlich angehen lassen. Wir waren nun schon mehrmals mit 15 Segelflugzeugen zu Gast, und bislang kam noch jeder dann in die Luft, wann er wollte. Auch die Schleppzeiten halten sich mit fünf bis acht Minuten im Rahmen. Ein sicherer Anschluß an die Thermik oder an den kräftigen Hangaufwind des Hausbergs ist damit fast immer gewährleistet.

Südafrika hat viele schöne Plätze

Ein Segelflugurlaub in Südafrika muß nicht teuer sein. Vor allem hat das südliche Afrika mehr zu bieten als nur die wenigen "rekordträchtig", aber fern jeder Zivilisation gelegenen Startplätze. Otto Tönges hat den Cape Gliding Club schätzengelernt.

Südafrika ist jedoch eine preiswerte Alternative. Der Flug kostet bis zum Kap zwischen 1200 und 1600 Mark, das Leben dort 40 Prozent dessen, was man in Deutschland oder Frankreich ausgeben muß. Außer einem Mitgliedsbeitrag erhebt der Verein keine weiteren Gebühren.

In Südafrika kann man ohne Reservierung problemlos Urlaub machen. Das Straßennetz ist sehr gut ausgebaut, und die Unterkünfte sind – vom Guesthouse (empfehlenswert) bis zum Hotel – von hervorragender Qualität. Der Urlaub direkt am Kap ist nicht nur für den Segelflieger interessant, sondern für die ganze Familie – herrliche Strände mit sauberem Wasser, unberührte Natur und viele Sehenswürdigkeiten lassen die viel zu wenigen Urlaubstage nicht nur beim Fliegen im Fluge vergehen.

28. Internationale Freiburger Segelflugwoche

Nicht so sehr viel Glück mit dem Wetter hatten die Teilnehmer der 28. Internationalen Freiburger Segelflugwoche vom 25. April bis zum 2. Mai auf dem Flugplatz Freiburg. Nur an drei der insgesamt acht Wettbewerbstage konnte überhaupt geflogen werden. (Ergebnisse)

33. Internationaler Hahnweide-Wettbewerb

Besser hätte dieser 33. Internationale Hahnweide-Wettbewerb nicht terminiert sein können. Jeden Tag gab es Wertungsflüge, dazu Schnittgeschwindigkeiten über 120 km/h und Strecken über 600 km.

Mit Höhen und Tiefen bescherte der Hahnweide-Wettbewerb vom 16. bis 23. Mai den 89 Teilnehmern (Piloten und Teams ) in den fünf Klassen Superbedingungen bis kleine, aber immer noch gut fliegbare Wetterfenster. Gleich der Auftakt gestaltete sich grandios mit Aufgaben von 554 km (Offene Klasse) rund um Stuttgart bis hin zu 417 km in der Doppelsitzerklasse. (Ergebnisse)

Klix: Die Hahnweide im Osten

Ingo Trentelj heißt der Sieger des sechsten Pokals der Alten Langohren in Klix. Mit seiner ASW 17 verwies der Kamp-Lintforter Johannes Barwick aus Klix und Roland Schreiner auf die Plätze. 101 Flugzeuge standen in vier Klassen am Start.

In der Gemischten Klasse des Klixer Wettbewerbs vom 1. bis 9. Mai gewann Tobias Ruppel aus Nordrhein-Westfalen, sein Teamkollege in der Bundeswehr Sportgruppe Bernhard Kloth in der Großen Clubklasse. Den Titel in der Kleinen Clubklasse holte sich Lubos Turek aus dem tschechischen Sobeslav.

"Da sind wohl nur noch die Deutschen Segelflugmeisterschaften und die Hahnweide größer", kommentierte Sportlehrer Uwe Hübner die lange Liste der Anmeldungen. Schon zu Beginn der Trainingswoche schien ein Meer weißer Anhänger den Klixer Flugplatz zuzudecken – doch eine 1000 mal 800 Meter große Wiese bereitet da keine Platzprobleme. (Ergebnisse)

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Last updated June 19, 1998