aerokurier
12/1998 Editorial Chefsache,
Herr Schröder /
Reportage Live aus dem Cockpit: patrouille Adecco / Pilot Report Muskelspiele: Die neue Katana DA20-C1 mit Conti-Motor / Messen Neuheitenflut in Las Vegas: NBAA 1998, News von der AOPA Expo
98 /Magazin Holzpropeller:
Vom Baum zum Prop, CPL-Theoriewissen für Fluglehrer-Anwärter, Mü 30
"Schlacro" vor dem Erstflug, Motorfliegertagung in Husum / Reise Entlang der Nordwest-Passage auf Amundsens Spuren/Teil 1 / Flying
Connie auf Euro-Tour / Praxis Für den Notfall: Sicherer Handstart, Tips für Trips: Schnell mal
nach Nancy, Verrußte Zündkerzen, Versicherungsrisiko, Unfallanlyse: Kleine Unachtsamkeit
mit fatalen Folgen /
Ultraleicht Im Vergleich: EV 97
Eurostar, P96 Golf und CH 601 D Zodiak, Harsche Kritik beim UL-Fliegertag / Segelflug Marktübersicht Flugdatenrecorder, DG-Flugzeugbau: Neuer
Doppelsitzer DG-1000, GNSS Online Wettbewerb, Segelfliegen ganz historisch,
Bundesjugendvergleichsfliegen in Laucha
EDITORIAL
Chefsache, Herr Schröder
Am 6. November hat der Bundesrat in Bonn die Landeplatz-Lärmschutz-Verordnung
(Landeplatz-LärmschutzV) beraten und abschließend diskutiert. Damit wäre eine
jahrelange Unsicherheit für die Halter von Flugzeugen beseitigt. Jetzt fehlen nur noch 29
mit Tinte geschriebene Buchstaben, damit die Verordnung inkrafttreten kann: Die
Unterschriften von Verkehrsminister Franz Müntefering und Umweltminister Jürgen Trittin.
Seit fast sechs Jahren wird um die Inhalte der Verordnung gestritten, seit Jahren
kämpften AOPA und DAeC gegen die schlimmsten Auswüchse, die in den verschiedenen
Entwürfen standen. Die ganz kurzfristig am 27. September, dem Sonntag der Bundestagswahl,
hereingekommenen Forderungen, die Landeplatz-LärmschutzV nochmals zu verschärfen, würde
für eine Vielzahl von Landeplätzen das Todesurteil bedeuten.
aerokurier-Chefredaktuer Volker K. Thomalla fordert deshalb Bundeskanzler Schröder
auf, die Landeplatz-LämrschutzV zur Chefsache zu machen.
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REPORTAGE
Live aus dem Cockpit: patrouille Adecco
Die französische Patrouille Adecco ist die einzige zivile Kunstflugstaffel der Welt,
die Turbopropflugzeuge benutzt. John Blackman saß bei einer ihrer letzten Vorführungen
in diesem Jahr mit im Cockpit der Nummer vier. Seine brillanten Aufnahmen haben fast schon
historischen Charaktrer. Im Oktober gab es den letzten Auftritt als Patrouille Adecco.
In Zukunft wird die Patrouille Adecco nicht mehr mit ihren roten PC-7 auftreten. Das
Zeitarbeitsunternehmen Adecco engagiert sich weltweit und sieht die Kunstflugstaffel als
regionales Sponsoring an, was nicht mehr dem globalen Anspruch entspricht. Spätestens zum
Saisonauftakt bei der AERO in Friedrichshafen im April 1999 wird man wissen, ob die
einzige zivile Kunstflugstaffel mit Turbopropflugzeugen weiter existiert, oder ob das
"Adieu, Patrouille Adecco" endgültig war.
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PILOT REPORT
Muskelspiele: Die neue Katana DA20-C1 mit
Conti-Motor
Diamond Aircraft hat die Katana DA20 mit einem 125-PS starken Continental IO-240-B
Einspritzer zur C1 hochgerüstet. Wir sammelten in den USA erste Flugeindrücke. Dabei
stellte sich die Katana DA20-C1 fast als neues Flugzeug heraus. Der neue Motor zog viele
Änderungen nach sich. Unter anderem hat Diamond das Klappensystem, Höhenleitwerk,
Fahrwerk und Cockpit modifiziert. Ob die C1 in Deutschland zugelassen wird, ist allerdings
fraglich.
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MESSEN
Neuheitenflut in Las Vegas: NBAA 1998
Die Business Aviation hat den Jackpot geknackt, scheint es. Nie zuvor hat es in einem
Jahr mehr Aufträge für neue Flugzeuge gegeben, nie waren die Auftragsbücher voller und
nie zuvor hat eine Firma vier neue Business Jets auf einmal gelauncht.
Die NBAA 98 Mitte Oktober in der Spielerstadt Las Vegas war die erfolgreichste
Messe für die Business Aviation bisher. Über 31000 Besucher hatten den Weg in die
größte Stadt des US-Wüstenstaats Nevada gefunden und machten sich ein Bild von der
trotz Asienkrise und schwankenden Börsentrends ungebrochenen Vitalität der
Branche.
News von der AOPA Expo 98
Die jährlich stattfindende Ausstellung der amerikanischen Aircraft Owners and Pilots
Association (AOPA) entwickelt sich stetig mehr zu einer für die Allgemeine Luftfahrt sehr
bedeutsamen Veranstaltung. In diesem Jahr fand sie von 23. bis 25. Oktober in Palm
Springs, Kalifonien, statt. 433 Firmen und 70 ausgestellte Flugzeuge waren zugegen.
Zu den Highlights zählten die Allegro Nachfolgerein von Mooney, die FAA-Zulassung für
die Cirrus SR20, Columbia 300 von Lancair mit FAR 23 Zertifikat, der Malibu Umbau auf
Turbine durch PetProp, die Luscumbe Sartan 185, die Micco SP20 vor der Serienfertigung.
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MAGAZIN
Holzpropeller: Vom Baum zum Prop
Moderne Holzpropeller sind ein starkes Stück Technik. Wir haben für Sie den Werdegang
vom Naturprodukt zur Luftschraube verfolgt. Sich näher mit dem komplexen Aufbau eines
modernen Holzpropellers zu beschäftigen lohnt sich, damit man weiß, was sich überhaupt
vor der Cowling dreht und für Vortrieb sorgt.
CPL-Theoriewissen für Fluglehrer-Anwärter
Die Eingangsvoraussetzung für Fluglehrer-Bewerber wird künftig anders aussehen.
Bewerber müssen mit Inkrafttreten der JAR-FCL ab dem 1. Juli 99 zwar weniger
praktische Flugstunden absolviert haben, jedoch in der Theorie CPL-Wissen vorweisen
können. Sie müssen eine theoretische CPL-Prüfung abgelegt haben, um im Auswahlverfahren
für die Lehrer-Ausbildung berücksichtigt zu werden. Für jene, die noch vor dem Stichtag
die Lehrerlizenz erwerben oder diese bereits besitzen, werden Übergangsfristen gelten,
zudem dürfen sie auf PPL-Basis weiterhin unentgeltlich (in Vereinen) schulen.
Mü 30 "Schlacro" vor dem Erstflug
Akaflieger bauen nicht nur Segelflugzeuge. Die Münchner haben jetzt einen richtigen
Boliden auf die Beine gestellt: die Mü 30 fürs Turnen und Schleppen. Die
Entwicklungsgeschichte des Motorflugzeugs und Status der Arbeiten wird aufgezeigt.
Motorfliegertagung in Husum
Die Tagesordnung der Motorfliegertagung vom 6. bis zum 8. November in Husum war prall
gefüllt mit wichtigen Punkten zur Zukunft des Motorflugs im Deutschen Aero Club (DAeC).
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REISE
Entlang der Nordwest-Passage auf Amundsens
Spuren/Teil 1
Drei deutsche Piloten, Helmut Scharpf, Wolfgang Scherer und Franz Stadtbäumer, machten
sich mit einer Partenavia P.68 von Landshut aus auf den Weg in die Arktis. Kern ihrer
Reise war eine Fotodokumentation über die legendäre Nordwest-Passage, eine
Schiffsverbindung zwischen Nordatlantik und Pazifk über den Norden des nordamerikanischen
Kontinents. Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen hatte die durchgehende
Schiffspassage Anfang des Jahrhunderts als erster entdeckt. Vor ihm waren viele
Expeditionen im ewigen Eis gescheitert. Im ersten Teil des Reiseberichts ist die Route der
Partenavia über Island, Grönland, den kanadisch-arktischen Archipel und Alaska bis zur
Beringstraße, zur Grenze nach Rußland, beschrieben, untermalt von faszinierenden
Bildern, die Franz Stadtbäumer schoß. Nome in Alaska bildete den Scheitelpunkt der mehr
als 22000 km langen Reise.
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FLYING
Connie auf Euro-Tour
Für Freunde von alten Flugzeugen bot die Airshow-Saison 1998 ein echtes Highlight.
Eine L-749A Constellation tourte durch Europa.
Die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Endes der Berliner Luftbrücke bescherten
Fans von historischen Flugzeugen ein Wiedersehen mit der Connie und aerokurier-Mitarbeiter
Helmut Fleischer die einmalige Gelegenheit zu einem "Ausflug" in die
Vergangenheit. Er flog mit der "Königin der Lüfte" von Berlin nach Hamburg.
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PRAXIS
Für den Notfall: Sicherer Handstart
Zu Recht ist das Anreißen eines Motors nicht jedermanns Sache. Wer aber einige
Grundregeln beherzigt, senkt das Risiko, die Finger oder mehr zu verlieren. In Bild und
Text zeigen wir Ihnen, wie auch Sie einen Flugmotor sicher mit der Hand starten können
Tips für Trips: Schnell mal nach Nancy
Diesmal führt Sie unser Tip für Ihren Trip nach Nancy, die historische Hauptstadt
Lothringens. Nicht nur, wer sich für Kultur interessiert, ist hier richtig. Auch für
Luftfahrtenthusiasten gibt es viel zu erleben. Wir geben Tips zur Stadt und Hinweise, was
sie beim Flug nach Nancy unbedingt beachten sollten.
Verrußte Zündkerzen
Neigen die Zündkerzen zum Verrußen, trifft sie in aller Regel keine Schuld. Die
Ursache ist meist in einem falsch eingestellten Leerlaufgemisch zu suchen. Autor Thomas
Dietrich beschreibt auf verständliche Weise, was sie selbst tun können, um das Problem
zu lösen. Lernen Sie, wie man selbst das Leerlaufgemisch bei Vergaser- und
Einspritzmotoren einstellt oder, wenn einem das zu heikel ist, zumindest die
Einstellarbeiten des Wartungsbetriebes überwacht.
Versicherungsrisiko
Wie ist das angecharterte Luftfahrzeug versichert? Wer zahlt, wenn dem Fluggast etwas
zustößt und wie ist der Pilot abgesichert? Auf diese Fragen weiß der Jurist Thomas
Mühlbauer in seinem Versicherungsbeitrag die Antworten.
Unfallanlyse: Kleine Unachtsamkeit mit fatalen Folgen
Ein Bedienfehler in der entscheidenen Landephase, sowie die fehlende Aufmerksamkeit des
verantwortlichen Piloten führten zum Absturz einer zweimotorigen Cessna 425, die sich auf
einem Einweisungsflug auf dem Flughafen Hannover befand. Ein Pilot kam uns leben, der
andere überlebte schwerverletzt.
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ULTRALEICHT
Im Vergleich: EV 97 Eurostar, P96 Golf und CH 601 D
Zodiak
Viel haben sie gemeinsam. Aber wo sind die Unterschiede? Wir haben die drei
Ganzmetall-Tiefdecker der UL-Klasse gegeneinander antreten lassen. Es wurde ein
Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem die drei Kandidaten ganz individuelle Stärken und Schwächen
zeigten. Wir bieten damit die Entscheidungshilfe für die Wahl Ihres ganz persönlichen
Favoriten.
Harsche Kritik beim UL-Fliegertag
Schönhagen war am 24. Oktober Treffpunkt des diesjährigen UL-Fliegertages des DAeC.
Es wurde ein Tag der klaren Worte. Die Ultraleichtkommission (ULKO) als
Interessenvertretung der UL-Piloten ist unzufrieden über die Zusammenarbeit mit der
Verbandsspitze, erklärte der Vorsitzende Jürgen Schmid. Massive Kommunikationsprobleme
mit dem DAeC dürften ein Grund dafür sein, daß sich die ULKO in wichtigen Fragen
übergangen fühlt und ihre Sachkompetenz von der Verbandsspitze nicht genutzt wird.
Zu den positiven Themen in Schönhagen zählte der Vortrag von Peter Unterburger, der
über seine Erfahrungen bei der Entwicklung der Bau- und Ausbildungsvorschriften für
künftige UL-Hubschrauber sprach. Unterburger übernimmt künftig das neue Referat
UL-Hubschrauber. Als neuer Sportreferent wurde Wolfgang Lintl gewählt. Lintl bekleidet
dieses Amt damit sowohl in der ULKO des DAeC als auch beim DULV.
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SEGELFLUG
Marktübersicht Flugdatenrecorder
Flugdatenrecorder auf GPS-Basis sind auf dem besten Weg, das Dokumentationswesen im
Streckensegelflug vollständig zu erobern. Neun Hersteller bieten 15 verschiedene Geräte
an. Was können sie, was unterscheidet sie? Elf mobile Geräte werden vorgestellt.
DG-Flugzeugbau: Neuer Doppelsitzer DG-1000
Doppelsitzer haben Konjunktur. In der Modellpalette der DG-Flugzeuge hat dies für den
Zweisitzer DG-500 zu einer Variantenvielfalt geführt, die fast jeden Einsatz abdeckt. Im
Jubiläumsjahr "25 Jahre DG-Flugzeuge" kommt ein moderner Nachfolger, die
DG-1000.
Der neue Doppelsitzer von DG-Flugzeugbau in Bruchsal ist ganz ein Kind der Zeit.
Zurückgepfeilte und aufgeschwungene Flügelspitzen nehmen die von Schempp-Hirth kreierte
und inzwischen über die gesamte Modellpalette des schwäbischen Herstellers durchgesetzte
neue Flügelgeometrie auf. Sie steht für gutes Handling, insbesondere für
ausgezeichnetes Kurbelverhalten.
Nach rund zehn Jahren Serienfertigung soll die DG-1000 die DG-500-Modellreihe mit
starrem Flügelprofil ablösen. In der Variantenvielfalt wird die 1000 der Vorgängerin
500 gleich von Beginn an nicht nachstehen.
GNSS Online Wettbewerb
Welche Maximalstrecke bietet der Tag? Das in einem freien Flug möglichst in
FAI-Dreiecksform herauszufinden ist eine große segelfliegerische Herausforderung.
Im nächsten Jahr soll dieser Herausforderung in einem eigenen dezentralen Wettbewerb
nachgegangen werden.
Die GNSS-Dokumentation bietet uns hierzu ungeahnte Möglichkeiten: Logger einschalten
und losfliegen, das ist alles. Am Abend wird der Flug ausgelesen, und mit einer
Streckenflugauswerte-Software hat man ruck, zuck ein optimales Dreieck in den
aufgezeichneten Flug gelegt. Jetzt das ganze per E-Mail zur Auswertestelle fertig.
Man muß nicht einmal den Bleistift in die Hand nehmen.
Die Auswertung vom Wochenende kann am darauffolgenden Donnerstagfertig sein
innerhalb von fünf Tagen.
Das ist keine Zukunftsmusik: Für die kommende Saison ein entsprechender Pilotversuch
geplant. Weitere Infos gibt es dazu unter http://segelflugszene-bayern.proforma.de.
Segelfliegen ganz historisch
Mit einer Flotte von zehn historischen Segelflugzeugen bezeichnet sich der
Oldtimer-Segelflugverein München als der größte Verein dieser Art in Europa.
Die ersten Flugzeuge des Oldtimer-Segelflugvereins München (OSVM), der vor über zehn
Jahren, 1987, von sieben Enthusiasten aus der Taufe gehoben wurde, waren eine Musger MG
19a, ein doppelsitziger Knickflügler, Baujahr 1954, und ein Grunau Baby 2b, Baujahr 1952.
Derzeit besitzt der Verein zehn grundüberholte, flugklare und zugelassene Segelflugzeuge.
Darunter befinden sich Seltenheiten wie ein Schulgleiter SG-38 (Baujahr 1942) und eine
Goevier III (Baujahr 1953), von der es nur noch fünf Stück gibt.
Bundesjugendvergleichsfliegen in Laucha
Das Bundesjugendvergleichsfliegen Ende September in Laucha wird Teilnehmern und
Betreuern in bester Erinnerung bleiben. Gewonnen hat Johannes Meyer vor Thomas Sippel und
Michael Rau.
Weitere aktuelle Segelflugmeldungen unter airSport
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