Kalte Füße für die Thermik – der Böhmische Wind

In Bayreuth hat gleich am zweiten Wertungstag der Vor-Weltmeisterschaften ein berühmt berüchtigtes Wetterphänomen zugeschlagen für Bayreuth: der Böhmische Wind. Im Sommer kommt er maskiert mit viel Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen. Tatsächlich ist er aber ein sehr unfreundlicher Akt gegen den Segelflug.

Mit dem Böhmischen Wind bekommt die Thermik "kalte Füße", erklärt Meteo-Mann Manfred Kreipl, der die Bavaria-Glide über die gesamte Dauer betreut. Der Wind bringt kalte Luft aus dem Böhmischen Becken, der dann im Bereich von Bayreuth gerade in bodennahen Luftschichten für Abkühlung sorgt, also dort, wo sich die Luft eigentlich stark aufheizen soll, damit Thermik entsteht. Das Ergebnis ist Flaute.

Der bodennahe Zustrom kalter Luft entsteht bei einer Grenzlage zwischen tiefem Druck im Westen und hohem im Osten.

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Meteo-Mann Manfred Kreipl

Liegt im Böhmischen Becken Kaltluft, die ihrerseits zu weiterem Druckanstieg führt, mit einer Inversion in Kammhöhe des Grenzgebirges, dann erhalten die Durchgangstäler regelrecht Düsenwirkung. Zum Druckausgleich bläst es dort dann kräftig durch. Die Luft fällt katabatisch nach Bayreuth ein.Der Effekt ist recht lokal. Das spiegelt sich auch in den Temperaturen der Orte in der weiteren Umgebung wieder. Wurde es am 9. August 1998 in Bayreuth gerade einmal 22 Grad warm, so meldeten Weiden beziehungsweise Bamberg jeweils 30 Grad Celsius. In Bayreuth (485 m) war es so "kalt" wie auf dem Gipel des Großen Arber (1400 m).

Eigentlich ist der Böhmische Wind eine Wintererscheinung. Er hat zudem noch eine weitere Unart: Er hält meist mehrere Tage an. Für die nächsten Tage der Bavaria Glide ist Manfred Kreipl aber zuversichtlich. Da die kühlerern Luftmassen von Norden sich weiter nach Süden durchsetzen, werden die Druckgegensätze entschärft.


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Last updated July 30, 1999